zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. Oktober 2017 | 05:20 Uhr

Zwei Stunden nach Kinderwünschen

vom

svz.de von
erstellt am 06.Dez.2011 | 12:01 Uhr

Kobrow | Beim Basteln der Gestecke sind die Mädchen beinahe unter sich, die Jungs betätigen sich derweil mit Sportgeräten, die ganz unterschiedliche Altersgruppen ansprechen. Mittwochs von 16 bis 18 Uhr steht die Kobrower Mehrzweckhalle wieder allen Kindern aus den fünf Dörfern der Gemeinde - Kobrow I und II, Stieten, Wamckow und Dessin - offen. Die Betreuung hat nach zwei Monaten unregelmäßiger Treffs
im November Stefanie Kelch, in Kobrow aufgewachsen und Mutter eines neunjährigen Sohnes, übernommen. Ihre Vorgängerin Maren Krüger-Uchneytz, die den Kinderklub von 2005 an zu einem gern besuchten Treffpunkt für den Nachwuchs der Gemeinde gemacht hatte, war aus persönlichen Gründen ausgeschieden. "Wir haben das bedauert, aber akzeptiert", sagt Bürgermeister Olaf Schröder und spricht der vorherigen Betreuerin des Kinderklubs ein herzliches Dankeschön aus.

"Was die Kinder gern machen wollen, wird berücksichtigt, es geht nach ihren Wünschen", lautet die Devise von Stefanie Kelch. Einige basteln mit Vorliebe, besonders die Mädchen. Die Jungen zieht es mehr in die Sporthalle. Manchmal wollten die Kinder "einfach nur quatschen". Es soll eben ein Anlaufpunkt für ganz unterschiedliche Altersgruppen sein, betont Stefanie Kelch. An diesem Nachmittag ist die zweijährige Clara Wilk die Jüngste, Vanessa Krüger mit ihren 13 Jahren setzt oben das Limit. Entscheidend sei, dass die Kinder sich wohl fühlen und gemeinsam was unternehmen. Die Bedingungen seien ideal, findet Kelch. Bei zehn bis zwölf Mädchen und Jungen habe sich die Teilnehmerzahl derzeit etwas eingepegelt, es könnten aber durchaus mehr werden, gern auch aus den Ortsteilen, ermuntert der Bürgermeister.

"Wir sind froh, dass wir den Kinderklub auf diese Weise weiterführen können. Mit Ein-Euro-Jobs wäre uns hier genauso wenig geholfen wie früher mit ABM und anderen Beschäftigungsmöglichkeiten, die zeitlich eng begrenzt waren. Kaum hätte sich Vertrauen richtig aufgebaut, würde es wieder einen Wechsel geben. Mit Maren Krüger-Uchneytz hatten wir erstmals Kontinuität erreicht, und ich denke, die setzt sich mit Stefanie Kelch fort",so der Bürgermeister. Die 32-Jährige, die als Heil erzieherin und Psychomotorikerin in Güstrow arbeitet, erhalte einen Obolus über geringfügige Beschäftigung. Mehr könne sich die Gemeinde gar nicht leisten. Dieses Angebot als Ergänzung zu anderen Freizeitmöglichkeiten in der Gemeinde wie den Sportverein aufrecht zu halten, sei ohnehin "jedes Jahr ein Kraftakt", räumt Schröder ein. Es sei keine Pflichtaufgabe, aber die "Super bedingungen" verlangten auch danach, sie entsprechend zu nutzen. Die Sporthalle sei gut ausgelastet, besonders jetzt im Winter. "Sie ist in den 1960er-Jahren in Eigeninitiative der Einwohner bei einer Unmenge von Arbeitseinsätzen errichtet worden. Auch das sollte man nicht vergessen. Ich selbst kenne das natürlich nur vom Erzählen", berichtet der Kobrower Bürgermeister schmunzelnd.

Stefanie Kelch sieht die Arbeit mit Kindern "als Berufung". Sie könne sich nichts schöneres vorstellen. Den Kinderklub in Kobrow wolle die neue Betreuerin in bewährter Weise weiterführen, aber genauso hier und da eigene Ideen einbringen sowie Impulse der Mädchen und Jungen aufnehmen. "Wenn sie zum Beispiel einen Vorschlag für den nächsten Treff haben, versuche ich zu besorgen, was dazu nötig ist. Die Ausstattung ist ohnehin sehr gut." Die Gemeinde zahlt für so genannte Verbrauchsmittel 500 Euro pro Jahr.

Zum nächsten Sonnabend, 10. Dezember, bereiten die Kinder ein kleines Programm für die Senioren-Weihnachtsfeier vor. Die beginnt um 14 Uhr. Danach können große und kleine Besucher sich auf Bastelstraße, Märchenspiel und natürlich auf den Weihnachtsmann freuen. Und im nächsten Jahr geht es weiter, ob bei Dorffest oder Halloween-Party. Bei den Erwachsenen habe sich ein schöner Zusammenhalt entwickelt, findet Stefanie Kelch. Sie möchte dazu beitragen, dass das bei den Kindern genauso ist.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen