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Wamckow Oper, Jazz und Tango

Von Ursula Prütz | 12.02.2019, 05:00 Uhr

Lang anhaltender Applaus für das Leipziger Bläserquintett „embrassment“ in Wamckow

Die kleine Wamckower Dorfkirche war beim Konzert am Sonntag wieder einmal rappelvoll. Das Leipziger Blechbläserquintett „embrassment“ war zu Gast, und der Blick auf die Vorankündigung des Programms dürfte viele Musikliebhaber neugierig gemacht haben. Erstaunlich breit gefächert ist das Repertoire der Bläser. Sie spielen Werke aller Epochen, wobei sie in nahezu alle Genres der Musik eintauchen. Seit dem Jahr 2000 gibt es das Ensemble, gegründet von fünf Leipziger Musikstudenten. Die Besetzung wechselte zwischenzeitlich, gewachsen sind von Jahr zu Jahr Erfolg und Popularität. Jährlich sind sie zu etwa 50 Konzerten unterwegs, das 600. insgesamt kommt in Kürze, ließ Tubaspieler und Moderator des Ensembles Nikolai Kähler wissen.

Unter dem Titel „Bühnenfieber“ zeigten die jungen Musiker sich in ihrer ganzen Vielseitigkeit, von Oper, Musical, Jazz bis hin zu südamerikanischen Rhythmen.

Rossinis Ouvertüre zur Oper „Der Barbier von Sevilla“ im Blechbläsergewand war gleich zu Beginn ein überraschendes Hörerlebnis. Fünf exzellente Musiker, die mit erstaunlicher Virtuosität dieses Werk umsetzten, was spieltechnisch sicher eine Herausforderung für Bläser ist. Auch mit den Parts aus der „West-Side Story“ von Leonard Bernstein zeigten sie alle Facetten ihres Könnens. Ob innig und zart wie beim Liebeslied für „Maria“ oder dem rhythmischen „America“ – sie zaubern mit perfektem Zusammenspiel ein beeindruckend homogenes Klangbild.

Die lockere, unterhaltsame Moderation von Nikolai Kähler weckte immer wieder Spannung und Neugier. Hintergrundgeschichten zu den Tangos von Jose Carli wusste er zu erzählen, oder zu den „Leipziger Impressionen“, von Rolf von Nordenskjöld eigens für das Ensemble komponiert. Heitere Aufklärung gab er zum besonderen Arrangement von „Blue Bells of Scotland“. Im „basisdemokratischen Ensemble“, so Nikolai Kähler, teilten sich hier die Trompeter Lukas Stolz und Christian Scholz die virtuose Solopassage.

Die Spielfreude des Ensembles war nicht zu übersehen und zu überhören. Beim Schlussstück hatte sie wohl ihren Höhepunkt erreicht, „The Saints’ Hallelujah“ von Luther Henderson, Gospel und Hallelujah aus Händels „Messias“ in einem. Posaunist Lars Proxa kämpfte mit seinem Solo sichtbar und hörbar immer wieder das dazwischenfunkende „Hallelujah“ der Bläsergruppe nieder. Musik in Perfektion mit Showeffekt. Dafür gab es lang anhaltenden rhythmischen Applaus. Erst nach zwei Zugaben ging das Konzert zu Ende.Viele Besucher folgten wieder der traditionellen Einladung ins Gutshaus und nahmen die beschwingte Stimmung mit.