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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 10:15 Uhr

Bolz/Rostock : Zwei Hunde als Blutspender

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die beiden Malinois von Helga Kastirke aus Bolz wurden für einen Notfall in der Rostocker Tierklinik gebraucht.

von
erstellt am 02.Mai.2016 | 21:00 Uhr

Als der Anruf kam, machte sich Helga Kastirke gerade startklar für einen Termin in Sternberg. Den sagte sie augenblicklich ab, beorderte ihre Hunde ins Auto und fuhr nach Rostock. Die Tierklinik brauchte Blutspenden für einen Notfall.

Die Hundeverhaltenstrainerin aus Bolz war vor etwa anderthalb Jahren mit den beiden Malinois, eine Art des Belgischen Schäferhundes, dort zur Behandlung und hatte sie bei der Gelegenheit als Blutspender eintragen lassen. Boy wird Mitte September, Prinzessin am Neujahrstag 2017 vier Jahre alt.

Wie beim Menschen rettet in Notfällen oft nur eine Bluttransfusion das Leben des betroffenen Vierbeiners, etwa nach Unfall oder Operation, bei Blutarmut oder Gerinnungsstörungen, die auftreten können, wenn das Tier beispielsweise Rattengift gefressen hat. Doch anders als in der Humanmedizin gibt es keine Blutbank, so dass die Tierärzte meist auf eine frische Zufuhr angewiesen sind, erklärt Sylvia Wiesner von der Tierklinik.

Höchstens sechs bis acht Jahre alt

Leider seien viele Halter, die sich bereit erklärt haben, in dringenden Fällen schwer erreichbar, so Wiesner. Zudem komme für einen kranken Hund mit 40 Kilogramm kein Spender in Frage, der nur gut die Hälfte wiege. Dieser sollte möglichst sogar etwas schwerer sein. Mindestgewicht seien 20 Kilogramm. Die Kartei enthalte 62 Hunde. Diese könnten im Abstand von mindestens einem Vierteljahr problemlos drei- bis viermal jährlich spenden, wenn sie gesund sind.

Vor Jahren sei sie mit den Rottweilern Benny, den manche Sternberger vom Besuchsdienst im DRK-Seniorenzentrum kennen, und Tyson zum Blutspenden in Güstrow gewesen, erzählt Kastirke. „Die Beiden blieben da ganz ruhig liegen. Mit lebhaften Hunden geht das nicht.“ Benny lebe nicht mehr, Tyson habe sie jetzt auch mit nach Rostock genommen, doch mittlerweile elf Jahre alt, sei er nicht mehr in Frage gekommen. Bei der Erstuntersuchung dürfe der Hund höchstens sechs bis acht Jahre alt sein. Darüber hinaus nehme der Anteil der roten Blutkörperchen merklich ab, und die brauche er dann selbst.

Neben Alter und Gewicht kommt es darauf an, dass der Hund regelmäßig geimpft und entwurmt worden ist, selbst noch kein Spenderblut erhalten hat, noch nicht trächtig war und nicht aus dem südlichen Ausland stammt.

Nach Gesundheitscheck und Blutuntersuchung wurden Boy und Prinzessin 450 Milliliter abgenommen. Richtwert sind zehn Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. „Ich finde es beeindruckend, dass Hunde, die wesentlich weniger Masse haben, die gleiche Menge wie Menschen spenden können“, so Kastirke. Sie kenne sich aus, denn sie und Lebensgefährte Herbert Kasten seien am Tag zuvor in Sternberg zur Blutspende gewesen.

Die Prozedur „phänomenal“ vertragen

In der Tierklinik dauert es ein bis zwei Stunden. „Eine Narkose wie früher ist nicht nötig“, sagt Wiesner. „Während der Entnahme musste eine Mitarbeiterin den Beutel permanent bewegen, um ein Gerinnen zu vermeiden“, hat Kastirke beobachtet. „Wenn ich Blut spende, erfolgt das maschinell.“ Die Elektrolyten erhielten die Vierbeiner über einen Tropf zurück. Eine Konserve sei gleich verwendet, eine für einen weiteren Notfall aufgehoben worden. Das Blut von Hunden sei allerdings nur drei Wochen lagerfähig. Zum Dank gibt es einen Beutel mit 14 Kilogramm hochwertiger Hundenahrung oder eine kostenlose Impfung.

Ihre Belgischen Schäferhunde hätten die Prozedur „phänomenal“ vertragen, „sie waren auch in keiner Weise schläfrig“, freut sich Helga Kastirke über diesen Einsatz, der einem anderen Hund geholfen hat.

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