Schwerin : Zuckertüten-Zeit heute und anno dazumal

Der große Tag für Abc-Schützin Laura Paulick aus Warin mit ihrer großen Schwester Lena sowie (v.l.) Oma Hannelore Lantow, Papa Torsten Paulick, Opa Erich Lantow, Opa Tadeusz Felusiak, Oma Gabi Felusiak und Mama Anja Paulick.
Der große Tag für Abc-Schützin Laura Paulick aus Warin mit ihrer großen Schwester Lena sowie (v.l.) Oma Hannelore Lantow, Papa Torsten Paulick, Opa Erich Lantow, Opa Tadeusz Felusiak, Oma Gabi Felusiak und Mama Anja Paulick.

Eine Familiengeschichte über drei Generationen erfuhr SVZ am Rande der Wariner Einschulungsfeier

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19. August 2018, 21:00 Uhr

Es war Laura Paulicks Tag. Zusammen mit 14 anderen Abc-Schützen wurde die sechsjährige Warinerin am Sonnabend bei der Feier der „Fritz-Reuter“-Grundschule in der Stadthalle eingeschult. Stolz hielt sie später auf dem Schulhof ihre Zuckertüte, ungeöffnet. Einiges konnte sie aber schon erspähen: „Einen Plüsch-Hund, Süßigkeiten…“

„Ich weiß nicht mehr, was in meiner Tüte war“, meinte ihre große Schwester Lena, inzwischen zehn. „Was, das weißt du nicht mehr?“, bemerkte Papa Torsten Paulick, „das ist doch noch gar nicht lange her“. Lena erinnerte sich dann an dies: „Ich habe Geld bekommen, Süßigkeiten…“

Torsten Paulick war 1987 in Warin eingeschult worden, „in die alte Schule am Gildeacker noch“. Auch damals waren natürlich Süßigkeiten, etwas für die Schule und auch zum Anziehen in der Zuckertüte. Für seine Frau Anja indes gab es 1989 „gar keine Tüte“. Wegen der erstaunten Reaktion des SVZ-Redakteurs löste Anja Paulick das Rätsel unverzüglich auf: „Ich stamme aus Polen, da kennt man den Brauch nicht.“ Einschulungstermin ist dort traditionell, wie auch einst in der DDR , der 1. September. „Es gab den Stundenplan, eine kurze Begrüßung, mehr nicht. Und am nächsten Tag ging es ganz normal zur Schule“, so Anja, die „aus Wielun in Zentralpolen, 200 Kilometer von Warschau und 150 von Breslau entfernt“, stammt. Nach dem Abitur machte Anja Felusiak, so ihr Mädchenname, eine Ausbildung als Köchin. „Seit 2000 bin ich in Deutschland.“ Sie arbeitete im bayerischen Sonthofen, hatte einen freien Tag, als ihr Torsten Paulick über den Weg lief. Dieser weilte im Oberallgäu „zu einem Bundeswehr-Vorbereitungscamp für einen Auslandseinsatz.“ Anja und Torsten wurden ein Paar, die Polin verschlug es in Paulicks Mecklenburger Heimat. „Im Schloss Hasenwinkel wurde geheiratet. Wir wohnten zwölf Jahre lang in Jesendorf, die beiden Töchter kamen zur Welt. Seit zwei Jahren haben wir uns wohnungsmäßig vergrößert, leben nun „Am Strand“ in Warin. Im Haus der Eltern. Diese zogen in eine altersgerechte Wohnung“, so Torsten Paulick. Während er sich einen Kaffee beim Schulverein-Stand holte, berichtete seine Mutter Hannelore Lantow über ihre Schulzeit am Gildeacker: „Was in der Tüte war, weiß ich nicht mehr. Aber ich kam ein paar Mal zu spät und wurde dafür von der Lehrerin in die Dunkelkammer gesperrt. Das war gruselig.“

Ihr Mann Erich Lantow wurde 1963 in Groß Raden eingeschult. „In meiner Schultüte waren Kekse, eine Tafel Schokolade, ein Stück zum Anziehen, einen selbstgestrickten Pullover von Mutti. Mehr gab es nicht.“ 1975 machte Erich Lantow sein Abi an der EOS Brüel. Heute ist er selbstständiger Malermeister wie übrigens Torsten Paulick auch.

Für Torsten brachte die Einschulung der Jüngsten ein Déjà-vu-Erlebnis: „Sie hat mit Angela Hahn dieselbe Klassenlehrerin wie ich auch bei meiner Einschulung.“

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