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Kulturknastfenster in Brüel Drei Akteure, aber vier Künstler zu Gast

Von Redaktion svz.de | 21.01.2019, 05:00 Uhr

Zahlreiche Besucher erlebten einen großartigen Abend im Kulturknastfenster in Brüel

Gastgeber Theo Jörgensmann hatte für seine öffentliche Veranstaltungsreihe im Kulturknastfenster am Freitagabend zwei Kölner Künstlerfreunde eingeladen. Mit dem Geiger Albrecht Maurer, ein Spitzenvirtuose in der Szene, bestreitet Starklarinettist Theo Jörgensmann schon über 25 Jahre gemeinsame Konzerte. Oft auch zusammen mit dem Schauspieler und begnadetem Sprecher Bernt Hahn. Bernt Hahn hatte den vierten Künstler mitgebracht. Lebensvoll präsentierte er das Leben und die Lyrik des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe (1809 bis 1849).

Einen Tag vor dem 210. Geburtstag von Edgar Allan Poe stellte Bernd Hahn, vorbereitend für die Lesung der Texte, den Menschen Poe vor, seine Zerrissenheit, getrieben von Übersensibilisierung, dessen Gedanken weit über das Alltägliche hinaus gingen, den das Unbestimmte vorwärtstrieb, hinein ins Mystische voller Schönheit.

Als Bernt Hahn vom frühen und überraschenden Tod E. A. Poes sprach, nahmen die Musiker die Stimmung auf. Erst die Klarinette, dann die Geige. Eindrucksvoll trugen beide die Wehmut ins Auditorium, bauten klanglich das Bleibende auf.

Und in die ausklingenden Töne hinein fielen die Worte von Edgar Allan Poe. In der Sprechkunst von Bernt Hahn gewann die Wortgewalt von Poe an Wirkung. Althergebracht und dennoch modern entstanden Sprachwelten, die die Zuhörer einbezogen durch Sprachschönheit, die erstaunliche Bilder in den Köpfen auftauchen lassen. Die Gedanken nahmen die Musiker mit ihrer ganzen Virtuosität kongenial auf, führten sie weiter.

Große Themen wurden bewegt. Blicke in die Einsamkeit, auf den Tod, auf das „Nimmermehr“ des Abschieds. Und das alles nicht in Trauer, eher mit der Weite, in die Kunst einen tragen kann.

Die zahlreichen Besucher erlebten einen großartigen Abend im Kulturknastfenster. Sie dankten den Künstlern, die dann noch eine Zugabe improvisierten, mit ganz viel Beifall. Und so mancher Besucher, der Berichterstatter eingeschlossen, ging gedankenvoll nach Hause mit dem Vorsatz, die Lyrik von Edgar Allan Poe nun wirklich zu lesen.