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Warin Eine Familie wird zum großen Chor

Von Roswitha Sphr | 26.12.2016, 20:55 Uhr

An jedem 1. Weihnachtsfeiertag kommen fast 40 Familienangehörige zum Singen und Musizieren zusammen

Mit 82 Jahren war Dorothea Fründt die Älteste in der großen Runde am Nachmittag des 1. Weihnachtsfeiertags im Wariner Haus der Zukunft. Mit den Kindern zu singen, ist über Generationen hinweg bei Fründts ein festes Ritual in der Weihnachtszeit. „Wir sind fünf Geschwister. Als wir klein waren, wurde an jedem Adventssonntag nach dem Frühstück gesungen, später das Weihnachtssingen aber auf den ersten Weihnachtstag verlegt. Dann konnten auch die Großeltern dabei sein“, erinnert sich Tochter Christine Jörss-Munzlinger (57) aus Klein Görnow. In den Anfangsjahren, ab 1970, reichte für diese besonderen Treffen noch das Elternhaus. Als dann die Kinder eigene Familien hatten, fand das Singen mal in Warin, Klein Görnow, Büschow oder Zierow statt.

Er habe nur ein einziges Mal gefehlt, sagt Matthias Fründt (54) aus Rostock, Bruder von Christine Jörss-Munzlinger. Da sei er bei der Armee gewesen. „Das Besondere ist, dass wir uns alle wiedersehen. Auch die musikalische Stimmung ist einmalig. Es hört sich an, als wenn mehrere Chöre singen“, sagt er. Für seinen Bruder Hans-Joachim Fründt (56) aus Warin ganz selbstverständlich: „In unserer Familie wurde immer gesungen“.

Inzwischen ist der Familienkreis auf über 37 Personen angewachsen, mit Kindern, Ehepartnern und Partnern, mit Enkelkindern und Urenkeln. „Es wird immer schwieriger, einen geeigneten Raum zu finden“, weiß Christine Jörss-Munzlinger. Denn für die Jüngsten in der Runde - inzwischen gibt es die fünfte Generation - braucht es auch Platz zum Spielen.

Marie Hoyer (27), Tochter von Renate und Martin Maercker aus Büschow, gehört zur vierten Generation und war mit ihrem Mann und den beiden Kindern aus der Nähe von Frankfurt/Main angereist. „Wir sind fast immer dabei. Weil wir weit weg wohnen, sehen wir unsere Verwandtschaft nicht und freuen uns sehr auf diese Treffen. Uns ist die Musik sehr wichtig. Hier singen wir vierstimmig. Das ist manches Mal sehr erhebend, weil alles in einer Familie passiert“, sagt sie. Die 27-Jährige ist wie ihr Mann Klavierbauer. Vielleicht habe sie auch das Weihnachtssingen geprägt, meint sie.

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