Ein Angebot des medienhaus nord
Ein Artikel der Redaktion

Achte Bauphase auf dem Gelände des Pilger-Klosters Tempzin Farbspiel der Ziegel am Warmhaus

Von Rüdiger Rump | 08.09.2011, 06:45 Uhr

Auf dem Gelände des Tempziner Pilger-Klosters läuft die achte Bauphase innerhalb von 17 Jahren auf vollen Touren. Das Warmhaus erhält komplett eine neue Außenschicht. Für den späten Herbst ist die Fertigstellung geplant.

Auf der Südseite ist das Baugerüst gefallen; das steht nun an der gegenüber liegenden Längsfront, wo die Arbeiten gerade begonnen haben. So gut wie fertig ist auch die Westseite. Auf dem Gelände des Tempziner Pilger-Klosters läuft die achte Bauphase innerhalb von 17 Jahren auf vollen Touren. Das Warmhaus erhält komplett eine neue Außenschicht. Im April wurde damit begonnen, für den späten Herbst ist die Fertigstellung geplant. "Wir müssen Ende November die Abrechnung machen, rechtzeitig vorher sollen die Bauarbeiten beendet sein", erklärt Pastor Joachim Anders.

"Hier ist kaum noch vorstellbar, wie desolat das Gemäuer ausgesehen hat", sagt Anders mit Blick auf die erneuerte Südfassade. Die Witterung hatte dem Mauerwerk fürchterlich zugesetzt, ganz besonders im Traufbereich, und lange Zeit war rein gar nichts dagegen unternommen worden. Bröcklige Steine haben die Handwerker her ausgestemmt und durch neue ersetzt, Lücken, von denen es eine Unmenge gab, ausgefüllt. Stützpfeiler an der Südseite sowie an den Ecken des Westgiebels wurden neu aufgemauert. Sie waren in rund 500 Jahren Schicht für Schicht abgewittert; Felssteine, Ziegelbruch und Mörtel, mit denen der Raum zu der innen gemauerten Schale ausgefüllt worden war, kamen bereits zum Vorschein. Um den einstigen Aufbau der Pfeiler zu veranschau lichen, wurden Sichtfenster mit Rundbogen eingefügt, die dem Gemäuer zusätzlichen Schick geben.

Der Ostgiebel musste beinahe vollständig abgetragen, abgestützt und neu aufgemauert werden. Denn im Schatten von zwei riesigen Eschen war das Mauerwerk einen Stein tief abgewittert. Im Kamin, der vom Erdgeschoss bis zum First reicht, zog sich ein Riss von unten bis oben. Über die volle Höhe von ca. 17 Metern galt es, die kaputten Steine herauszustemmen und das Mauerwerk wieder zu schließen.

Der Pastor freut sich über das Farbspiel der Ziegel: überwiegend Rot in mehreren Tönen, aber dazwischen auch Gelb - wie im ursprünglichen Gemäuer. Die Steine kommen aus Dänemark. Sie werden dort speziell zur Sanierung solcher Bauten, ob Kirchen oder Burgen, handgestrichen gefertigt und in den passenden Farben gebrannt. Die Maurerarbeiten erledigt die Bau-Union Wismar, die Zimmerleute sind aus Schwerin-Neumühle. Fachlich begleitet wird das Vorhaben vom Sternberger Ingenieurbüro Sagasser, "mit großem Engagement", wie der Pastor sagt.

Das jetzige Vorhaben kostet mehr als 200 000 Euro. Es wird von EU, Land und Amt gefördert, so Joachim Anders, doch 15 Prozent Eigenmittel musste das Pilger-Kloster aufbringen. "Das ist für uns jedes Mal eine gewaltige Aufgabe, denn wir sind ein eigenständiger Verein, völlig auf sich gestellt. Erst wenn ausreichend Geld angespart ist, können wir die nächste Etappe angehen. Wir hoffen auch auf Fördermittel für den weiteren Innenausbau, sonst wäre unser Verein mit der Sanierung überfordert." Ziel sei es, nicht nur das alte Bauwerk zu erhalten, sondern es zu nutzen und Menschen, die suchen, Angebote machen zu können.

Am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, öffnet sich das Pilger-Kloster für alle Interessierten (weitere Infos auf Seite 16).