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Lokales

23. August 2017 | 12:13 Uhr

Straße auf Markt eingebrochen

vom

Güstrow | Die Straße brach gestern auf der Südseite des Güstrower Marktes ein. Bis 13 Uhr war der Markt deshalb voll gesperrt und der Verkehr musste entgegen gesetzt der sonstigen Fahrtrichtung durch die Domstraße geleitet werden. Polizei, kommunaler Ordnungs- und Sicherheitsdienst sowie der Stadtbauhof regulierten das, ehe die Verbots- und Hinweisschilder sowie Absperrungen standen. 13 Uhr gab es dann die Entwarnung: Zumindest der Pkw-Verkehr konnte an der Baustelle vorbeifahren. Die Bauarbeiten werden noch voraussichtlich bis morgen dauern.

Was ist passiert? "Der Grund für die Baustelle auf dem Markt ist ein Schaden an der alten Mischwasserleitung. Die liegt in drei Metern Tiefe. Nichts Außergewöhnliches, denn das gehört zu unserem Tagesgeschäft", sagt Gerald Lübars, Betriebsingenieur des städtischen Abwasserbetriebes. Meist seien das Rohr oder die Rohrverbindungen zerstört. Kein Wunder, denn diese Leitungen wurden um 1900 verlegt. Sie bestehen wie heute aus Steinzeug, sind aber eben über 100 Jahre alt. Hauptmängel an den Rohrverbindungen seien ebenfalls die Materialien. Lübars: "Damals wurden Lehm und Teerstricke verwendet. Von diesen Dichtungen ist heute aber durch das ständige Füllen und Ablaufen des Wassers in den Rohren nichts mehr übrig." 30 solcher Havarien habe es in diesem Jahr bereits in Güstrow gegeben, berichtet Lübars. Nur seien sie nicht so aufgefallen wie gestern, wenn dadurch eine Hauptstraße im Zentrum gesperrt werden und der Verkehr umgeleitet werden müsse.

Das Kanalsystem - die ältesten Relikte stammen z.B. im Grünen Winkel von 1875 - wurde vor allem um die Jahrhundertwende gebaut. Lübars: "Damals muss Güstrow eine einzige Baustelle gewesen sein." Danach wurde das System nach und nach bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges erneuert, darunter das Schweriner Viertel und Dettmannsdorf.

Der städtische Abwasserbetrieb erneuert das Kanalsystem seit Jahren vor allem in der Innenstadt. Dort sind 75 bis 80 Prozent der Rohre erneuert. Bei den großen Straßen fehlen noch die Baustraße, die Schnoienstraße, der Parrplatz und eben der Markt. In der gesamten Stadt ist das Kanalsystem erst zu 20 Prozent erneuert. Während Gerald Lübars "unseren Altvorderen" um 1900 sehr gute Arbeit bescheinigt, lassen z.B. die Systeme, die in den 1970er-Jahren verlegt wurden - z.B. in der Südstadt sehr zu wünschen übrig. "Hier besteht Handlungsbedarf", sagt der Experte.

Insgesamt ist das Kanalnetz in Güs trow 170 Kilometer lang. An ihm zu arbeiten, sei eine ständige Aufgabe, weil es nach 80 Jahren abgeschrieben sei, hebt der Betriebsingenieur hervor. Gerald Lübars betont noch besonders: "Dieses Versorgungs- und Entsorgungsnetz ist das größte Vermögen der Stadt, weil es mit großen Investitionen realisiert wird."

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erstellt am 30.Aug.2010 | 07:57 Uhr

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