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Wamckow Flügel, Orgel und vier Hände

Von Redaktion svz.de | 12.12.2016, 21:03 Uhr

Musikstudentin Hannah Hauser und Maria Maercker musizierten zum 3. Advent in der Wamckower Dorfkirche.

Wieder einmal war die kleine Kirche in Wamckow voll bis auf den letzten Platz besetzt. Und wer an diesem Regentag, dem dritten Adventssonntag, aufgebrochen war, um hier besinnliche vorweihnachtliche Stimmung zu erleben, der wurde nicht enttäuscht.

Angekündigt war „Ernstes und Fröhliches, Heiteres und Besinnliches zum Hören und Mitsingen mit der Musikstudentin Hannah Hauser, unterstützt von Maria Maerker“. Ein vielseitiges Programm hatten die beiden musikbegeisterten Damen zusammengestellt. Beide kennen sich seit vielen Jahren. Als Zehnjährige hatte Hannah Hauser, die mit Geschwistern und Eltern in Boizenburg zuhause ist, begonnen, unter den Fittichen von Maria Maercker zunächst Flöte und dann auch Klavier und Orgel zu spielen. Maria Maercker, damals Gemeindepädagogin in der kleinen Stadt, erkannte bald, dass dieses junge Talent mehr Förderung brauchte.

Inzwischen ist Hannah Hauser Frühstudentin an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und macht in diesem Jahr „nebenbei“ ihr Abitur am Gymnasium der Christophorusschule der Hansestadt. Danach will sie weiter studieren an der HMT, zunächst den Bachelor-Abschluss im Fach Klavier machen, „später vielleicht auch mal unterrichten, die Freude an der Musik weitergeben“, sagt sie.

Mit einem Marsch von Franz Schubert gaben Maria Maercker und Hannah Hauser mit vier Händen am Flügel einen schwungvollen Konzertauftakt. Für ihre Solo-Parts hatte Hannah sich Präludium und Fuge h-Moll aus Johann Sebastian Bachs Wohltemperiertem Klavier und Kompositionen von Robert Schumann ausgesucht. Dessen „Davidsbündlertänze“, von denen Hannah die ersten fünf interpretierte,waren so recht geeignet, um ihre Fähigkeiten zu emotionaler Vielfalt und Ausdruckskraft im Spiel zu zeigen.

Maria Maercker brachte mit „Heinzelmännchens Wachtparade“ von Kurt Noack, gespielt an der Orgel, fröhliche Weihnachtsmarktstimmung ein. Bei „Tochter Zion“ und „Macht hoch die Tür“ war dann auch das Publikum zum Mitsingen aufgefordert.

Zum Abschluss ging es noch einmal mit vier Händen über die Tasten des Flügels. Mit Glöckchenklingeln und rhythmischem Klatschen begleitete das Publikum die „Petersburger Schlittenfahrt“ (Richard Eilenberg).

Im Gutshaus der Familie Rethmann gab es wieder Gelegenheit, diesen schönen Konzertabend bei Gesprächen ausklingen zu lassen. Und dieses Mal sogar mit Musik, denn auch hier steht ein Flügel. Den ließen Maercker und Hauser natürlich nicht ungenutzt, und ganz frei von aller Anspannung im Konzert gab es sie noch einmal, die „Petersburger Schlittenfahrt“.