Sportfest in Müsselmow : Zwischenstation in Müsselmow

Zum Sportfest zusammengekommen aus Brüel, Kuhlen, Wendorf, Gustävel und Müsselmow. Alle haben mal für den Müsselmower SV gespielt, aber seit Jahren hat der keine Fußballmannschaft mehr.
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Zum Sportfest zusammengekommen aus Brüel, Kuhlen, Wendorf, Gustävel und Müsselmow. Alle haben mal für den Müsselmower SV gespielt, aber seit Jahren hat der keine Fußballmannschaft mehr.

Zwei ü35-Fußballerinnen spielten in der Freizeitmannschaft beim Sport- und Kinderfest. Das Gastgeberteam kam aus Brüel und vier Dörfern zusammen,

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20. Juni 2016, 08:00 Uhr

Drei tolle Tage, nicht beim Karneval, sondern auf dem Fußballplatz: Kristin Werth und Ute Schutrak wurden am Freitag mit Hafen Rostock Kreispokalsieger der Frauen, der vierte Titel in dieser Saison. Gestern spielten sie in einer Landesauswahl der ü35 um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. Da passte das Sport- und Kinderfest am Sonnabend in Müsselmow genau dazwischen. Die beiden Frauen traten, umgeben von Männern, beim Kleinfeldturnier für Freizeitfußballer im Allianz-Team an.

Werth ist aus Rostock, leitet die Filiale des Versicherers in Sternberg und sponserte die Pokale für das Sportfest. „Ich bin immer dafür zu haben, wenn sich jemand ehrenamtlich einsetzt. Und das hier ist ein schönes Fest“, meint die 37-Jährige, selbst ehrenamtlich im Landesfußballverband tätig. „Ich weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt.“ Maik Kornalewski, der Vorsitzende des Müsselmower SV, hatte sie
angesprochen und sie gleich zugesagt.

Werth und Schutrak kennen sich aus Schwerin, haben beim FSV zusammen in der Regionalliga gespielt, Letztere sogar mal für den PSV Rostock in der Bundesliga. „Lang, lang ist’s her“, bekennt die 38-Jährige lachend.

Beide sind bessere Platzverhältnisse als in Müsselmow gewohnt, sehen das aber ganz locker. „Hauptsache ist der Spaß und dass wir uns nicht verletzen“, so Werth. Und der Vereinsvorsitzende scherzt dazu: „Wir wollten Rollrasen aus Frankreich holen, aber die Zeit war zu knapp.“

So schlecht sei der Platz gar nicht, meint Ralf Toparkus, Bürgermeister der Gemeinde Kuhlen-Wendorf, zu der Müsselmow mit seinen 92 Einwohnern gehört. „Es gibt welche, die sehen schlechter aus.“ Etwas grüner hätte sich der Vereinschef die Spielfläche schon gewünscht, „aber bei der Trockenheit ist kaum was aufgelaufen“. Die Mitglieder haben den Rasen geebnet, nachdem dort Wildschweine waren, und Rasen nachgesät.

Nachdem Penzin kurzfristig abgesagt hatte, blieben vier Mannschaften. Der Gastgeber MFC mit sechs Männern, die alle mal beim Müsselmower SV waren, aber nun verstreut sind. Christian „Rossi“ Roß und Daniel Preibisch spielen beim Brüeler SV, Jan Hoffmann und Ricardo Jolitz in Klinken. Timo Sawatzki denkt auch darüber nach, wieder einzusteigen. Doch er sei beim Bund, die Woche über außerhalb, und am Wochenende hätten Familie und Haus in Kuhlen Vorrang. Zudem sei er im Schweriner Dartteam, das selbst bei Meisterschaften auf Bundesebene antritt. Aber in den Beinen kribble es schon. „Ich müsste allerdings erst wieder richtig reinkommen.“ Für Paul Smolinski steht indes fest, dass es beim Freizeitturnier bleibt. Das in Müsselmow sei so was wie Pflichtaufgabe. „Wir kommen jedes Jahr gern, treffen uns mit den Alten, mit denen wir mal gespielt haben, als es den Jugendklub noch gab“, sagt „Rossi“ und zeigt auf die Wiese neben dem Platz.

Das Auftaktspiel gewann der MFC 5:2 gegen das Team Sonderbau, das beim Volleyballturnier, das zwei Stunden später beginnt, als Familie Wenzel antritt. Auch die MFC-Fußballer machen dort mit, jedoch in verschiedenen Mannschaften. „Deshalb fangen wir mit dem Fußball schon am Vormittag an“, so Kornalewski. Die Volleyballfelder seien Freitagmorgen mit Folie abgedeckt worden, damit sie „nicht völlig durchsuppen“. 55 Millimeter Regen waren angekündigt, fügt der Bürgermeister an. Zum Glück wurde es nicht so viel, wobei die Müsselmower erprobt sind, denn beim Sportfest hat es fast immer geregnet. Am Abend sei die Folie wieder abgenommen worden, damit die Plätze abtrocknen. Elf Mannschaften hatten sich angemeldet, zehn kamen. Das Turnier gewann nach sieben (!) Stunden Dabel vor der Feuerwehr Wendorf sowie Teams aus Sternberg und Ventschow, beim Fußball siegte der MFC vor Sonderbau/Familie Wenzel vor Allianz und Ventschow.

Zu dem Sport gab es ein buntes Treiben, Spiele für die Kinder, Disco am Abend und Einlagen einer Tango-Gruppe.

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