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Kobrower Volker Krüger betreibt Nebengewerbe Ein Metallbauer auf dem Bauernhof

Von Rüdiger Rump | 26.11.2012, 10:10 Uhr

Der Kobrower Metallbauer Volker Krüger hat den Hof seiner Eltern übernommen und betreibt Landwirtschaft als Nebengewerbe. Am Sonnabend erlebte der Hofladen einen großen Andrang beim Schlachte- und Adventsfest.

Es ist ein langer Tag für Volker und Cerrien Krüger. Wenn andere im Wohnzimmer längst die Füße hochgelegt haben, füttern sie noch die Tiere oder machen Wurst. Vor sieben oder acht Uhr kommen sie abends selten ins Haus. Und bei der Ernte im Sommer wird, wenn das Wetter mitspielt, auch durchgezogen bis Mitternacht. Der Metallbauer übernahm in Kobrow I den Hof seiner Eltern und betreibt ihn im Nebenerwerb.

Das sei vorher ein reiner Milchbetrieb gewesen. Das würde nebenbei nicht zu schaffen sein. Jetzt stehen ca. 20 Färsen im Stall. Fünf Mutterkühe bringen den Nachwuchs, zwei Milchkühe werden zur Eigenversorgung gemolken. Den Sommer über sind alle Tiere auf der Weide. Im anderen Stall grunzen Schweine, und gleich am Haus tummeln sich Enten, Hühner und Hähnchen sowie Kaninchen in ihren Buchten. Das Geflügel halten Krügers durchweg im Freiland. Hier gibt es allerdings manches Mal Ärger mit dem Fuchs, der sich von dem "reichlich gedeckten Tisch", wie Cerrien Krüger mit saurer Miene erzählt. Ein Legehuhn fliege weg, wenn es den Räuber rechtzeitig bemerkt, doch die Hähnchen seien zu unbeholfen und langsam. da habe der Fuchs leichtes Spiel.

Das Futter für die Tiere bauen Krügers selbst an, bewirtschaften dafür 47 Hektar, zu einem kleinen Teil Eigenland, alles andere ist gepachtet. Die Schweine zum Beispiel würden traditionell mit Rüben und Schrot gefüttert. "Das merkt man den Koteletts auch an, wenn sie in die Pfanne kommen", ist die 44-Jährige überzeugt. Zum Schlachten kommen die Schweine nach Parchim, fügt ihr Mann an. Bei gewerblicher Haltung sei das Hause nicht zugelassen. Ein gelernter Schlachter und Fleischer aus der Region zerteilt die Hälften, dann beginnt für Krügers die Arbeit. "Die guten Sachen", wie Filet, Kotelett oder Rippenbraten, werde auf Vorbestellung frisch verkauft, das andere gehe in die Wurst. Über die Deckel der Gläser kommt zum Abschluss ein Stück Stoff, "etwas fürs Auge", wie die Frau des Hauses findet.

Er verdiene in seinem Beruf relativ gut für ostdeutsche Verhältnisse, sagt Volker Krüger. Doch ein Hof dieser Größe lasse sich damit schwerlich halten. Deshalb bietet das Ehepaar, das zwei Töchter (14 und 4 Jahre) hat, die Erzeugnisse aus eigener Herstellung seit Mitte September vorigen Jahres im Hofladen an. Zeitweilig sogar Butter, neuere Gerätschaft zu ihrer Herstellung mussten sich die Beiden erst anschaffen. "Sonst wäre das zu viel Handarbeit", erklärt die Frau hinter dem Verkaufstresen, übrigens gelernte Kellnerin. Bis auf Honig, den ein Sternberger Imker liefere, sei alles in dem Laden selbst hergestellt. Wie gut der angenommen wird, habe sie selbst überrascht. Inzwischen gäbe es schon einen Stamm von Kunden, manche kämen selbst aus Rostock oder Wismar. "Wir können keine Discounter-Preise bieten, haben uns aber umgeschaut und liegen am unteren Limit vergleich barer Höfe", sagt Volker Krüger. "Wir verkaufen dann lieber etwas mehr. Es ist doch so vieles teurer geworden. Immer mehr Kunden sind jedoch bereit, für Qualität mehr Geld auszugeben."

So erlebten der Hofladen und das Rondell davor beim Schlachte- und Adventsfest am Sonnabend einen wahren Ansturm. "Unser Schinken-Zwiebel-Brot ist komplett weg, und auch die Stollen gehen gut", stellte Bäckermeister Jens Kubin schon kurz nach Mittag erfreut fest. Er hat in Güstrow ein eigenes Gewerbe zunächst zur Produktion aufgebaut und eröffnet demnächst auch einen Laden. Von ihm stammt die Idee zu diesem Fest. Sehr viel Räucherfisch, aber auch Karpfen brachte Petra Boede im Verkauswagen von Fischer Dehmel aus Dabel unter die Kunden. "Das Wetter macht auch viel aus. Für November ist das noch recht angenehm." Auch Krügers hatten gegen 14 Uhr das meiste Frischfleisch von zwei Schweinen verkauft.