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Zurow/Pennewitt : Zwei Ferkel von der Autobahn-Raststätte

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Polizeibeamte fangen herrenlosen Schweinenachwuchs an der A 20 ein. Die Tiere sind in Pennewitt untergebracht und gut umsorgt.

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erstellt am 21.Okt.2015 | 21:00 Uhr

Ob sie Appetit auf was Leckeres hatten oder was sie sonst dorthin geführt haben könnte, ist noch unklar: Zwei Ferkel spazierten am Dienstagnachmittag herrenlos über die Autobahnraststätte „Selliner See“ nahe der Anschlussstelle Zurow an der A 20.

Mitarbeiter des Bundesamtes für Güterverkehr hatten sie bemerkt und das Autobahn- und Verkehrspolizeirevier in Metelsdorf informiert. Als die Streifenwagenbesatzung eintraf, tummelten sich die Ferkel in der Bankette der Autobahn, so dass große Gefahr bestand, dass sie auf die Fahrbahn laufen. Die Beamten bekamen nun zu spüren, wie abwechslungsreich der Beruf eines Polizisten sein kann. Beherzt fingen sie die Ausreißer ein. Da die Tiere jedoch Widerstand gegen die Festnahme leisteten, mussten sie gefesselt werden, beschreibt André Falke, Sprecher der Polizeiinspektion Wismar, augenzwinkernd das weitere Szenario.

Ein Eigentümer konnte an der Raststätte nicht ermittelt werden. Beide Ferkel, ein kastrierter Eber und eine Sau, sind kupiert und ca. acht bis zehn Wochen alt. Sie haben jeweils ein Ohrloch, in denen jedoch die Marke fehlt. Ob diese verloren ging oder absichtlich entfernt wurde, ließ sich bislang nicht feststellen.

Die Tiere fanden unverzüglich eine Bleibe bei Jutta und Erhard Charborski in Pennewitt. Ein Bekannter von ihnen sei bei der Einfangaktion an der Raststätte dabei gewesen und habe telefonisch angefragt, ob sie die beiden Ferkel unterbringen und versorgen könnten, erzählt Jutta Charborski. Er habe sie auch gleich gebracht. Die Tiere könnten doch nicht sich selbst überlassen bleiben, meint die Pennewitterin, der die beiden Ferkel leid taten. „Wir haben zu DDR-Zeiten immer Schweine gehalten und den Platz dafür.“ Das Füttern sei auch kein Problem. Charborskis bauen selbst Kartoffeln zum Eigenverbrauch an. „Und wir waren auch fleißig, haben Maiskolben nachgesammelt, sobald ein Feld abgeerntet war. Da bleibt eine ganze Menge liegen“, so Jutta Charborski. Die Körner seien zwar für die Hühner gedacht, doch nun würden die Ferkel welche abbekommen. „Wir drehen die durch und geben ein bisschen Getreide dazu, das wir auch für die Hühner kaufen. Und die Essensreste werden gleich mit verwertet, so wie früher“, erklärt die Pennewitterin. Außerdem sind auf dem Hof Enten, Schafe, Hund und Katze zu Hause.

Was aus den Ferkeln wird, warte sie einfach ab. Wenn sich jemand melde, dem sie gehören und der sie wieder haben möchte, bekomme er sie natürlich. Sonst würden sie eben in Pennewitt groß.

Gegen den unbekannten Tierhalter wurde eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gefertigt und das zuständige Ordnungsamt informiert.


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