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Sternberg Grüncontainer abgeschafft

Von Roswitha Sphr | 24.02.2014, 17:38 Uhr

Sternberger müssen ihre Abfälle in diesem Jahr zur zentralen Annahmestelle bringen. In Brüel und anderen Orten bleibt die bisherige Regelung.

Leserin Doris Wollny macht sich Sorgen. Die Gartensaison steht bevor. Dann werden die Kleingärtner wieder Bäume ausschneiden und Grünschnitt entsorgen. Sie habe schon von einigen gehört, dass sie im Gegensatz zum Vorjahr wieder Feuer entfachen wollen. Wollny äußert ihre Befürchtungen vor dem dann aufsteigenden Rauch. „Ich bin Asthmatikerin“, sagt sie.

„Das Verbrennen ist sehr stark zurückgegangen“, so Steffen Grünwaldt, Betriebsleiter für Abfallwirtschaft im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass es durch die Neuerungen bei der Grünschnittentsorgung wieder bedeutend mehr Gartenfeuer gibt.

Der Umweltausschuss des Kreistages hatte grünes Licht für das neue Sammelsystem gegeben, das jetzt im Landkreis angepasst wird. So gibt es ab 2014, wie es z.B. in Ludwigslust und Hagenow seit Jahren üblich ist, auch in Sternberg, Dabel, Kobrow II und vielen anderen Orten keine Grüncontainer mehr. In den Kommunen, wo es möglich war, wurden Verträge mit Betreibern von festen Annahmestellen geschlossen. Für die Stadt Sternberg ist es der städtische Kompostierplatz neben der Motocrossbahn. „Wir werden ihn ab März und bis zum 30. November immer mittwochs von 14 bis 17 Uhr und sonnabends von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr öffnen“, sagt der Sternberger Leiter des Bürgeramtes Eckardt Meyer. Wer aber gleich mit einer Lkw-Ladung Grünschnitt ankomme, werde abgewiesen, macht er deutlich. Er appelliert, ohnehin aufzupassen, dass unter den Garten- und Grünabfällen nicht Küchenabfälle, Baumstümpfe und andere Dinge sind, die nicht angenommen werden. Die Abgabe des Grünschnitts ist kostenlos.

Die Annahmestelle in Dabel befindet sich am Kukuker Weg (ehemaliges Steinlager, März bis Oktober am Mi 16 bis 19 Uhr, Sa 14 bis 17 Uhr), für Kobrow auf dem Betriebshof der Firma Remondis in der Dorfstraße (Di 8 bis 12 Uhr, Do 12.30 bis 17 Uhr).

Wo solche Annahmestellen nicht möglich sind, werden Anfang März Grüncontainer aufgestellt. Das betrifft beispielsweise Brüel, Kuhlen und Wendorf. Grünwaldt verweist auf detaillierte Informationen im Abfallratgeber, der an alle Haushalte verteilt wurde.

Viele Kommunen wollten die Grüncontainer auch nicht mehr, erklärte Grünwaldt. „Wir hatten massive Beschwerden, weil es um die Container unsauber aussah“, so der Betriebschef. In der Parchimer Südstadt führte das sogar dazu, dass ein Behälter mitten im Jahr umgesetzt wurde. Zu der Überfüllung, durch die Container kaum noch abzutransportieren waren, kam, dass Unbelehrbare selbst Altreifen und Bauschutt zwischen das Grünzeug warfen. Das führte zu einer Kostenexplosion, weil die Abfälle sortiert werden mussten.

Dass seit dem Aufstellen von Grüncontainern in der Region das Verbrennen erheblich nachgelassen hat, bestätigen mehrere Leser. Generell seien Gartenfeuer aber nicht verboten, räumt Steffen Grünwaldt mit einer verbreiteten Ansicht auf. In der Pflanzenabfallverordnung des Landes sei alles genau geregelt: Wer kann, soll selbst kompostieren. Wer keine Möglichkeit dazu hat, soll die Sammelsysteme für Grünabfälle nutzen. Wenn das allerdings nicht zumutbar ist, kann Baum- und Sträucherschnitt unter bestimmten Umständen auch verbrannt werden. Diese Ausnahme gilt bei Privathaushalten nur im März und Oktober, aber nicht an Sonn- und Feiertagen. Und auch wochentags darf das Gartenfeuer maximal zwei Stunden lodern.

Der große Streitpunkt ist, was zumutbar ist und was nicht. Laut Grünwaldt könnte es schon früher, als noch die Container im Parchimer Stadtgebiet standen, für eine 80-jährige Seniorin unzumutbar gewesen sein, ihr Grünzeug bis zu einem der Sammelpunkte zu schaffen. Parchims Ordnungsamtsleiterin Kerstin Ostermann bringt als Gegenbeispiel: Für junge Leute mit Auto und Anhänger sei es durchaus zumutbar, die Grünabfälle zur Annahmestelle am Klärwerk zu schaffen.

Beim Verbrennen von Grünzeug appelliert Ostermann darauf, Sensibilität zu zeigen: Wie steht der Wind? Wie ist das Wetter? Ist die Verkehrssicherheit gewährleistet? Mehr Sorgen als die Gartenfeuer machen ihr allerdings, dass möglicherweise einige Bürger Säcke voller Grünzeug in der Natur abkippen statt sie in die Annahmestellen zu bringen.