Bundesstraße 104 bei Brüel : Zum Abfräsen nur zwei Tage Zeit

Zwei Fräsen arbeiten überlappend auf einer Fahrbahnhälfte. Für die Fahrzeugkolonne, die sich an der Baustellenampel gebildet hat, bleibt eine Spur.  Fotos: Rüdiger Rump
Zwei Fräsen arbeiten überlappend auf einer Fahrbahnhälfte. Für die Fahrzeugkolonne, die sich an der Baustellenampel gebildet hat, bleibt eine Spur. Fotos: Rüdiger Rump

Bauarbeiten auf der B 104: Die alte Deckschicht soll heute Abend herunter sein. Mittwoch beginnt die Asphaltierung, am Wochenende gibt es eine Vollsperrung der Bundesstraße.

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16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Gegen zehn Uhr haben sich die beiden Fräsen Stück für Stück bis an die Keezer Kreuzung vorgearbeitet. Sie fahren versetzt, damit eine Hälfte der Fahrbahn in einem Zuge fertig wird. Die Baustellenampel, die den halbseitigen Verkehr regelt, rückt immer mit. Los ging es gestern Morgen am Abzweig der Landesstraße 09 nach Crivitz. Von dort bis zum Brüeler Gewerbegebiet wird die Fahrbahndecke der B 104 auf etwa drei Kilometern erneuert.

Der gewöhnliche Autofahrer hat gesehen, dass der Asphalt stellenweise ausgebessert war, aber er kennt wesentlich schlechtere Straßen, die es vielleicht nötiger hätten. Darauf angesprochen, hält Polier Thomas Susemihl von der Firma Eurovia entgegen, die Erneuerung sei durchaus notwendig, und zeigt auf viele, teils feine Risse sowohl längs und quer als auch netzartig. Wer hier mit Tempo 100 fahre, bemerke die nicht, ein Laie ohnehin nicht. Auch Fugen seien aufgegangen. Irgendwann breche der Asphalt ganz auf „und fliegt dann raus“.

Karl-Heinz Schlünz vom Mecklenburgischen Ingenieurbüro für Verkehrsbau bestätigt: „Die Deckschicht ist komplett durchgefahren, gerade an den Knotenpunkten.“ Für den normalen Autoverkehr wäre das noch kein Problem, doch die enorme Beanspruchung durch den Schwerlastverkehr setze dem Fahrbahnbelag kräftig zu. Werde jetzt nicht gehandelt, würde es in absehbarer Zeit vermutlich nicht mehr reichen, nur die Deckschicht zu erneuern, gibt Schlünz zu bedenken. Er ist im Auftrag des Schweriner Straßenbauamtes zur Bauüberwachung vor Ort, achtet darauf, dass die Arbeiten qualitätsgerecht ausgeführt werden.

Der Polier hat gestern Vormittag ein Problem: Von den 18 bestellten Kippern, die das abgefräste Material wegfahren sollen, sind nur zwölf gekommen. Weil die bis zum Mischwerk in Krassow, woher auch der neue Asphalt kommen werde, viel Zeit brauchen, entsteht für die Fräsen zeitweilig Leerlauf. Es gebe derzeit eben viele Baustellen, sagt Susemihl achselzuckend, lässt sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Er habe umdisponiert, damit die Strecke für die Laster wesentlich kürzer werde.

Danach müssen die Fräsen nicht mehr warten. Diese erledigen eine Fahrbahnhälfte bis zum Ende der Baustelle auf Höhe der Tankstelle und dann geht es auf der anderen Seite zurück. Insgesamt bleiben nur zwei Tage Zeit, heute Abend müsse die Deckschicht abgefräst sein, sagt der Polier. Denn Mittwoch und Donnerstag würden die Anschlüsse an Baustellenanfang und -ende asphaltiert, zusammen etwa 600 Meter. Das erfolge halbseitig, damit der Verkehr vorbei fließen könne. Sei der Asphalt ausgekühlt, werde die andere Seite gemacht.

Zu einer Vollsperrung zwischen L 09 und Gewerbegebiet Brüel kommt es dann ab Freitagabend, um ab Sonnabend auf ganzer Breite von 7,20 bis 7,50 Meter die neue Fahrbahndecke aufzubringen. Bei Einmündungen, Abbiegespuren und Bustaschen ist das bereits vorige Woche erfolgt. Aus dem einfachen Grund, weil der Asphaltfertiger eine maximale Arbeitsbreite von acht Metern hat, es an den im Vorfeld erneuerten Stellen aber bis zu elf Meter sind, erklärt der Polier. Das Umrüsten des Fertigers von 2,5 bis fünf Meter Arbeitsbreite, die morgen und übermorgen gebraucht werde, auf 7,20 bis 7,50 Meter dauere etwa sechs Stunden und erfolge neben anderen Vorbereitungen am Freitag.

Er hoffe, so Susemihl, dass die Asphaltierung am Samstagabend abgeschlossen sei, damit nach dem Auskühlen der neuen Deckschicht, die mit 160 bis 170 Grad eingebaut werde, am Sonntag die Markierung aufgebracht werden könne. Voraussetzung sei trockene Witterung. Denn bei Regen würde der Haftkleber, eine Bitumenschicht beinahe so dünn wie Wasser, die Binder- und Deckschicht haltbarer zusammenfügt, weglaufen, zumal die Straße an mehreren Stellen abschüssig sei. Nach dem Asphaltieren entscheide das Straßenbauamt nächste Woche, bis wann die Umleitung für Lkw bestehen bleibe.

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