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Witzin Fest mit historischen Attraktionen

Von MSTI | 02.02.2014, 18:04 Uhr

Die Witziner Vereine hatten wieder originelle Angebote auf dem Eis des Mühlensees vorbereitet. Wegen des Wetters wurde der Termin kurzfristig einen Tag vorverlegt.

Besonders die historischen Attraktionen wie Peekschlitten fahren und das so genannte Ostpreußen-Karussell begeisterten die Witziner bei ihrem diesjährigen Eisfest. Die Vereine des Dorfes hatten verschiedenste Angebote auf dem Mühlensee vorbereitet. Neben Curling, Eisschnelllauf und einem kleinen Eishockeyturnier des Skatervereins war auch wieder das beliebte Ostpreußen-Karussell aufgebaut worden. Dabei ist ein Schlitten am Ende einer langen Stange montiert, die an einem im Eis eingelassenen und festgefrorenen Pfahl, der als Drehachse fungiert, befestigt wird. Mit geringem Kraftaufwand können so erstaunliche Geschwindigkeiten erreicht werden. Wer es darauf anlegte, den ließen die Anschieber durch die entstehenden Fliehkräften sogar abheben.

Die Idee dazu hat Gert Margenfeld aus Ostpreußen mitgebracht. Jetzt im hohen Alter wagt er sich nicht mehr auf das Eis, erinnert sich aber noch, wie in seiner Kindheit das Karussell aufgebaut wurde. „Wir waren allerdings auf dem Teich hinter dem Mühlensee“, erzählt er. Der war kleiner und viel schneller zugefroren. „Das Karussell ist nicht ungefährlich“, räumt er ein. Er habe noch vor Augen, als die Großen damals vom Mühlenteich rüber kamen und wie schnell dann gedreht wurde. Es beruhige ihn doch, dass heute die Sicherheit größer sei. Der Platz ist abgezäunt, es sind Gummireifen als Aufprallschutz vor den Pfählen des Steges montiert.

Es zeigt, dass die Witziner längst Eisfestprofis sind. Das bewies auch ein Blick unter Remo Cyprians Jacke. „Das ist ein Sicherheitsgurt“, erklärt er. Für den Notfall, sei er die Spitze der Rettungskette, um jemanden aus dem Wasser zu fischen. Noch am Freitag hatte er zusammen mit Andreas Große-Schütte und den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr, die beim Fest für die Sicherheit sorgten, für den Ernstfall geprobt. Doch bei einer Eisdicke von etwa 15 Zentimetern rechne er nicht mit einem kalten Bad, gab er sich optimistisch.
Die beiden Mitglieder der Dörpschaft hatten nicht nur das Eis genau im Blick, sondern auch in der Woche die Fläche mehrmals vom Schnee befreit. „Es wird vielleicht das einzige Eisvergnügen in diesem Jahr bleiben“, mutmaßt Große-Schütte. „Wir haben das Fest schon
einen Tag vorverlegt, um dem Wetter noch ein Schnippchen zu schlagen, schließlich ist heute Abend Regen angesagt“, berichtet er von den heiklen Planungen. In so kurzer Zeit alles auf die Beine zu stellen, gelingt nur durch die gute Zusammenarbeit der Vereine. So sorgte der Anglerverein als Gastgeber mit Bratwurst und Glühwein für das leibliche Wohl. Helga und Stephan Birkholz von der Kirchengemeinde betreuten die Curlingstation. Beim Wurf mit den aus Holzscheiben selbst gebauten Curls stand vor allem der Spaß im Vordergrund. Da trat schon mal Mutter Kirsten Kröplin gegen Sohn Jan Eric an. „Das ist unsere Lieblingsstation“, sagte sie. „Denn da können Groß und Klein zusammen mitmachen.“ Beim Eishockeyturnier des Skatervereins zählte Vereinsvorsitzende Heike Schultze schon ernsthafter die Punkte. Viel Geschick war beim Peekschlitten fahren gefragt. Hier hatte Baldur Beyer, der die Zeiten stoppte, sogar Urkunden vorbereitet. Werner Kröplin vom Anglerverein freute sich vor allem, dass „wir den jungen Leuten mal zeigen können, wie wir in unserer Jugend noch über das Eis gefahren sind.“ Ein schönes Eisfest, obwohl diesmal weniger als sonst von außerhalb gekommen sind. Macht nichts, so der Tenor, schließlich wollen die Vereine vor allem etwas für die Witziner bieten.