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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 10:52 Uhr

Rund um Sternberg : Zusammen 100 Jahre Feuerwehr

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zwei Witziner sind jeweils fünf Jahrzehnte dabei. Die Ehrenmitglieder und Senioren des Amtes Sternberger Seenlandschaft trafen sich in geselliger Runde.

von
erstellt am 24.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Es kommen Hunderte von Dienstjahren in der blauen Uniform zusammen, wenn sich die Senioren und Ehrenmitglieder aus den freiwilligen Feuerwehren (FFw) des Amtes Sternberger Seenlandschaft treffen. Allein Horst Wolff und Heinz Westphal aus der FFw Witzin, die in diesem Jahr rühriger Gastgeber war, bringen es gemeinsam auf
100 Jahre. Beide erhielten im Juli vom Landesfeuerwehrverband das Ehrenzeichen am Bande für 50 Jahre treue Mitgliedschaft.

„Die Getränke für heute sind aber schon bezahlt“, flachst Mathias Ohms, stellvertretender Amtswehrführer, als er die Veranstaltung launig eröffnet und über die Feuerwehren im Amtsbereich informiert. Bislang seien die in diesem Jahr zu 62 Einsätzen ausgerückt, „das waren wenig im Vergleich zum Vorjahr“, so Ohms. Sie hätten dabei die verschiedenste Technik, über die sie verfügen, gebraucht. Leider seien bei den Einsätzen, zu denen die Feuerwehren gerufen wurden, zwei Tote zu beklagen gewesen, kürzlich bei dem Brand in Dabel sowie am Himmelfahrtstag bei einem Verkehrsunfall auf der B 192 zwischen Sternberg und Holzendorf.

Doch genauso gebe es schöne Seiten, wie den Amtsausscheid dieses Jahr in Borkow, den die Aktiven und der Nachwuchs wie erstmals 2016 zu gleicher Stunde am gleichen Ort bestritten. „Die Kinder bringen Leute mit, so dass die Feuerwehren sich einem größerem Publikum als sonst präsentieren können“, nennt Ohms, der auch stellvertretender Wehrführer in Brüel ist, als einen der Vorteile. „Und wir liegen ausbildungstechnisch gut im Rennen.“

Positives kann den langjährigen Mitgliedern auch Amtsjugendwart René Pfalzgraf, Wehrführer in Hohen Pritz, vom Nachwuchs mitteilen. Es
gebe acht Jugendwehren mit mehr als 100 Mitgliedern. „Damit sind wir bei elf Feuerwehren gut aufgestellt im Vergleich zu anderen Ämtern, in denen es zwei oder drei gibt“, schätzt Pfalzgraf erfreut ein. Durch Dabel und Hohen Pritz seien gute Ergebnisse auf Kreisebene erzielt worden. Bei allem Spaß, den Jugendfeuerwehr machen soll, werde auch auf die Ausbildung Wert gelegt. Wissen und Können würden am 4. November das erste Mal bei der Abnahme für die Jugendflamme überprüft. Das Abzeichen ist ein Ausbildungsnachweis in drei Stufen.

Horst Wolff (75) und Heinz Westphal (77) interessieren sich, wie sie sagen, für alles, was die Feuerwehr betrifft, und kommen gern zu diesen geselligen Zusammenkünften. Letzterer war nach der Wende bis 2005 Wehrführer in Witzin. Er war 1964 aus dem Raum Greifswald hierher gezogen. Wolff ist in Zülow aufgewachsen und in jungen Jahren von dort nach Witzin gekommen. Beide haben in Sternberg bei der BHG (Bäuerliche Handelsgenossenschaft) gearbeitet und sind 1967 in die freiwillige Feuerwehr eingetreten. Wie das genau kam, wüssten sie heute nicht mehr. „Es hat sich so ergeben“, sagt Westphal. „Wir haben mit Kollegen zusammengesessen und die von der Feuerwehr erzählt.“ Seitdem habe sich vieles verändert, angefangen bei der Technik, ohne die die Hilfeleistungen bei schweren Verkehrsunfällen heute gar nicht möglich wären. Nach der Wende habe es öfter gekracht. Auch die Vorschriften seien viel umfangreicher und komplizierter geworden. Ob jedoch bei jedem Ast auf der Straße gleich die Feuerwehr alarmiert werden müsse, sei fraglich, meinen die Beiden. Die Feuerwehrleute machten das ehrenamtlich, würden ihre Arbeit liegen lassen oder müssten manchmal mitten der Nacht los.

Ihnen habe es bei der Feuerwehr immer gut gefallen, sagen die „50-Jährigen“ und sprechen vom Zusammenhalt in der Truppe. In der Beziehung hätten sich die Kameraden aus der Partnergemeinde im Kreis Plön einiges von den Witzinern abgeschaut. Freilich habe es genauso traurige Momente gegeben, etwa als ein junger Mann auf dem Buchenberg mit seinem Pkw von der Straße abgekommen und auf der Stelle tot gewesen sei.

Beim Brand eines Schweinestalls, kombiniert mit Wohnungen, Anfang Februar seien es minus acht Grad gewesen, und ständig habe die Gefahr bestanden, dass Pumpe, Strahlrohr und Schläuche einfrieren. Doch es sei kein Mensch zu Schaden gekommen und zudem der gesamte Schweinebestand gerettet worden. Das sei dann für jeden Feuerwehrmann ein Glücksmoment, sind sich Horst Wolff und Heinz Westphal einig.

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