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Tempzin Besuch im Tempziner Melkkarussell

Von rump | 20.02.2014, 16:56 Uhr

Die Landwirtschaftsgesellschaft Zahrensdorf richtet nach der Modernisierung der Milchviehanlage erstmals das Leistungsmelken im Bereich des Milchkontrollvereins Güstrow aus.

Eine halbe Million Euro hat die Landwirtschaftsgesellschaft (LWG) Zahrensdorf in ihre Tempziner Milchviehanlage investiert, um sie tierartengerecht zu erneuern. Hinzu kamen rund 200 000 Euro Fördermittel. „Mit dem Umbau sind wir durch, bis auf Kleinigkeiten, die immer zu tun bleiben“, sagt Geschäftsführer Torsten Schrein. „Jetzt konzentrieren wir uns auf den Abkalbestall. Der bekommt ein neues Dach und eine modernere Innenausrüstung.“

Der Komfort für Melker und Tiere habe sich spürbar verbessert. Mit
dem Abschluss der Sanierung sei nun auch der Zeitpunkt gekommen, zum ersten Mal Gastgeber für das jährliche Leistungsmelken des Milchkontrollvereins Güstrow zu werden, dessen Bereich bis hinter Sternberg reicht. „Das hatten wir uns schon in der Umbauphase vorgenommen. Jetzt können wir den Teilnehmern ansprechende Bedingungen bieten. Darauf sind alle sehr stolz“, so Schrein. Die Mitarbeiter aus der Milchviehanlage erklärten ihren Berufskollegen, die am kommenden Mittwoch, 26. Februar, in Tempzin dabei sind, das Melkkarussell. Da die Milchbetriebe mit unterschiedlicher Technik arbeiten, erfolgt jeweils kurz vor dem Wettbewerb eine Einweisung vor Ort samt Besichtigung des Melkhauses. Einige der Teilnehmer haben sich zudem bei Anlagenleiterin Karina Greger und Christine Giesler-Blum, die für den gesamten Melkbereich verantwortlich ist, angemeldet, um sich am Tempziner Melkkarussell auch einmal praktisch zu erproben.


Mit Heimvorteil vielleicht ein guter Sprung nach vorn

Die LWG Zahrensdorf richtet das 21. Leistungsmelken im Bereich des Güstrower Kontrollvereins aus. Andere im Landeskontrollverband für Leistungs- und Qualitätsprüfung (LKV) würden das nur noch alle zwei Jahre durchführen. „Doch in den Betrieben, die wir betreuen, besteht an diesem Wettstreit, der für alle vor allem ein willkommener Erfahrungsaustausch ist, großes Interesse“, erklärt Angelika Fraß. „Warum sollten wir dieses Engagement bremsen?!“

28 Teilnehmer aus zwölf Betrieben haben sich diesmal angemeldet. Von
ihnen sind sieben in der Ausbildung, insgesamt aber noch 20 unter 25 Jahre alt. Sie bilden eine Wertungsgruppe, die acht Melker über 25 Jahre eine andere. Jeweils drei Teilnehmer kommen aus dem Gut Witzin und dem Agrarhof Brüel, das Gut Kuhlen und die gastgebende LWG Zahrensdorf sind zu zweit vertreten, die Marktfrucht und Rinderzucht GmbH Borkow einmal.

Der Zahrensdorfer Daniel Wöhler war bereits zwölf Mal dabei, sein Kollege Marco Ihde sieben Mal. Die Beiden gehören damit zu den Teilnehmern mit der größten Erfahrung. „Ich hoffe, dass sie auch den Heimvorteil nutzen können und einen Sprung nach vorn machen“, sagt ihr Chef Torsten Schrein schmunzelnd, um gleich nachzusetzen: „Verlierer gibt es bei diesem Wettbewerb überhaupt nicht. Denn durch den gegenseitigen Austausch nehmen alle was für ihre Arbeit mit, egal, welche Platzierung sie erreichen“, so Schrein. Die meist jungen Leute könnten den Wissensstand überprüfen, erhielten Einblicke in andere
Betriebe und von den Prüfern, die über große Erfahrung verfügen, wertvolle Ratschläge. Für ihn sei der Wettbewerb auch wichtig, „um ein Zeichen zu setzen und nach außen zu zeigen, dass Milchviehbetriebe ein qualitativ wertvolles Lebensmittel produzieren“.

In der Tempziner Anlage arbeite „ein gutes, eingespieltes Team“, meint der Chef des Agrarbetriebs anerkennend. Und die Anlage sei nun mit zeitgemäßer Technik ausgestattet, der Betrieb damit für die Zukunft aufgestellt. Die Investition habe viel Mut verlangt, so Schrein noch in der Bauphase, denn der Milchpreis hatte mit 19 Cent den tiefsten Punkt, auf dem er jemals gelegen habe, gerade mal überwunden. Aber sie sei notwendig und richtig gewesen. Mit der Sanierung verringerte sich die Zahl der Plätze von 768 auf 588. Dadurch hat jede Kuh einen Liege- und Fressplatz für sich. Letzteren mussten sich vorher zwei teilen. Die Haltungsbedingungen seien das A und O, daran auch die Fördermittel
gebunden. Ausreichend Platz, Belüftung und Licht für die Tiere stünden vornan. Sämtliche Außenwände wurden herausgerissen und durch Wickelschutzfolie ersetzt, die sich bei günstiger Außentemperatur hochfahren lässt, so dass die Kühe an frischer Luft sind. In die vier Ställe kamen speziell geformte Gummimatten, auf denen die Kühe weicher liegen. Kuschelmatten werden die genannt.

Im Melkhaus wurde eine Decke eingezogen und alles modernisiert. Das neue Karussell hat wie das vorherige 28 Plätze, ist aber mit einem automatischen Melkarm ausgestattet. Der wird selbstständig unter die Kuh geführt und nach dem Melken wieder in die Ausgangsposition. Die Teilnehmer nächste Woche am Leistungsmelken interessierten sich gestern natürlich besonders dafür.