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Lokales

24. November 2017 | 10:33 Uhr

Streit um Schilder

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erstellt am 24.Jun.2010 | 07:02 Uhr

Wittenberge / Bälow /Lenzen | Mit Zusammenarbeit habe das nichts zu tun. Charlotte Bebion-Zander ist enttäuscht. Enttäuscht von Wittenberge und der Entscheidung, ihr Hinweisschild auf dem Elberadweg an der Elbbrücke abzunehmen. Das teilte ihr die Stadt in einem Schreiben mit. Darin heißt es: "Die Stadt war kulant und gestattete Ihnen auf deren Territorium mit touristischen Hinweisschildern zu werben." Mit der Realisierung eines neuen Ortsleitsystems werde es das nicht mehr geben, heißt es weiter.

Gut zwölf Jahre stehe das Schild dort, "mit Einverständnis der Stadt", sagt Bebion-Zander, die in Bälow eine Pension betreibt. "Ich schicke meine Gäste auch nach Wittenberge, arbeite dort mit Pensionen und Anbietern von Freizeitaktivitäten zusammen", so Bebion- Zander. Was sie gar nicht verstehen kann: "Noch im Februar wurden wir Anbieter entlang der Elbe auf einer Versammlung in Wittenberge zur Zusammenarbeit aufgefordert."

In einem Brief habe sie sich an Bürgermeister Dr. Oliver Hermann gewandt, der zugleich Vorsitzender des Tourismusverbandes ist. "Ich habe ihn um eine Stellungnahme gebeten und ihm auch mitgeteilt, dass im Amt Bad Wilsnack-Weisen Schilder auf Anbieter in Hinzdorf hinweisen."

Ebenfalls betroffen Christoph Weidlich, Betreiber des Campingplatzes am Rudower See bei Lenzen. Sein Hinweisschild steht am Einkaufszentrum WEZ. "Ich halte das Vorgehen für unnötig und unkameradschaftlich", sagt er. Er habe das Schild beantragt, genehmigt bekommen und bezahlt.

Simone Albers vom Wittenberger Tourismusbetrieb bestätigt, dass die Stadt ein neues Ortsleitsystem ab dem nächsten Jahr plant. Ziel sei eine Vereinheitlichung der Ausschilderung und eine Minimierung der touristischen Schilder innerhalb der städtischen Gemarkung.

Parallel dazu solle sich der Tourismusverband dem Thema Ausschilderung auf dem Elbdeich widmen. "Wir werden Standorte zur Verfügung stellen, an denen sich touristische Anbieter präsentieren können", kündigt Albers an.

Gerald Neu, Ordnungsamtsleiter im Amt Bad Wilsnack-Weisen, kritisiert ebenfalls "die Art und Weise des Umgangs mit Leistungsanbietern". Neue Lösungen und einheitliche Standards begrüße er. "Aber wir würden erst mit unserer Nachbarkommune darüber sprechen, nach Lösungen suchen, statt die Anbieter vor vollendete Tatsachen zu stellen", sagt er. Generell befürwortet er am Elberadweg eine einheitliche Ausschilderung für Unterkünfte.

Wittenberges Bürgermeister Dr. Oliver Hermann kündigt genau so ein Gespräch an: "Sobald Kriterien und Zeitpunkt der Einführung des Ortsleitsystems feststehen, laden wir alle Anbieter ein, sprechen mit ihnen darüber. Bis dahin bleiben die Schilder stehen", sagt er.

Uwe Neumann, Geschäftsführer des Tourismusverbandes, begrüße grundsätzlich jede Entschlackung des Schilderwaldes und fordert eine "wegweisende, zielgerichtete Ausrichtung", die sich in ein Gesamtkonzept für den Elberadweg eingliedert. Derzeit geb es noch ein "Schilderwirrwarr".

Zu überlegen sei, an welchen Orten Schilder zentral stehen sollten. Ein Aspekt dabei sei die Entfernung zur potenziellen Unterkunft. Mache es wirklich Sinn, 20 Kilometer vor dem Ziel dafür zu werben oder doch eher in einem Radius von fünf Kilometern, erklärt Neumann.

Klare Empfehlungen spreche unter anderem das Handbuch zum Elberadweg aus. "Daran wollen wir uns orientieren, dazu werde ich mit unseren Radweg-Zertifizierern sprechen", kündigt Neumann an.

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