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warin In kleinen Schritten durch 20 Jahre

Von rosp | 06.12.2013, 16:38 Uhr

Wariner Geschäft behauptet sich mit Verkauf und Service zwei Jahrzehnte auf hart umkämpftem Markt. Axel Holst denkt noch nicht ans Aufhören.

So eine Firma sei jedoch „kein Selbstläufer“. Und reich werde er damit
bestimmt nicht, auch wenn manche Kunden das anscheinend glaubten. Diese fragten als erstes nach der Höhe des Rabatts, bevor sie überhaupt sagen, was sie kaufen wollen. Doch die Handelsspanne sei geringer als landläufig angenommen, versichert Holst. Dabei gäbe es auch kaum Unterschiede zu den Großen der Branche, die den Markt dominieren und mit den scheinbar günstigsten Preisen werben würden. Doch unter dem Strich werde es im kleinen Laden um die Ecke mitunter auch nicht teurer. „Ich kann den Kunden nur empfehlen, sich vor dem Kauf zu informieren. Hier bekommen sie den kompletten Service. Wir bringen die Ware ins Haus, schließen Fernseher oder Waschmaschine fachgerecht an und nehmen das Altgerät mit, das ist bei uns im Preis enthalten. Klar, wer sich das Gekaufte ins Auto lädt und zu Hause alles selbst macht, bekommt auch hier den Abholpreis“, sagt Axel Holst und bedauert, dass es häufig nur noch um den Preis gehe und kaum darum, was von einem Gerät erwartet werde und was es könne. Genauso gebe es aber Kunden, die sich nach 15 Jahren wieder eine Waschmaschine von dem gleichen Fabrikat kaufen und dafür gern etwas mehr Geld ausgeben, weil die vorherige stets gute Dienste geleistet habe. „Andere holen sich in der gleichen Zeit schon das dritte Gerät, weil sie nur billig gekauft haben. Ich berate gern, aber entscheiden muss natürlich der Kunde“, sagt der Wariner Geschäftsmann. „Viele wollen auch, dass ihnen geholfen wird. Sie freuen sich, dass es im Ort noch so einen Laden gibt.“ Jenen, die sich woanders ein teures Gerät gekauft haben und jetzt nur noch den vergessenen Stecker nachholen, gebe er allerdings freund-lich mit auf den Weg, dass sie den hier irgendwann nicht mehr bekommen, wenn das alle so machen würden. „Ich weiß, dass bei vielen das Geld knapp ist, aber niemand kann umsonst arbeiten“, so Holst.

Zu der Zeit seien allerdings Wariner Ladengeschäfte in guter Lage begehrt gewesen. „Wenn ein Laden frei war, konnte man gar nicht so schnell gucken, dann war der wieder belegt“, erinnert sich Holst. Kaum zu glauben für jemanden, der heute die Innenstadt sehe, die „leider recht trostlos“ geworden sei. Am Mühlentor habe es dann mit dem zweiten Geschäft geklappt. Das in der Langen Straße bot weiterhin braune Ware an. Damit sind Fernseher gemeint, vermutlich von der Farbe der früheren
Gehäuse. Holst etablierte am Mühlentor die weiße Ware – Kühlschränke, Waschmaschinen und dergleichen. Als sein Geschäftspartner erkrankte und nicht weitermachen konnte, nahm er im September 1999 auch die Fernseher in seine Obhut, der Firmenname blieb.

Grams und Holst, die sich längere Zeit kannten, wollten eine gemeinsame Firma gründen. Ihm habe zunächst der Mut gefehlt, in die Selbstständigkeit zu
gehen, gesteht Axel Holst. „Obwohl ich von Natur aus kein Problem damit hatte. Meine Vorfahren väter- und mütterlicherseits hatten Geschäfte. Als Steppke bin ich damit aufgewachsen und war oft im Laden. Aber mancher braucht eben einen kleinen Schubs“, so Holst.