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Sternberg Sternberg stellt sich der Leser-Kritik

Von Stefanie Milius | 29.03.2012, 09:41 Uhr

In der großen Lebenswert-Studie unserer Zeitung haben wir die Leser gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Heimatort sind.

Die Ergebnisse waren in den letzten Tagen in der SVZ zu lesen. Jochen Quandt, Bürgermeister von Sternberg hat die Resultate interessiert zur Kenntnis genommen und bezieht in einem Interview Stellung. SVZ: Unsere Leser bescheinigen Sternberg ein gutes Zeugnis bezüglich der Kinderbetreuung und des schulischen Angebots. Wie sehen Sie die Entwicklung?Quandt: Beide Kindertagesstätten sind umfassend saniert und bieten ein breites Betreuungsangebot an. Gemeinsam mit dem alten Landkreis Parchim ist es uns außerdem gelungen, die Kooperative Gesamtschule in Sternberg zu bilden. Dadurch ist in Sternberg und der Region die schulische Ausbildung von der Grundschule bis zum Abitur möglich. Der Landkreis betreut weiterhin die Förderschule in Sternberg.

Die Wohnsituation beurteilen die Sternberger momentan als gut. Wie will die Stadt auf zukünftige Wohnformen eingehen?

Alle Wohnungsanbieter, ob nun STEWO, Genossenschaft, privat oder die Sternberg Immobilien GmbH & Co. KG, bemühen sich sehr, die aktuelle Nachfrage nach neuen Wohnformen gerecht zu werden. Die Sternberg Immobilien GmbH & Co.KG spricht bereits im Vorfeld von Sanierungsmaßnahmen mit künftigen Mietern, um die Gestaltung und Ausstattung der Wohnung zu besprechen.

Sternberg ist wie viele andere Städte vom Ärzte-Mangel betroffen. Die Bürger vermissen insbesondere die fachärztliche Versorgung. Welche Bemühungen unternimmt die Stadt, um Ärzte in die Region zu holen?

Aus meiner Sicht sind die zahnärztliche und die hausärztliche Versorgung in Sternberg gut abgesichert. Sicherlich wäre eine gleichwertige fachärztliche Versorgung wünschenswert, aber diese Entscheidung trifft die Kassenärztliche Vereinigung einerseits und die Fachärzte selber. Erfreulich ist, dass auf Initiative von Ärzten vor Ort einige fachärztliche Angebote bestehen. In Sternberg gibt es einen Chirurgen und Neurologen.

Wie schätzen sie die Zahl der Einkaufsmöglichkeiten ein?

Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs ist ausreichend. Was die anderen Handelssortimente betrifft, wäre ein breiteres Angebot wünschenswert. Ein breiteres Angebot wird aber nur möglich sein, wenn es auch angenommen wird. Ein Schaufensterbummel ist wirtschaftlich nicht ausreichend.

In unserer Studie beurteilen die SVZ-Leser die Jobsituation vor Ort als unbefriedigend. Bemängelt wird die hohe Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen. Wie will Sternberg die schlechte Situation am Arbeitsmarkt bekämpfen?

Als Stadt sind wir stets bereit, infrastrukturelle Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von neuen Arbeitsplätzen zu schaffen, siehe das ehemalige Holzbaugelände und das Gewerbegebiet Rachower Moor. Wichtig ist aber auch, dass Unternehmen, die bereits ansässig sind, bei ihrer Entwicklung unterstützt werden. Sei es bei Erweiterungsinvestitionen, bei der Bereitstellung eines neuen Standortes, die Inanspruchnahme ihrer Leistungen und mehr. Das gilt für die breite Palette des Arbeitsmarktes, von Handel, Handwerk, Dienstleistung, Industrie bis Landwirtschaft.

Die Jugendarbeitslosigkeit kann nur mit entsprechenden Arbeits- und Ausbildungsplätzen bekämpft werden. Darum muss alles dafür getan werden, dass vorhandene Arbeitsplätze gesichert werden und Neuansiedlungen bzw. Erweiterungen die breite Unterstützung seitens der Behörden und der Bevölkerung bekommen.

Im Bereich Verkehr kritisieren die Befragten, dass die Busverbindungen nur sehr eingeschränkt nutzbar sind. Gibt es Pläne, daran etwas zu ändern?

Veränderungen hier herbei zu führen, liegen nicht unmittelbar in unserem Verantwortungsbereich. Aber gegenwärtig führen wir Gespräche, um weitere Einschnitte für unsere Region zu verhindern.

SVZ-Leser loben die Angebote für Senioren in Sternberg. Sollen diese noch erweitert werden?

Durch die Arbeit des DRK-Seniorenbüros, Seniorenbeirat, Heimatverein, dfb und andere gibt es ein breites Freizeitangebot für Senioren. Wir unterstützen alle Vereine.
Die Freizeitangebote beurteilen die Teilnehmer unserer Studie durchschnittlich mit „gut“. Beklagt werden die fehlenden Möglichkeiten für Jugendliche. Wie will Sternberg diesen Bereich fördern?


Freizeitangebote für Jugendliche werden insbesondere durch Vereine angeboten. Damit die Vereine diese Angebote machen können, erhalten sie finanzielle und materielle Unterstützung von uns.
SVZ-Leser kritisieren, dass sie für kulturelle Veranstaltungen meist nach Schwerin oder Wismar fahren müssen. Wie soll das kulturelle Leben in Sternberg verbessert werden?

Ob mal wieder Theaterveranstaltungen im Seehotel angeboten werden, hängt sicherlich von der Nachfrage ab und der Bereitschaft, den wirtschaftlich erforderlichen Eintritt zu bezahlen. Ähnlich ist es mit einem Kino. Kinovorstellungen im Seehotel wurden mangels Nachfrage wieder eingestellt.