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Produktions- und Logistikstandort von Mecklenburger Freizeitmöbel wächst Erste Stützen für neues Brüeler Werk

Von Rüdiger Rump | 07.10.2011, 07:52 Uhr

Im Brüeler Gewerbegebiet werden die ersten Stützen für eine der beiden Hallen des künftigen Werks II gesetzt, mit dem die MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH ihre Produktion umfangreich erweitern will.

Zuvor spielten sich die Bauarbeiten nur in der Erde und zu ebener Fläche ab, doch seit Freitag geht es auch in die Höhe. Die Firma Lehrmund Montageservice aus Consrade bei Schwerin setzte am Vormittag im Brüeler Gewerbegebiet die ersten Stützen für eine der beiden Hallen des künftigen Werks II, mit dem die MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH ihre Produktion umfangreich erweitern will. Das Unternehmen erwarb auf dem Areal außerhalb der Stadt etwa 23 000 Quadratmeter und investiert ca. vier Millionen Euro in zwei miteinander verbundene Hallen. Sie werden zusammen eine Fläche von reichlich 9000 Quadratmetern haben, ein Drittel für die Produktion und zwei für Logistik.

"Zu unserer internen Planung liegen wir 14 Tage zurück", stellte MFG-Geschäftsführer Gerhard Diedrich gestern fest. "Der Dauerregen im August hat den Tiefbau enorm erschwert. Hinzu kam unkoordiniertes Arbeiten der Tiefbaufirma", nannte Diedrich als Gründe. Jetzt werde "mit aller Macht" versucht, den Zeitverzug zumindest teilweise aufzuholen. "Wir haben uns auf einen neuen Ablauf verständigt", so Diedrich. Danach sollen die Bauarbeiten Mitte bis Ende Dezember fertig sein, um im Januar mit der Produktion beginnen zu können.

Im Werk II wird der Brüeler Betrieb vorrangig ein neues Sortiment in größeren Serien fertigen. Dabei kommen modernste Biege- und Pulverbeschichtungstechnik sowie Schweißroboter zum Einsatz. Im Werk I entstehen künftig Freizeitmöbel in kleineren Stückzahlen, speziellen Farben und Sonder serien nach spezifischem Kundenwunsch.

Die millionenschwere Investition war im Frühsommer nach Maß gestartet, blickt der Geschäftsführer zurück. Die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Parchim habe "wunderbar geklappt", der Bauantrag sei "unkompliziert und zügig" bearbeitet und beschieden worden. Auch die operativen Absprachen mit dem Brüeler Bürgermeister Jürgen Goldberg seien jedes Mal "zur höchsten Zufriedenheit" verlaufen.

Eine Woche später als geplant konnte die Montagefirma, die seit 1998 besteht und mit Firmeninhaber Udo Lehrmund fünf Beschäftigte zählt, im Brüeler Gewerbegebiet beginnen. "Doch wir sind flexibel", zeigte sich der Chef gelassen. Gestern setzte das Team das Gerüst fürs Dach der 3000 Quadratmeter messenden Produktionshalle auf die mächtigen Senkrecht-Stützen und begann mit dem Richten. Die Stahlkonstruktion war zu ebener Erde zusammen geschraubt worden, bevor ein 120-Tonnen-Kran sie als Ganzes in die Höhe hievte. "So arbeitet sich das am besten", sagte der Firmenchef. Dieses Stahl gerüst wiege etwa sieben Tonnen. Die geschweißten Bleche aus hochwertigem Stahl seien aus Luxemburg geliefert worden. Bei Verwendung von gewalztem Stahl wäre die Konstruktion ca. drei Mal so schwer, weiß der Fachmann.

Mehrere Wochen werden die Stahlmonteure noch in Brüel zu tun haben. Denn die mit 6000 Quadratmetern doppelt so große Logistikhalle folge erst. Derweil nimmt im Werk I von Freizeitmöbel die Produk tion Fahrt auf. Die Herstellung von Stapelstühlen, Tischen verschiedener Typen und Sitzmöbeln laufe auf Hochtouren, so Geschäftsführer Diedrich. "In etwa zwei Wochen, früher als sonst, werden wir die volle Kapazität erreichen und dabei auch wieder Saisonkräfte einbeziehen." Das vorige Geschäftsjahr, jeweils von September bis August gerechnet, war das erfolgreichste in der 20-jährigen Geschichte des Brüeler Unternehmens. Der Umsatz hat ca. elf Millionen Euro erreicht, eine Steigerung um acht Prozent.