Sternbergs Sergeant wartet auf Gäste

'Das ist nicht kalt', findet Harry Tarassow. Etwa elf Grad Celsius habe das Wasser am Sternberger See derzeit. Der Rettungsschwimmer wird ab 1. Juni täglich von 12 bis 18 Uhr vor Ort sein.Frank Pubantz
"Das ist nicht kalt", findet Harry Tarassow. Etwa elf Grad Celsius habe das Wasser am Sternberger See derzeit. Der Rettungsschwimmer wird ab 1. Juni täglich von 12 bis 18 Uhr vor Ort sein.Frank Pubantz

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19. Mai 2010, 01:57 Uhr

Sternberg | Endspurt im Sternberger Strandbad. Mitarbeiter der Stadt bringen derzeit die Anlage in Schuss, montieren Leitern, reparieren. Der Start der Badesaison verzögert sich wegen der anhaltenden Kälte jedoch. "Wir haben jetzt den 1. Juni festgelegt", sagte gestern Olaf Steinberg, Sternbergs Hauptamtsleiter. "Wenn das Wetter so kalt bleibt, wäre auch der 15. Juni möglich." Doch er sei optimistisch, dass die Wärme bald kommen werde. Normalerweise startet die Badesaison Mitte Mai.

Bis der Strand sich füllt, werde wohl noch einige Zeit vergehen, glaubt auch Rettungsschwimmer Harry Tarassow. 19, 20 Grad - das sei die Wasser-Wohlfühltemperatur für die meisten Gäste. Derzeit seien es nur elf Grad.

Seit gut 15 Jahren hat Tarassow ein Auge auf die Schwimmenden im Strandbad. "Beim Nachwuchs der Rettungsschwimmer in Mecklenburg-Vorpommern gibt es leider Probleme", sagt er. daher will er im Sommer wieder Kurse anbieten. "Mit Training ist alles zu schaffen", ist der 61-Jährige überzeugt. Kinder ab sechs können in den Ferien bei ihm das Schwimmen lernen. Es sei leider zu beobachten, dass immer weniger Jungen und Mädchen überhaupt über Wasser bleiben können. "Die Anzahl schwimmfähiger Kinder war vor 20 Jahren deutlich höher als jetzt."

"Bis zu 300 Gäste" habe es vor Jahren am Sternberger Strand täglich gegeben. Einheimische und Touristen. Die Zahl nehme leider weiter ab. Harry Tarassow wünscht sich mehr "Attraktionen" in der Stadt, Angebote auch für junge Menschen. Er zückt seine Trillerpfeife und bläst hinein: Ein heller Ton schießt über den See. "Eine US-Sergeant-Pfeife", sagt Tarassow und lacht. Er müsse sich Autorität verschaffen; leider hörten nicht alle, wenn er mahnend durch das Strandbad rufe. "Die Disziplin nimmt immer weiter ab, wie überall in der Gesellschaft", hat er festgestellt. Daher appelliert der Rettungsschwimmer schon vor der Saison: Kitas, Schulen und Eltern sollten Kindern zuerst die Baderegeln beibringen, bevor sie überhaupt an den Strand kommen. Eine Badeordnung für das Strandbad hängt am Eingang aus. Noch ein Hinweis: "Jeder, der eine Gruppe zum Schwimmen bringt, muss einen Rettungsschwimmer dabei haben", sagt der 61-Jährige. Er oder seine Vertretung müsse sich um alle Gäste im Strandbad kümmern, das Wasser bis zur Boje in 50 Meter Entfernung vom Mittelsteg im Blick haben. "Das ist der Bereich, in dem der diensthabende Rettungsschwimmer die Sicherheit garantiert. " Unglücke habe es in der Vergangenheit zum Glück nicht gegeben. Tarassow erinnert sich an eine ältere Frau, die bis zur Mitte des Sees schwimmen wollte, weil sie es eben immer tat, aber die Kraft verlor. Eine Rettungsschwimmerin musste helfen. Dafür habe es 2006 die Lebensrettermedaille gegeben.

Beliebt vor allem bei älteren Gästen seien auch Angebote fürs Wassertreten am See. Dazu wollte die Stadt eigentlich eine neue Treppe bauen lassen. "Das ist noch nicht geschehen", sagt Olaf Steinberg. Kein Geld.

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