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"David-Franck"-Schule : Zu viele Ausfallstunden in Sternberg?

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Die Verbundene Regionale Schule und Gymnasium "David Franck" in Sternberg steht in der Kritik: In den letzten zwei Jahren seien hier immer wieder Unterrichtsstunden ausgefallen, die nicht nachgeholt werden.

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erstellt am 19.Feb.2013 | 07:04 Uhr

Sternberg | Die Verbundene Regionale Schule und Gymnasium "David Franck" in Sternberg steht in der Kritik: In den letzten zwei Jahren seien hier immer wieder Unterrichtsstunden ausgefallen, die nicht nachgeholt werden. Und das in einem beträchtlichen Umfang.

Der Schule wird vorgeworfen, dass beispielsweise im Schuljahr 2010/11 in einem Zeitraum von sechs Wochen in einer Klasse zwölf Schulstunden nicht stattgefunden hätten. "Die sagen den Schülern zur Begründung, dass der Fachlehrer krank ist", heißt es aus

einer Familie. Aus Angst vor Konsequenzen für ihr Kind möchte sie nicht namentlich genannt werden. Die Ausfallstunden würden meistens zur Stillarbeit genutzt werden, unter anderem um Hausaufgaben zu erledigen. "Wenn die Ausfallstunden am Ende eines Schultages liegen, wird die Klasse nach Hause geschickt", sagt die Mutter. So auch an einem Tag kurz vor den diesjährigen Winterferien. Da sei bereits nach zwei Schulstunden Schluss gewesen. Ganze sechs Unterrichtsstunden hätten an diesem Tag nicht stattgefunden.

Und, diese Situation sei kein Einzelfall: Die Familie weiß von einer Bekannten zu berichten, deren Tochter an der Sternberger Schule ein Jahr keinen Englischunterricht gehabt haben soll. Der Grund: Die verantwortliche Fachkraft sei krank. Aus weiteren Quellen wurde der Redaktion bestätigt, dass Fach unterricht in großem Umfang ausfalle. Dabei, so wird bemängelt, sei die Situation an der Regionalen Schule schlimmer als im Gymnasium.

Insbesondere kritisiert die Sternberger Familie, dass durch den Unterrichtsausfall viel Lernstoff nicht vermittelt werden würde. Der ausgefallene Fachunterricht werde auch nicht nachgeholt. Dadurch, so die Angst von Eltern, gäbe es für Schüler kaum eine Möglichkeit, Klassenarbeiten oder Klausuren gut zu bestehen. "Wie sollen unsere Kinder so auf den Abschluss vorbereitet werden?", fragt die Mutter verzweifelt. Sie fürchtet, dass die Situation verheerende Folgen für die Zukunft ihres Kindes haben wird. Denn wenn die Abschlussnoten nicht stimmen, würde es später schwer werden, einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen. Insbesondere im bundesweiten Vergleich mit anderen Schulen hätten die Sternberger Schüler schlechte Karten. "Wer fragt denn da noch nach, ob die Ausfallstunden der Grund für schlechte Abschlusszeugnisse sind", will die Mutter wissen.

Von Seiten der Schule äußert sich niemand zu den Vorwürfen. Auch nach mehrmaligen Anfragen von der Redaktion reagiert die Schulleitung nicht auf die Kritik. Ob die Vorwürfe gerechtfertig sind, beantwortet auch das Bildungsministerium nicht. Henning Lipski, Pressesprecher des Bildungsministe riums, teilte in einer schriftlichen Stellungnahme lediglich mit, dass in Sternberg eine Vertretungskraft eingesetzt sei. Diese würde eine längerfristig

erkrankte Lehrerin in Englisch vertreten. Ob es sich hierbei um die Lehrkraft handelt, aufgrund deren Fehlen der Englischunterricht in einer Klasse anscheinend ein Jahr lang ausgefallen ist, lässt sich nicht klären. Dazu gab der Sprecher keine weiteren Auskünfte.

In dem Schreiben heißt es weiter: "Außerdem ist es dem Staatlichen Schulamt Schwerin gelungen, eine junge Lehrerin einzustellen, die einen Teil der Stunden der Vertretungskraft übernehmen konnte." Obwohl das Schulamt unter anderem für den Einsatz von Lehrkräften verantwortlich ist, wurden Nachfragen der Redaktion hierzu mit Verweis an das Bildungsministerium nicht beantwortet. So bleibt insbesondere die Frage offen, inwieweit diese Lehrerin zur Entzerrung der Situation an der Schule beiträgt.

Wörtlich heißt es bei Lipski: "Nach den Winterferien ist eine Referendarin für die Schule geplant, die die Fachkombination Englisch/ Biologie hat." Ob die Referendarin ihre Stelle angetreten hat, ist noch unklar. Bis zum gestrigen

Redaktionsschluss haben das weder das Bildungsministerium noch das Schulamt bestätigt.

Dass die Situation an der Sternberger Schule problematisch ist, scheint allerdings im Bildungsministerium bekannt zu sein. Auch wenn nicht näher ausgeführt, endet dessen Schreiben mit: " Das Staatliche Schulamt Schwerin arbeitet weiter an der Lösung des Problems."

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