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Lokales

17. Dezember 2017 | 01:29 Uhr

Stockente brütet in luftiger Höhe

vom

svz.de von
erstellt am 03.Mai.2010 | 06:30 Uhr

Güstrow | Seit Ostern teilt sich die Güstrowerin Anke Ehlers mit einer brütenden Stockente ihren Balkon. Das Besondere daran: Der Balkon ist zwölf Meter hoch und somit brütet die Ente in luftiger Höhe. Waren es anfangs fünf Eier, so sitzt die Ente jetzt auf zwölf Eiern. Sie hat es sich in einem Balkonkasten bequem gemacht. Anke Ehlers: "Sie sitzt auf Oregano und hat das ganze Bohnenkraut vor ihrem Schnabel weggefressen. Aber das macht überhaupt nichts." Die Güstrowerin freut sich über die Mitbewohnerin. "Hat ja wohl nicht jeder", sagt sie.

Das bestätigt Klaus Tuscher, Geschäftsführer des Güstrower Natur- und Umweltparks (Nup). "Das ist schon kurios, aber möglich." Der Nup-Chef vermutet, dass die Ente sich den Ort ausgesucht hat, weil es ein "ruhiges und sympathisches Plätzchen" ist.

Stimmt. Auch wenn die Bleicherstraße mit die befahrenste Straße ist, was von vielen als sehr belastend empfunden wird, ist es nach hinten in Richtung Stadtgraben in der Tat beschaulicher.

Das beweist der Besuch von SVZ. Denn inzwischen leben Anke Ehlers und ihr gefiederter Gast in trauter Zweisamkeit. Während Anke Ehlers z.B. einen halben Meter neben ihr in einem Stuhl sitzt und liest, brütet die Ente fleißig vor sich hin und lässt sich überhaupt nicht stören. "Natürlich bin ich auch vorsichtig, denn man weiß ja, dass man Tiere beim Brüten nicht stören und das Nest nicht anfassen soll", sagt die Güstrowerin. Während ihre Blicke von ihrem Balkon zum Armesünderturm und zur Pfarrkirche schweifen, streckt die Ente ohne Angst ihren Kopf vor. Als sie aber fotografiert werden soll, zieht sie den Hals ein und senkt das Köpfchen. Wir sind für sie Fremde.

Während das Bild der brütenden Ente sehr friedlich aussieht, macht sich Anke Ehlers Gedanken. "Ich habe ein bisschen Angst vor dem Schlüpfen, denn die Entlein müssen ja alle den ,Flug vom Balkon überstehen und zum Stadtgraben watscheln. Kann das gut gehen?", fragt sie.

Eine Antwort gibt Klaus Tuscher: "Ich empfehle, die Ente weiter in Ruhe brüten zu lassen. Geschätzt nach vier bis sechs Wochen schlüpfen die Küken. Fliegen können sie erst nach ein paar Tagen. Ich glaube nicht, dass die Mutter sie vom Balkon stupst. Ich vermute, dass sie auf dem Balkon landen. Dann würde ich sie etwas füttern und nach fünf oder sechs Tagen in einem Karton zum Stadtgraben bringen." Tuscher bietet aber auch an, die geschlüpften Küken gleich in den Nup zu transportieren. "Wenn Frau Ehlers das möchte, soll sie anrufen und wir holen die Entenfamilie ab."

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