Hochbetrieb bei Altstadtsanierung in Sternberg : Zwei Wohnungen mehr statt Gewerbe

Auf die Balkonumrandung des neues Hauses in der Pastiner Straße 21 in Sternberg kommt ein Titan-Zink-Blech, das mit der Zeit einen Grauton wie die Fallrohre der Dachrinne annimmt. Es passt gut in die Altstadt, findet Norbert Wagner, Dachdecker und -klempner bei der Brüeler Firma Karl-Heinz Prehn. Früher wurde viel damit gearbeitet und deshalb auch jetzt  in Sanierungsgebieten. rüdiger rump
Auf die Balkonumrandung des neues Hauses in der Pastiner Straße 21 in Sternberg kommt ein Titan-Zink-Blech, das mit der Zeit einen Grauton wie die Fallrohre der Dachrinne annimmt. Es passt gut in die Altstadt, findet Norbert Wagner, Dachdecker und -klempner bei der Brüeler Firma Karl-Heinz Prehn. Früher wurde viel damit gearbeitet und deshalb auch jetzt in Sanierungsgebieten. rüdiger rump

Die Handwerker geben sich in der Pastiner Straße die Klinke in die Hand. Pardon, sie gehen ein und aus, Klinken gibt es noch nicht; ein Bauzaun sperrt das Gelände ab. Der Rohbau steht aber schon, das Dach ist eingedeckt.

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05. September 2012, 12:06 Uhr

Sternberg | Die Handwerker geben sich in der Pastiner Straße 21 die Klinke in die Hand. Pardon, sie gehen ein und aus, denn Klinken gibt es noch nicht; ein Bauzaun sperrt das Gelände ab. Der Rohbau steht aber schon, das Dach ist eingedeckt. Gerade hat Norbert Wagner, Dachdecker und -klempner bei der Brüeler Firma Karl-Heinz Prehn, die Umrandungen der beiden Balkons mit Titan-Zink-Blech versehen. Das passe gut zu den Häusern in der Altstadt. Mit der Zeit nehme es den Grauton der Fallrohre an. So sei früher viel gebaut worden und dieses Material deshalb häufig in heutigen Sanierungsgebieten anzutreffen, erklärt der Handwerker. Der Brüeler Betrieb hat bereits das Dach eingedeckt sowie die Schieferarbeiten und an einer Seite den Anschluss zum Nachbarhaus mit Blei, Zinkblech und Fassadenplatten erledigt.

Die Pastiner Straße 21 ist eines von drei in diesem Jahr begonnenen Vorhaben der Sternberger Immobilien GmbH & Co. KG (Immo) bei der weiteren Altstadtsanierung. Das vorherige Haus an dieser Stelle, das nicht mehr zu retten war, ist abgerissen worden und wird durch einen Neubau ersetzt. Wenige Meter weiter erfolgt eine Vollsanierung in der Pastiner Straße 33. Die Arbeiten sind ebenfalls in vollem Gange, neue Fenster zum Beispiel schon eingesetzt. Und über der Luckower Straße 13 hängt seit Wochen die Richtkrone. Wo einst ein schmuckes, inzwischen aber lange leer stehendes, baufälliges Fachwerkhaus stand, ziehen die künftigen Mieter in einen Neubau, der sich an das Blockkonzept der Luckower Straße 15/17/19/21, das erste dieser Größenordnung bei der Sternberger Stadt sanierung, anschließt.

Die Fertigstellung in der Pastiner Straße 21 wird sich allerdings von November/Dezember diesen Jahres auf den 1. Februar 2013 verschieben, sagt Planerin Lisa Mewes aus Sternberg. "Wir konnten erst später anfangen, weil vorher ein Stützfundament gemacht werden musste, um den Giebel des Nachbarhauses zu sichern. Das hat sich nach dem Abriss des alten Hauses ergeben und war nicht eingeplant." Aber so etwas komme bei Bauarbeiten im Altstadtbereich immer wieder vor. Zudem gäbe es bei Deckenelementen unerwartet lange Lieferzeiten, erklärt die Diplomingenieurin. So summierten sich dann kleine Verzögerungen. In dem Haus war ursprünglich neben zwei Wohnungen im Obergeschoss eine kleine Gewerbeeinheit in der unteren Etage vorgesehen. "Der Interessent ist jedoch abgesprungen. Zum Glück rechtzeitig, so dass wir dort gar nicht erst Gewerberäume bauen, für die sich kein Mieter finden würde, sondern zwei Wohnungen mehr", erklärt Bürgermeister Jochen Quandt. Die Nachfrage nach sanierten Wohnungen in der Altstadt sei ungebrochen, Gespräche mit potenziellen Mietern würden wie bei Immo-Vorhaben zuvor beizeiten geführt.

Von der Planung bis zu den ausführenden Gewerken werden die Aufträge an Handwerksbetriebe aus der Region vergeben. Für 2013 hat die Immo weitere drei Häuser in Vorbereitung, sagt der Bürgermeister. Die Pastiner Straße 2 und die Luckower Straße 28 werden voll saniert. Hier entstehen fünf bzw. zwei Wohnungen. Bei der Pastiner Straße 31 gäbe es keine Rettung, so Quandt. Eine Sanierung komme nicht in Frage, so dass hier Abriss und neuer Lückenschluss mit vier Wohnungen geplant würden.

Mit einem Integrierten Stadtentwicklungskonzept hat Sternberg vor genau zehn Jahren beschlossen, Mietwohnungen in Plattenbauten zurückzubauen, um hier das Überangebot zu reduzieren, und gleichzeitig die Altstadt aufzuwerten. Bereits 1991 war Sternberg in die Städtebauförderung von MV aufgenommen worden. In diesem Jahr umfasst das Landesprogramm 64 städtebauliche Maßnahmen in 50 Kommunen. In Sternberg fließen daraus 750 000 Euro, ein Drittel davon beträgt der Eigenanteil der Stadt. Diese Mittel sind bestimmt für die von der Immo übernommene Sanierung privater Gebäude. Bislang wurden etwa 22,4 Millionen Euro Städtebaufördermittel für die Sanierung bereitgestellt und 20,2 Millionen abgerufen, gab der Bürgermeister einen Überblick auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung. Von 1991 bis Mitte 2012 erfolgten im privaten Bereich 16 Vollsanierungen,

63 Teilmodernisierungen und vier Lückenbebauungen, durch die Stadt vier Vollsanierungen und durch die Ende 2003 gegründete Immo 24 Vollsanierungen, fünf Lückenbebauungen und eine Teilmodernisierung. Die erste private Vollsanierung wurde 1993 fertiggestellt, die Apotheke von Walter Ratke seinerzeit in der Pastiner Straße. Die Sanierung von Wohngebäuden bleibe der Schwerpunkt 2012 und in den Folgejahren, so Quandt.

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