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Penzin Wir wohnen gern in Penzin!

Von Roswitha Spöhr | 23.03.2012, 05:10 Uhr

Maxima-Sofie liebt Pferde.

Zwei kleine aus Plüsch trägt die Dreijährige auf dem Arm. Mit dem Schaukelpferd klappt das aber nicht. Damit es mit aufs Bild kommt, muss Papa helfen. "Du hättest am liebsten ein eigenes Pferd", weiß er. Als Antwort kommt eifriges Nicken. "Schön wäre es aber, wenn Maxima-Sofie in der Nähe reiten könnte. Aber wir haben noch nichts gefunden", bedauert ihre Mutti.

Familie Blum, noch zu dritt mit Maxima-Sofie und den Eltern Sandra und Michael, erwartet im August Familienzuwachs. Ihr Lebensmittelpunkt ist in Penzin, im Elternhaus des Ehemannes. "Es war immer unser Wunsch zu bauen", sagt die 35-Jährige. Sie hat ihre Wurzeln in Brüel, also quasi gleich um die Ecke. Dort sind immer noch die Eltern, die Freunde und Bekannten. Zufrieden ist Sandra Blum auch mit ihrer Arbeit. Seit 1998 arbeitet sie in der Ergotherapie im Wariner Pflegeheim. "Mir gefällt die Arbeit gut. Man hat sich hier doch etwas aufgebaut", sagt sie. Ehemann Michael (39) arbeitet als Berufskraftfahrer. Dass er immer wieder ausliegen muss, hat den Traum von den eigenen vier Wänden nicht platzen lassen.

"Es dauert eben alles ein bisschen länger", schmunzelt die 35-Jährige. Den bei einigen Gewerken haben die beiden auch kräftig mit zugepackt wie beim Trockenbau oder beim Fliesen. Nichts erinnert mehr daran, dass Maxima-Sofies Zimmer früher der alte Treppenaufgang und die Wohnstube ein Teil des Kinderzimmers von Michael Blum gewesen ist.

Eigentlich wollten sie auf dem Grundstück seiner Eltern ein eigenes Haus errichten. Der Platz dafür hätte gereicht. "Es fasziniert mich immer noch, was es in Deutschland für Baubestimmungen gibt", sagt sie und kann die Enttäuschung über manche Vorschrift nicht ganz verhehlen. Die junge Familie entschied sich für den vermeintlich leichteren Weg. "Wir nutzen das Bestehende". Heute wissen sie, dass in dem Um- und Ausbau wohl genauso viel wenn nicht noch mehr Kraft und Geld stecken als wenn neu gebaut worden wäre. Denn auch das Althaus wurde komplett saniert: das neue Dach strahlt in Rot, eine Gas-Holz-Kombination sorgt überall für wohlige Wärme und eine moderne Kläranlage reinigt das Abwasser.

Trotz aller Erfahrungen, die das Ehepaar bislang in Sachen Bauerei machen musste, sagt Sandra Blum: "Ich würde es wieder machen, mit dem Wissen von jetzt was Behörden und Banken betrifft, aber anders".

In Penzin ist die Familie längst angekommen. "Generell wollten wir nie weg. Klar, es gibt hier keinen Arzt, keine Kita und keine Schule. Aber Penzin ist ein ruhiges, schönes Dorf. Das ist auch für Maxima-Sofie gut. Wir können einfach raus gehen", schwärmt sie.

SVZ-Leser: Unnötige Vorschriften für Hausbauer:
Sternberg Drei Zimmer-Wohnung im Umland, möbeliertes Zimmer in der Stadt oder ein Haus auf dem Lande - die Wohnmöglichkeiten in unserer Region zwischen Witzin und Ventschow sind vielfältig.
Mit dem Thema Wohnen beschäftigt sich auch die große Lebenswert-Studie unserer Zeitung. Wir haben Sie im fünften Teil der Serie gefragt, wie Sie das Mietangebot sowie die Bedingungen für Hausbauer einschätzen. Hier ein paar Meinungen aus der Region Sternberg-Brüel-Warin: Nico Rathaus aus Sternberg beurteilt das Mietangebot in seiner Heimatstadt als gut.


Bezüglich des Hausbaus bemängelt Baldur Beyer aus Witzin, dass die Bauvorschriften zur Verbesserung der eigenen Wohnqualität, unter anderem im Außenbereich, nicht mehr zeitgemäß seien. Im Gegensatz würden Großanlagen wie Hühnerfarmen ohne Bedenken genehmigt. Für den Witziner widerspreche das der Lebensqualität in unserer Region.


Gerhard Radloff aus Pastin kritisiert, dass es zu viele unnötige Vorschriften für Hausbauer gebe.
Für Barbara Reimer aus Neuhof fehlt es in ihrer Gemeinde Bibow an öffentlichen Verkehrsmitteln und Lebensmittelläden. Ohne diese gebe es für viele keinen Anreiz, nach Neuhof zu ziehen, so die Neuhofer Rentnerin.