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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin M wie ausgesprochen mutig

Von Matthias Huthmacher | 04.12.2010, 01:57 Uhr

Bekanntlich führen alle Wege in die "ewige Stadt" nach Rom.

Der Weg zur anerkannten automobilen Noblesse allerdings führt über Deutschland, das Revier der Oberklasse-Stammhirsche - und genau dorthin strebt mit Infiniti eine Marke, die selbstbewusst Unendlichkeit im Namen trägt. Doch beim Luxus-Ableger von Nissan, der 1989 eigens für den amerikanischen Markt kreiert wurde und jetzt weltweit agiert, gibt man sich leidensfähig: "Als Global Player kann man sich schlecht vor dem schwierigsten Markt drücken", weiß Jürgen Schmitz, Regionaldirektor von Infiniti Europe.

Seit einem Jahr gibt es hierzulande die automobile Unendlichkeit, die bislang aber eher endlich blieb: Nur 280 Autos haben die Deutschen gekauft, meist das Edel-SUV FX. Der Kombi EX und die G-Reihe, bestehend aus Limousine, Coupé und Cabrio, wurden in homöopathischer Dosierung verabreicht. Andererseits gab es bislang auch nur drei Händler, nämlich in Hamburg, Berlin und Dresden. Jetzt folgen Düsseldorf und Frankfurt/Main, bis Ende 2012 sollen bundesweit zehn Standorte eingerichtet sein.

Das A und O für den Erfolg sind jedoch die angebotenen Modelle, und da schiebt Infiniti jetzt ein M nach. Die edle Reiselimousine muss gegen die E-Klasse von Mercedes, den 5er BMW und den Audi A6 antreten, ein schwieriges Unterfangen. Doch die erste Begegnung vor den Toren Roms zeigte, dass hier kein Gernegroß Töne spuckt. Das Design voller Wölbungen und Rundungen hebt sich durchaus wohltuend ab, und im fein verarbeiteten Innenraum verwöhnen Leder, Hölzchen oder Klavierlack und eine Armada an Bedieneinheiten.

Der Ausstattungsumfang fällt beachtlich aus und umfasst in der von uns gefahrenen Topversion Premium S vierstufiges Fahrprogramm, Navi, Soundsystem, Klimaautomatik, Abstandsregler und Spurhalteassistent mit aktivem Bremseingriff, Toter-Winkel-Warner, Bluetooth und Rückfahrkamera. Technisches Highlight ist die Hinterradlenkung, die ab 40 km/h dem fast fünf Meter langen 1,8-Tonner eine überraschende Agilität verleiht. Was fehlt, sind Dinge, die in den USA nicht so wichtig scheinen: Start-Stopp-Automatik und adaptive Federung, wobei Letzteres dank einer sauberen Abstimmung des Fahrwerks kaum vermisst werden dürfte. Den Antrieb der Hinterräder übernehmen die bekannten Infiniti-Motoren in Verbindung mit einer siebenstufigen Automatik, beide schaffen 250 km/h. Der Dreiliter-Turbodiesel leistet 238 PS, zieht mit einem Drehmoment von 550 Nm nach kurzer Atempause bullig durch und begnügt sich nach Norm mit 7,5 Litern, macht 199 g CO2/km. Noch besser gefiel uns allerdings der Benziner: Der 320 PS starke 3,7-Liter-V6 läuft ausgeprochen kultiviert, 10,2 Liter werden hier als Durstlöscher beziffert (235 g/km CO2). Noch vor dem Sommer soll eine Hybridversion nachgereicht werden, deren E-Motor dem V6 mit weiteren 68 Pferden auf die Sprünge hilft.

Die Preise für die M-Modelle beginnen bei 49 650 Euro und enden bei 63 450 Euro. Im Vergleich zur deutschen Konkurrenz spart der Kunde beim Topmodell rund 4500 Euro - ob dieser Abstand in solchen Preisregionen eine Rolle spielt, bleibt abzuwarten. Dennoch möchte Infinti 2011 rund 1000 Autos verkaufen, ein Viertel davon soll der M stellen. Und mit dem reist es sich ganz entspannt auch bis nach Rom.