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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin Treffen geben Halt und neuen Mut

Von mett | 17.01.2019, 08:24 Uhr

Vom Singemorgen mit dem Kantor bis zur Informationsveranstaltung: Parkinson-Gruppe für Parchim und Umgebung hat sich viel vorgenommen

„Singen ist die beste Logopädie.“ Diese Erfahrung haben die Mitglieder der Regionalgruppe Parchim und Umgebung in der Deutschen Parkinson Vereinigung schon oft gemacht. Um so größer ist die Freude, dass sie auch 2019 Kantor Fritz Abs für eine ihrer Veranstaltungen gewinnen konnten. Am 9. Mai bittet der Kirchenmusiker aus Parchim von der Krankheit Morbus Parkinson Betroffene sowie ihren Angehörigen, mit einzustimmen. Für diesen Singemorgen hat sich die Gruppe in der Slater Caféstube angekündigt.

In dem Wohnzimmercafé von Karina Röhr starteten die Mitglieder vor wenigen Tagen mit einem Rück- und Ausblick sowie einem heiteren Gedächtnistraining und Rätselraten ins neue Veranstaltungsjahr. Neben dem regelmäßig zur Wochenmitte stattfindenden Rehabilitationssport unter fachlicher Anleitung bilden die monatlichen Treffen eine der wichtigsten Säulen der Selbsthilfearbeit. Seit zwölf Jahren bietet die Gruppe einen öffentlichen und dennoch geschützten Raum, in dem sich Parkinson-Patienten mit Gleichgesinnten treffen, sich gegenseitig unterstützen, motivieren, informieren und ebenso in geselliger Runde unbeschwerte Stunden verbringen können.

Noch ganz frisch in Erinnerung sind zum Beispiel der Besuch des Schweriner Landtages, die Besichtigung der Brauerei in Lübz oder der vorweihnachtliche Nachmittag bei Familie Weidenhöfer in Woeten. Im November wird Gisela Weidenhöfer wieder zur Gastgeberin: Die Mitglieder der Gruppe möchten das Adventsbasteln zugleich als ergotherapeutisches Training nutzen und dürfen dafür wieder ihren großen Dielentisch nutzen.

Dem Bedarf nach Information über die Krankheit Morbus Parkinson trägt die Selbsthilfegruppe mit zwei Angeboten am 14. Februar sowie 30. Oktober Rechnung. Jeweils um 15 Uhr wird die Landesbeauftragte in der Deutschen Parkinson Vereinigung, Karin Glause, zu Gast in Parchim sein und Zeit mitbringen, um auf Fragen einzugehen. Beide Veranstaltungen sind über die Selbsthilfegruppe hinaus für alle Interessierten offen, unterstreicht die Vorsitzende der Regionalgruppe Viola Vorbeck.

Ein fest gesetzter Termin im Veranstaltungskalender für 2019 ist der Zentrale Parkinson Tag in Plau am See. Er findet am 18. Mai statt. Viola Vorbeck sieht die Teilnahme an solchen Fachveranstaltungen stets als große Bereicherung: „Man fährt jedes Mal mit neuem Wissen und gestärkt nach Hause“, möchte sie andere Betroffene ermutigen, diese Möglichkeit in Anspruch zu nehmen.

Aktuell zählt die Selbsthilfegruppe 56 Patienten und Angehörige. Den Zusammenhalt beschreibt Viola Vorbeck als außerordentlich groß. Diesen Eindruck teilt ihre Stellvertreterin Marianne Förste. Einer, der sich ganz besonders verdient gemacht um die Gemeinschaft, war Christian Weise. Er brachte die Gruppe im September 2006 mit auf den Weg und leitete sie bis zum März 2017 mit außerordentlichem Einfühlungsvermögen. Im vergangenen Jahr mussten sich seine Mitstreiter für immer von ihm verabschieden. Dass die Arbeit in seinem Sinne weiter geführt wird, hätte ihn sehr gefreut.