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Pennewitt Denkmalamt stoppt Spielplatzbau

Von Rdiger Rump | 16.12.2016, 21:00 Uhr

Die Pennewitter haben sich schon darauf gefreut, Geld ist in den Wariner Haushalt eingestellt – doch die Behörde verweist auf einen Gedenkstein für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen.

Betrübliche Mitteilung für die Wariner Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am Mittwochabend: Der Spielplatz im Ortsteil Pennewitt, für den sie schon das Geld in den Haushalt eingestellt hatten, darf nicht an der vorgesehenen Stelle errichtet werden. Die Denkmalbehörde
widerspricht den Plänen, wie Bürgermeister Michael Ankermann informierte. In unmittelbarer Nähe des Denkmals für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen komme kein Spielplatz in Frage.

Noch größer dürfte die Enttäuschung bei Kindern und Eltern in dem kleinen Dorf sein. Sie wünschen sich schon länger so einen Treffpunkt für die Kleinen mit Mama, Papa, Oma oder Opa. Der Ortsteilbeirat unternahm schon einen Anlauf, der dann allerdings im Sande verlief. Bernd Janetzki, seit über vier Jahren in Pennewitt zu Hause, nahm sich erneut des Anliegens an und initierte 2014/2015 eine Umfrage unter den Einwohnern. Dabei sprachen sich 80 für das Vorhaben aus, nur sechs dagegen.


Junge Familien sind in das Dorf gezogen

Ein Spielplatz habe auch eine soziale Komponente, so die Auffassung Janetzkis. Die Kinder müssten nicht mehr zu Hause für sich spielen, und gleichzeitig werde die dörfliche Gemeinschaft gefördert, erklärte er gegenüber SVZ, als die Überlegungen reiften. Nach Pennewitt hat es junge Familien gezogen; unter den rund 120 Einwohnern gibt es 20 Kinder und Jugendliche, und davon mehr als die Hälfte im Alter bis zu zehn Jahren.

Die Wariner Stadtvertretung beschloss im Juli diesen Jahres auf Antrag der CDU-Fraktion einstimmig den Bau eines Spielplatzes mit zwei bis drei Spielgeräten, einer Sand- sowie zwei Sitzflächen in dem Ortsteil. Stadtvertreter Elmar Pingel, seit den Kommunalwahlen 2014 auch 2. stellvertretender Bürgermeister, nahm sich der Sache mit an und legte einen Entwurf vor. Dass das erst einmal alles vergebens gewesen sein soll, will ihm nicht einleuchten. Zumal zwischen Gedenkstein und Spielplatz seiner Meinung nach reichlich Abstand wäre. „Wir haben uns lange damit beschäftigt und für den Spielplatz gekämpft. Auch die Bürger sind sehr interessiert“, so Pingel. Es seien auch mehrere zu der Sitzung gekommen, auf der die Stadtvertretung den Beschluss gefasst habe. Er finde die Entscheidung der Denkmalbehörde „sehr schade“, sagt der 36-Jährige. Es gebe in Pennewitt nicht viele Flächen, die der Kommune gehören und für den Spielplatz in Frage kommen. Ersatz zu finden, werde schwierig sein. Zudem hätte alles gepasst; die Kinder könnten mitten im Dorf, aber abseits vom Straßenverkehr spielen, Eltern oder andere Pennewitter auf einer Bank sitzen. „Das ganze Dorfbild würde aufgewertet“, ist Pingel überzeugt.


Bis zu neuer Lösung Geld anders nutzen

Niemand könne sich in die Gedanken jener hineinversetzen, die einst den Gedenkstein aufgestellt haben, wie sie über einen Spielplatz auf der Freifläche davor denken würden, begann der Bürgermeister ein wenig zu fabulieren, bevor er wieder ganz pragmatisch wurde. Bis eine neue Lösung gefunden sei, könnte das frei werdende Geld vielleicht für einen Spielplatz an der Waldheimsiedlung genutzt werden. Einwohner hatten sich dafür ausgesprochen, als die Stadt sie zur Gestaltung des bisherigen Rodelbergs befragt hatte.

Nun wollen wir von Ihnen, liebe Leser, wissen: Ist ein Spielplatz in gebührendem Abstand zu so einem Gedenkstein fehl am Platze oder nicht?