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Warin Zeitreise für den Artenschutz

Von Redaktion svz.de | 06.02.2019, 07:46 Uhr

Biologe spricht in Warin über Entstehung und Schutz unserer Kulturlandschaft

Von der Jungsteinzeit über die Gegenwart bis in die Zukunft – so weit reicht die Zeitspanne, die Dr. Robert Sommer betrachtet und dabei den Artenschutz im Blick hat. Der Biologe forscht und lehrt an der Universität Rostock im Bereich Biodiversität, Natur- und Artenschutz. Nun holt der Naturpark Sternberger Seeland den Fachmann in seiner öffentlichen Vortragsreihe nach Warin. Am Donnerstag, 21. Februar, heißt es um 19 Uhr im Naturparkzentrum „Perspektiven des faunistischen Artenschutzes in der Agrarlandschaft mit einer Rückschau in die Jungsteinzeit – Entstehung, Schutz und Erhaltung unserer Kulturlandschaft“.

Zum Beginn des Vortrags wird eine Reise in die nacheiszeitliche Urlandschaft und ihrer Fauna mit Arten wie Auerochse, Wildpferd oder Elch unternommen und gezeigt, wie sich die ersten Ackerbauern und Viehzüchter ausbreiteten und wie sich die Landschaft dadurch verändert hat.

Ein zweiter Teil zeigt die historische Entwicklung der Veränderungen, sowie die Ursachen der heutigen Gefährdung von biologischer Vielfalt in der Agrarlandschaft. Denn in den 1950er-Jahren begann eine zunehmende Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung, die die Vielfalt und den Artenreichtum der offenen Kulturlandschaft negativ beeinträchtigen. Mit Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis werden Beispiele und Anregungen gegeben, wie diese Entwicklung in der Zukunft positiv gestaltet werden kann.

Zudem erfolgt diese Reise mit dem Pferd: Es dient als Beispieltier für die Entwicklung. In der Jungsteinzeit lichtete der Mensch die Waldlandschaft Nordeuropas und erzeugte dadurch geeignete Habitate für Wildpferde. In der Bronzezeit wurden die Wildpferde durch Hauspferde abgelöst, welche die Menschen nun als Nutztiere hielten. Hauspferde leisten als Weidetiere auch heute noch einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft, besonders im Rahmen des Naturschutzansatzes „Wilde Weiden“.

Der Eintritt zu dem Vortrag ist frei, der Förderverein des Naturparks bietet Getränke zum Selbstkostenpreis an.