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Lokales

23. September 2017 | 16:47 Uhr

Stotterstart für neues Technikmuseum

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erstellt am 22.Jun.2010 | 06:39 Uhr

Schwerin/Wismar | Die Neueröffnung des bislang noch in Schwerin angesiedelten Technischen Landesmuseums (TLM) in einer ehemaligen Kaserne in Wismar verzögert sich erneut. Das "Phantechnikum" in der Hansestadt wird nun voraussichtlich erst im Frühjahr 2012 für Besucher öffnen, anderthalb Jahre später als ursprünglich geplant. Grund für die Verzögerungen seien Probleme mit der Statik, so der Geschäftsführer der Betreiber-Gesellschaft, Henrik Fanger.

Trotz dieser Probleme können sich die Schweriner nicht über einen längeren Verbleib der seit Jahrzehnten sehr beliebten Schau im Marstall freuen. Am geplanten Auszugstermin ändere sich nichts, so "Phantechnikum"-Projektleiterin Dr. Kathrin Möller. Der Betrieb in der Landeshauptstadt ende am 31. Dezember dieses Jahres. "Von Januar an werden wir den Marstall dann räumen, was voraussichtlich ein halbes Jahr in Anspruch nehmen wird", so Möller.

Die Fundamente der Anfang der 1930er-Jahre erbauten Häuser auf einem ehemals von der Sowjetarmee genutzten Kasernenkomplex in Wismar seien nach Berechnungen von Experten nicht in der Lage, die künftige Last zu tragen, teilt die "Phantechnikum"-Betreiber-Gesellschaft mit. Außerdem habe der strenge Winter den Bauherren zu schaffen gemacht. Wegen der Probleme mit den Fundamenten wird das Ausstellungszentrum auch um rund 600 000 Euro teurer. Ursprünglich waren 7,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Hansestadt Wismar hofft, das Kostenplus über Städtebaufördermittel und den Verkauf von Häusern in der Altstadt aufzubringen, die im Besitz der Kommune sind. An der Betreiber-Gesellschaft ist die Stadt mit fünfzig Prozent beteiligt.

Das TLM sollte zunächst Ende 2010, dann im November 2011 im neuen Domizil eröffnen. Auf rund 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche soll die Technik-Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns erklärt werden.

Das TLM ging aus dem Polytechnischen Museum hervor, das von 1961 bis 1994 zu den beliebtesten Anziehungspunkten in Schwerin gehörte. Die Ausstellung in der Orangerie des Schlosses galt als einzige museale Einrichtung für Technik und Produktion in der DDR. Gesammelt und gezeigt wurden Modelle von Schiffsmaschinen, Mähdreschern, Motoren und Wassermühlen.

Mit dem Auszug aus dem Schloss nach 1990 endete die Trägerschaft des Landes. Diese wurde von dem 1996 gegründeten Verein Technisches Landesmuseum MV übernommen. Aus Enttäuschung darüber, dass die Stadt Schwerin dem Museum keine angemessene Immobilie zur Verfügung gestellt hatte - im Marstall kann lediglich ein Viertel der Exponate präsentiert werden -, beschloss das TLM im August 2002, auf eine Offerte von Wismars Bürgermeisterin Rosemarie Wilcken einzugehen: In der Hansestadt seien ausreichend Fördergelder und Räumlichkeiten für das TLM vorhanden, lockte Wilcken. Die Geschäftsstelle des Museums wurde daraufhin nach Wismar verlagert, dort eine kleine Schau eröffnet und das "Phantechnikum" geplant. Sie bereue diese Entscheidungen nicht, betont Projektleiterin Dr. Möller. "Wenn auch mit Verzug, in Wismar wird etwas Großartiges entstehen."

Was vom TLM in Schwerin übrig bleiben wird, ist offen. Überlegungen, größere Teile der Schau in der Landeshauptstadt zu belassen, sind längst vom Tisch. Die Bereitschaft, hier ein auch als Werbung für den Standort Wismar gedachtes "Schaufenster" mit einigen Exponaten einzurichten, bestehe aber nach wie vor, heißt es von den "Phantechnikum"-Planern. Konkrete Gespräche dazu stünden aus.

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