Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Sternberg Zeit der Lämmer an der Warnow

Von MBEI | 07.04.2018, 16:00 Uhr

Schöne, aber stressige Phase beginnt: Tausende Mutterschafe auf den Weiden um Groß Görnow erwarten ihren Nachwuchs

Wollige Lämmer drängen sich an ihre Mütter auf den Weiden an der Warnow bei Görnow. Spaziergänger haben ihre Freude. Die Jungtiere, die im Februar geboren waren, wachsen heran. Rund 700 Lämmer sind es von 500 Mutterschafen. Aber die Hauptlammzeit steht erst bevor. Ab 10. April erwarten rund 3000 Mutterschafe der Landwirtschaftsgesellschaft Groß Raden ihren Nachwuchs. Betriebsleiter Dietmar Schulz hat die Phase vor der Lammzeit eingeführt, damit in der Hauptzeit weniger Jungtiere geboren werden.

Bernd Kruse, seit drei Jahrzehnten Schäfer, hat viel Erfahrung. Er nimmt die bevorstehende Arbeitsspitze mit Humor und kann dennoch nicht verhehlen, dass es eine stressige Zeit ist. In der Lammzeit, wo das Team am Schafstall in Görnow verstärkt ist, wird in zwei Zwölf-Stunden-Schichten gearbeitet - die eine über Nacht, die andere am Tag. Nächste Woche kommen für einen Monat drei weitere Helfer aus England, Schottland und Holland.

Erik Neumann wird mit Hunden auf der Weide sein, von Sonnenauf- bis -untergang die Tiere betreuen. Bei schweren Geburten ist menschliche Hilfe nötig. Im Freien bleiben alle Schafmütter, die ein einzelnes Lamm erwarten. Durch Ultraschalluntersuchungen ist das bekannt. Die Schafe mit Mehrlingsgeburten werden in den Stall geholt. Denn für sie sind die Raben eine Gefahr, sagt Dietmar Schulz. Während der Zweitgeburt, wo sich die Mütter nicht um ihr erstes Lamm kümmern können, stürzen sich die Vögel auf die Neugeborenen und verletzen sie. Deshalb bleiben die Mutterschafe und Lämmer die ersten Tage am Stall.

Für Monika Richter, hauptsächlich für Büroarbeit zuständig, ist es die vierte Lammzeit. Sie hat die Aufgabe übernommen, die Lämmer, die von ihren Müttern nicht versorgt werden können bzw. nicht angenommen werden, zu füttern: erst mit der Flasche, dann aus dem Eimer und mit einer automatischen Milchmaschine.

In den nächsten Monaten wachsen wieder Tausende Lämmer auf den Wiesen an der Warnow heran. Der größte Teil wird später verkauft und geschlachtet. Ein Teil bleibt in Groß Raden als Ersatz für die Schafe, die nicht mehr für die Zucht tauglich sind und im Herbst ebenfalls zum Schlachter gehen. Der Bestand soll bei 3500 Muttertieren gehalten werden, sagt Dietmar Schulz.

Die Wiesen und Weiden an der Warnow und in bergiger Landschaft lassen sich schwer bewirtschaften, so Schulz. Sie eignen sich für die Beweidung. Allerdings gibt es aufgrund der starken Niederschläge im Vorjahr auch Wiesen an der Mildenitz , die sich bis heute nicht nutzen lassen.