Streit um Bürgerzentren geht weiter

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25. Januar 2010, 08:27 Uhr

Dierkow/Toitenwinkel | Der Bau zweier Stadtteil- und Begegnungszentren (SBZ) in Toitenwinkel und Dierkow rückt immer näher. Dennoch gibt es weiterhin Stoff für Diskussionen. Der Ortsbeirat Toitenwinkel hat auf seiner vergangenen Sitzung den Neubau zweier dieser Einrichtungen beschlossen und folgt damit der Beschlussvorlage, die am Mittwoch, 27. Januar, von der Rostocker Bürgerschaft, als vorerst letzte Instanz, behandelt wird.

Endgültig sind jetzt auch die Standorte geklärt. Das SBZ in Toitenwinkel entsteht in unmittelbarer Nähe des Stadtteilzentrums in der Alten Schmiede am Hölderlinweg. "Der Neubau in Toitenwinkel soll miteingebunden werden in das Stadtteilbüro und die angrenzenden Turnhallen", sagt Anke Knitter (SPD), Ortsbeiratsvorsitzende von Toitenwinkel. Ein so genannter "Freizeit-Campus", wie es Uwe Leonhard vom Jugendamt auf der Ortsbeiratssitzung nannte. Der Ortsbeirat sprach sich für den Kurt-Schuhmacher-Ring als Standort des SBZ in Dierkow aus.

Uneinigkeit besteht noch über die Größe der Neubauten. "Das SBZ in Toitenwinkel soll nur 800 Quadratmeter groß werden, das in Dierkow 1000 Quadratmeter", so Knitter. Sie ist skeptisch. "Wir haben uns intensiv damit beschäftigt und fragen uns, wie wir mit den Räume im SBZ Toitenwinkel die Angebote realisieren können."

Der Veranstaltungsraum soll maximal 200 Leute beherbergen, gleichzeitig müssen sich aber auch Vereine und Verbände dort einmieten können. Der Fußballverein FSV Nordost hat jetzt schon Interesse angemeldet, ebenso der Behindertenverein. Doch Knitter und der Ortsbeirat befürchten, dass es eng wird. Ein weiterer Kritikpunkt: Von den geförderten Fachkräften, die eines Tages im SBZ arbeiten sollen, ist eine Stelle für die Toitenwinkler Einrichtung gestrichen worden. Vier Personalstellen sind dort vorgesehen, im SBZ Dierkow sind es 5,5 Personalstellen. Uwe Leonhard, der im Jugendamt für die Förderung und Entgelte zuständig ist, stellt klar: "Toitenwinkel hat neun geförderte Fachkräfte im Stadtteil, in Dierkow sind es fünf." Ein Ausgleich zwischen den Stadtteilen sei nötig. Der Orstbeirat kämpfe dafür, dass Toitenwinkel nicht weiter "hinten runterfalle", so Knitter. "Wir sind erst einmal froh, dass die Grundsatzentscheidung gefallen ist." Der Ortsbeirat hofft, dass die Bedenken bei den weiteren Planungen miteinbezogen werden. Rund eine Million Euro an Baukosten ist für den "Freizeit-Campus" veranschlagt. Fünfzig Prozent davon kommen aus dem Fördertopf vom Land. Die andere Hälfte muss die Stadt Rostock aufbringen. Das Bürgerzentrum in Dierkow soll etwa 1,2 Millionen Euro kosten. Beide Einrichtungen sind Bestandteile des Bundesprogrammes "Soziale Stadt". Wochenlang hat es große Diskussionen über die Bürgerzentren gegeben. Ob eines für Toitenwinkel und Dierkow oder eines für jedes Viertel, ob Neubau oder Sanierung vorhandener Gebäude - dieses Hin und Her ist nun vorbei. Geplant war zunächst die Kindertagesstätte im Lebensbaum 16 in Toitenwinkel zum Begegnungszentrum um- und auszubauen. "Aber das Gebäude ist sehr verwinkelt, Kinderwagen kommen nicht durch und es ist auch nicht behindertengerecht", erklärt Knitter. Eine Sanierung des Gebäudes wäre viel kostenaufwändiger als ein Neubau.

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