Sanierung des Schweriner Gotteshauses : Sterntaler für Schlosskirche

Bis Pfingsten 2013 wird die Schlosskirche in Schwerin saniert. Über die Feiertage ist sie zum letzten Mal geöffnet. zvs
Bis Pfingsten 2013 wird die Schlosskirche in Schwerin saniert. Über die Feiertage ist sie zum letzten Mal geöffnet. zvs

Die Schlosskirche, eines der ältesten Gebäudeteile der einstigen Schweriner Fürstenresidenz, des heutigen Landtages, ist an den Feiertagen letztmalig zugänglich, bevor sie für mehrere Jahre geschlossen wird.

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25. Dezember 2010, 06:15 Uhr

Schwerin | Die Schlosskirche, eines der ältesten Gebäudeteile der einstigen Schweriner Fürstenresidenz, des heutigen Landtages, ist an den bevorstehenden Feiertagen letztmalig zugänglich, bevor sie für mehrere Jahre geschlossen wird. Das vor 447 Jahren eingeweihte Gotteshaus muss umfassend instand gesetzt werden. Mit der geplanten Fertigstellung zu Pfingsten 2013 wäre zugleich die letzte Etappe der Grundsanierung des Schlosses vollendet.

Der Reparatur des Sakralbaus kommt auch aus denkmalpflegerischer und historischer Sicht besondere Bedeutung zu: Die Schweriner Schlosskirche ist der älteste protestantische Kirchenneubau Mecklenburgs. Er wurde 1560 bis 63 auf Initiative von Herzog Johann Albrecht I. errichtet, der sich früh der Reformationsbewegung angeschlossen hatte. Der jahrhundertealte Sakralbau, der architektonisch und künstlerisch als Kleinod gilt, verfügt über eine exzellente Ausstattung: Die vom Torgauer Bildhauer Georg Schröter gefertigte Kanzlei, die Portalrahmung aus der Werkstatt des Dresdner Bildhauers Hans Walther und das Alabasterrelief des holländischen Künstlers Paladanus sind herausragende Beispiele der Kunst der Renaissance. Sie werden im Zuge der Gebäudesanierung auch gleich restauriert bzw. gereinigt. Ebenso die etwas jüngeren Schmuckelemente wie der neugotische Chor mit seinen prächtigen Bleiglasfenstern und die Wandmalereien.

Einen Vorgeschmack auf die künftige Pracht gibt die bereits sanierte Gewölbedecke mit goldener Sternendekoration auf blauem Grund. Mit deren 8758 Sternen verbindet sich eine besondere Aktion. Der Verein der Freunde des Schweriner Schlosses, die Kirchgemeinde und der Landtages von Mecklenburg-Vorpommern hatte dazu aufgerufen. Für eine Spende für die Sanierung der Kirche können Interessierte die Patenschaft für einen oder mehrere Sterne übernehmen. "Bisher sind 4284 symbolisch verkauft und damit rund 260 000 Euro Spendengelder eingenommen worden", berichtet Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider, die Schirmherrin der Initiative.

Alle Paten erhalten neben einer Spendenquittung ein exklusives Sternenzertifikat und ihre Namen werden - die Zustimmung der Geldgeber vorausgesetzt - im Internet veröffentlicht. Bei Beträgen von mehr als 500 Euro werden die Spender auf einer Sponsorentafel im Vorraum der Schlosskirche veröffentlicht. Dort ist auch auf einem Plan des Gewölbehimmels auch die genaue Lage der einzelnen Sterne samt ihrer Sponsoren vermerkt.

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