zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

14. Dezember 2017 | 09:25 Uhr

Gägelow bei Sternberg : Zuckerrüben vom Feld zum Musen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Pastiner Landwirtschaftsgesellschaft hat am Wochenende den Abtransport aus den Feldmieten und die Verarbeitung für die Biogasanlage abgeschlossen.

von
erstellt am 23.Okt.2016 | 21:00 Uhr

In diesem Jahr hat bei den Zuckerrüben beinahe alles mit der 70 zu tun. So viel Hektar umfasste die Anbaufläche und so viel Tonnen das Ertragsziel pro Hektar. Das sei in etwa aufgegangen, schätzt Martin Krull, Leiter Pflanzenbau in der Pastiner Landwirtschaftsgesellschaft. In dieser Woche stehe das Ergebnis genau fest, denn gewogen werde erst bei der Verarbeitung, und die konnte am Wochenende abgeschlossen werden.

Die 70 Hektar sind ein zusammenhängender Schlag bei Gägelow nahe dem neuen Betriebshof in Richtung Borkow. Die Rodung der Zuckerrüben erledigte ein Lohnunternehmen, den Transport zur Ackerkante, wo zwei Feldmieten angelegt wurden, der Betrieb selbst mit Traktoren samt Anhängern. Dort lagerten die Früchte, bis der Termin zum Waschen und Musen, wiederum durch ein Lohnunternehmen, heran war. „Das ist sehr aufwändig und die Technik dafür teuer. Die selbst
anzuschaffen, würde sich bei unserer Menge nicht lohnen“, so Krull. „Das bedeutet, wir stehen unter Zeitdruck, haben nur sieben Tage.“ Ab heute sei die Technik schon in einem anderen Betrieb. Das Lohnunternehmen habe damit bis in den Februar zu tun.

Aus dem Grund werde von 7 bis 21 Uhr gearbeitet, auch am Wochenende. Montag ging es los. Am Sonnabend würden vielleicht noch ein, zwei Stunden angehängt, „wenn wir dadurch am Abend fertig werden und den Sonntag nicht mehr brauchen“, erklärt der junge Pflanzenbauchef.

Für den Abtransport seien vier Fahrzeuge im Einsatz. „Da wir die Rüben schon am Feldrand haben, setzen wir auch Lkw ein. Die können doppelt so viel mitnehmen wie ein Traktor mit Hänger und verbrauchen nur etwa die Hälfte Sprit“, so Krull. Hier wird durch das Verladeband, den „Rübenputzer“, bereits vorgesiebt. So bleiben ein Teil der Erde und Ernterückstände auf dem Acker.

Der Betrieb baut die Zuckerrüben ausschließlich für seine beiden Biogasanlagen in Borkow und Kobrow II an. Das Verfahren habe sich bestens bewährt, sagt Geschäftsführer Peter Rosien. Ohne Quote
bekäme man ohnehin nichts verkauft. Aus den Früchten entsteht jetzt in Kobrow II Rübenmus, das in zwei Hochbehälter kommt, die jeweils 1200 Tonnen fassen. Die vier Fahrzeuge transportieren pro Stunde 70 Tonnen, und so viel können in einer Stunde maximal verarbeitet werden. „Das haben wir genau aufeinander abgestimmt“, sagt der Pflanzenbauchef. Zuerst wird gewogen, dann geht es durch eine Trockenreinigung und gleich in eine Trommel, in der die Rüben gewaschen und Steine entfernt werden. Die fallen nach unten, während die Früchte an der Wasseroberfläche schwimmen. Die gelangen jetzt durch einen Trichter in den Schredder, das fertige Mus wird ohne Zusätze, „das ist die reine Rübe“, so Krull, mit Druck in einen Hochbehälter gepumpt. Die Reinigung zuvor funktioniere gut. „Das sehen wir, wenn die Behälter leer sind. Darin hat sich kaum Schmutz abgesetzt.“

Das Mus aus 4800 Tonnen Zuckerrüben reiche bis zur nächsten Kampagne. Es werde nach Bedarf in den Fermenter der Biogasanlage gepumpt, wo andere Substrate hinzukommen. Die Zuckerrübenernte in diesem Jahr ist für den Pastiner Agrarbetrieb nun abgeschlossen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen