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Serie „Sternberger Kuchen“ – Teil 1 Ein steiler Zahn

Von Roland Gttler | 04.06.2016, 05:34 Uhr

Dipl.-Geologe Detlef Uebersohn stellt Raritäten aus dem „Sternberger Kuchen“ vor.

Fossile Reste von Knorpelfischen, zu denen die nachgewiesenen 25 Hai- und 10 Rochenarten im „Sternberger Gestein“ gehören, beschränken sich in der Regel auf die gegenüber Umwelteinflüssen besonders widerstandsfähigen Zähne. Da jede Art ein spezifisches Gebiss aufweist, können anhand der Form und Struktur der überlieferten Zähne einzelne Hai- bzw. Rochenarten voneinander unterschieden werden.

Obwohl der „Sternberger Kuchen“ die artenreichste Fauna des Oligozäns (vor 28 Mio. Jahren) in Europa aufweist, sind Funde von Hai- bzw. Rochenzähnen nicht übermäßig häufig. Beim Erkennen eines Zahnes im Fundstück ist darüber hinaus einige Sachkenntnis gefragt. Die Abbildung zeigt ein faustgroßes Stück, das 2014 in Kobrow gefunden wurde. Ein wenig Wurzelsubstanz auf der Oberfläche des Fundstückes machte neugierig und nach sechsstündiger Präparationsarbeit kam ein 4 cm langer Vorderzahn, mit unbeschädigter Krone und Wurzel, eines ausgewachsenen, oligozänen Sandtigerhaies (Araloselachus cuspidatus) zum Vorschein.

Dieser zur Familie der Sandhaie zählende, mittelgroße, gemächlich schwimmende Hai (bis ca. 3 m) lebte küstennah und ernährte sich überwiegend von Fischen, Krebsen und Tintenfischen.

Drei Vertreter dieser Familie sind heute noch weltweit in gemäßigten bzw. tropischen Regionen des Atlantiks und Pazifiks vertreten. Anzumerken bleibt, dass ein naher Verwandter unseres Kobrower Haies, eine Sandtigerhai-Dame (Charcharias taurus), im Schwarmfischbecken des Ozeaneums Stralsund zu bewundern ist.