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Brüel Rundes Jubiläum und vier Sterne

Von Rdiger Rump | 17.11.2015, 21:36 Uhr

Der Mecklenburger Hof in Brüel feiert 25-jähriges Bestehen seit der Wiedereröffnung und verteidigt zum siebenten Mal seine Hotel-Klassifizierung.

Auf der Einladung stand ein chinesisches Sprichwort, das Gabriele Schumacher-Poschmann immer wieder gern gebraucht: Ein Geschäft eröffnen, ist leicht; schwer ist es, es geöffnet zu halten. Letzteres hat sie mit dem Hotel und Restaurant Mecklenburger Hof in Brüel nun volle 25 Jahre geschafft.

Das runde Jubiläum war schon am 1. Juni, belegt die Gewerbegenehmigung durch den Rat der Stadt Brüel, noch mit Hammer, Zirkel, Ährenkranz im Dienstsiegel. Doch Schumacher-Poschmann verband nun die Feier des runden Jubiläums mit der inzwischen siebenten Verteidigung der vier Sterne für das Hotel. Plakette und Urkunde wurden am Montagabend vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) überbracht. „Das gibt es nicht so oft“, sagte Axel Wojaczyk, Dehoga-Büroleiter für Nordwestmecklenburg, anerkennend.


Nach Schließung des alten Hauses neu gebaut

Obwohl es rund um Brüel sieben Seen gebe, habe sie nicht dicht am Wasser gebaut, wandte sich die Hotelfrau völlig gerührt an ihre Gäste – Gratulanten aus Stadt und Umgebung, Ganz konnte sie ihre Tränen aber nicht zurückhalten, um dann ihrem „wundervollen Team“ höchstes Lob zu zollen. In dieser Zusammensetzung bestehe es mehrere Jahre, und auf alle sei stets Verlass. „Das Haus ist mein Zuhause, die Mitarbeiter sind meine Familie.“ In den 25 Jahren oder 9299 Tagen seit der Eröffnung habe es allerdings auch mindestens 3000 schlaflose Nächte gegeben, räumte die Unternehmerin ein. Wenn die Bank wegen einer fälligen Kredittilgung anrief oder eine Gruppe, die sich angemeldet hatte, nicht kam. Gerade in diesen Situationen habe ihr der starke Halt von Ehemann, Eltern, Kind oder Schwiegereltern geholfen. Dann in den Arm genommen zu werden, habe richtig gut getan.

Den Mecklenburger Hof hat Schumacher-Poschmann von ihrem leiblichen Onkel Fritz übernommen, der Gaststätte und Hotel seit 1961 betrieben hatte. Fünf Jahre später musste sie schließen, weil die Bausubstanz des Fachwerkgebäudes mit großem Saal, eines der ältesten Häuser der Stadt, zu stark angegriffen war. Zwei Jahre brauchte es, um ein Bankdarlehen zu bekommen, erzählt die Hotelchefin. „Im Herbst 1997 haben wir dann angefangen, das Haus abzureißen, und das neue Hotel im Mai 1998 eröffnet.“ Das hat neun Doppel- und zwei Einzelzimmer sowie ein Apartment. „Eine richtige Saison“ gebe es nicht; übers Wochenende seien überwiegend Familienfeiern mit Übernachtungen im Haus, in der Woche Geschäftsreisende aus ganz Deutschland und besonders Polen und Russland, in diesem Jahr auch Urlauber aus Österreich.

Aus Sicht von Schumacher-Poschmann ein kleiner Wermutstropfen bei der Feier am Montag: „Ich hätte mich gefreut, wenn auch der Bürgermeister gekommen wäre.“