Streit um Sixt-Betriebsrat

<strong>Ministerpräsident Erwin Sellering</strong><strong> (SPD)</strong> schaut  Stephanie Schultz bei ihrer Arbeit über die Schulter. Leiterin Grit Langhof (hinten) stellt ihr Team vor. <foto>chrw</foto>
Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) schaut Stephanie Schultz bei ihrer Arbeit über die Schulter. Leiterin Grit Langhof (hinten) stellt ihr Team vor. chrw

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30. Juli 2010, 08:04 Uhr

Lütten Klein | Über Arbeitsbedingungen in Unternehmen und Entwicklungspotenziale für Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern hat sich Ministerpräsident Erwin Sellering auf seiner diesjährigen Sommertour informiert. Seine letzte Station machte der SPD-Landesvorsitzende gestern im Service-Center des Autovermieters Sixt in Lütten Klein.

Das Unternehmen muss sich zurzeit mit schweren Vorwürfen auseinandersetzen. So soll es nach Angaben eines ehemaligen Mitarbeiters Kündigungen gegeben haben, nachdem einige Call-Center-Agenten sich für die Gründung eines Betriebsrats eingesetzt hatten.

"Ich bin der Überzeugung, dass es ein Unternehmen nur voranbringen kann, wenn Geschäftsführung und Belegschaft zusammenarbeiten", sagte Ministerpräsident Sellering im Gespräch mit der Leiterin des Rostocker Sixt-Service-Centers, Grit Langhof. Sie nahm zu den Vorwürfen gegen ihr Unternehmen Stellung: "Wir wären die erste Firma, in der es bei der Gründung eines Betriebsrats gar keine Probleme gibt." Das Unternehmen habe sich auf ein Schreiben der IG Metall lediglich erkundigt, ob sie die zuständige Gewerkschaft sei. "Seitdem werden wir von außen mit Vorwürfen konfrontiert", so Langhof.

Dahinter steckt aus Sicht des Unternehmens mit 400 Angestellten in Rostock ein einziger Mitarbeiter, der gekündigt wurde. "Er ist der Meinung, das sei wegen seiner Bemühungen um einen Betriebsrat geschehen. Die Kündigung hatte aber andere Gründe, zu denen wir uns nicht äußern können", sagt Unternehmenssprecher Frank Elsner. Langhof ergänzt: "Für uns gelten die gleichen Gesetze und Regeln wie für alle anderen. An die halten wir uns." Es sei jedoch auch keine Pflicht für ein Unternehmen, einen Betriebsrat zu haben, betont sie.

Die aktuellen Diskussionen um die Mitarbeitervertretung sind nach Angaben von Steffen Wehner, Sprecher des SPD-Landesverbands, jedoch nicht der Anlass zum Besuch des Ministerpräsidenten bei Sixt gewesen. Mit dem Stopp in Rostock endete Sellerings Sommertour.

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