Baugebiet Warin : Zu viel Wasser unter Mühlengärten

Hier muss gerade die Rolle mit den Drainagestreifen an der sogenannten Lanze erneuert werden, die in dem Baugebiet am Glammsee bis acht Meter tiefe Löcher in den Boden bringt.
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Hier muss gerade die Rolle mit den Drainagestreifen an der sogenannten Lanze erneuert werden, die in dem Baugebiet am Glammsee bis acht Meter tiefe Löcher in den Boden bringt.

In dem Baugebiet mitten in Warin geht es voran. Der für einen Bau zu morastige Untergrund muss per Drainage entwässert werden

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21. November 2017, 12:00 Uhr

Ein riesiger Eisenstab wird von einer Maschine senkrecht in den Boden gerammt. Nachdem er wieder heraus gezogen wurde, steckt ein weißer Fetzen in der Erde. Wenige Zentimeter weiter bohrt die Maschine das nächste Loch. Alle Autofahrer, die ihren Weg auf der B 192 durch Warin nehmen, konnten in den vergangenen Tagen gar nicht anders, als sich dieses Schauspiel anzusehen. Die meisten hatten sicher keine Erklärung dafür, was da gerade vor sich geht, ein Grund für die SVZ nachzufragen. Für die zunächst rätselhaft wirkende Anordnung weißer Kunststoffstreifen gibt es einen guten Grund. „Hier wird gerade Drainage in die Erde gebracht, weil der Untergrund so morastig ist“, erklärt Ramaza Güren von der Firma DYNIV GmbH. Das Unternehmen aus Seevetal ist auf Bodenverbesserungstechniken spezialisiert. „Gleichzeitig tragen wir einen Wall aus Kies auf. Durch das Gewicht wird das Wasser aus dem Untergrund über die Drainagestreifen nach oben gedrückt“, erläutert Güren weiter.

„Die Bodenverhältnisse sind so schlecht, dass eine normale Bohrpfahlgründung nicht möglich ist“, meint der Sprecher der „Neue Mühlengärten Wohnbau GmbH“ mit Sitz am Leipziger Platz in Berlin. „Das Wasser muss aus der Torfschicht nach oben geleitet werden, damit sich der Boden setzt.“ Bisher habe es Setzungen zwischen 80 und 160 Zentimetern gegeben, teilweise unterscheide sich der Untergrund innerhalb von 50 Quadratzentimetern. „Das müssen Sie sich wie eine Klippe im Untergrund vorstellen. Wenn wir gewusst hätten, dass die Bodenverhältnisse so schwierig sind, hätten wir die Finger von dem Grundstück gelassen. Aber nun haben wir‘A’ ’ gesagt, jetzt müssen wir auch ‘B’ sagen!“

In regelmäßigen Abständen kommt ein Bodengutachter und misst die Setzungen. Erst wenn auf dem gesamten Areal das überflüssige Wasser aus dem Untergrund an die Oberfläche geleitet wurde und sich der Boden gesetzt habe, könne mit dem Bau begonnen werden. „Das könnte vermutlich im März sein“, so der Projektsprecher. Von Baubeginn bis Fertigstellung würden die Bauarbeiten dann ungefähr 18 Monate dauern.

Schon bei der Planung war klar, dass die Bodenverhältnisse auf dem nah am Glammsee gelegenen Gelände schwierig sind und der Boden deshalb vor Baubeginn „verbessert“ werden muss. Als ursprüngliche Baubeginn war das Frühjahr 2017 geplant.

In dem Baugebiet mitten in Warin ist ein Wohngebiet mit 16 Einfamilien- und Doppelhäusern sowie Eigentumswohnungen geplant. Die modernen Häuser mit großzügigen Fenstern sollen mit Terrassen und Balkonen ausgestattet werden und Fahrstühle haben, so dass auch ältere Menschen oder solche mit einem Handicap dort wohnen können.

Die aufgelockerte Bebauung soll sich in das Gesamtbild an der Mühle einfügen und von der Bundesstraße aus mit einer Baumallee abgegrenzt werden. Doch ob am Ende der „Bodenverbesserung“ überhaupt noch mit dem Bau begonnen wird, steht derzeit in den Sternen. Denn wenn die Kosten dafür letztendlich zu hoch waren, so dass der Preis für eine der Eigentumswohnungen weit über dem Normalen liegt, werden sich dafür kaum noch Abnehmer finden, so der Sprecher der „Neuen Mühlengärten“.

„Dabei haben wir Interessenten bis aus Stuttgart, Frankfurt/Main und Solingen. Viele suchen hier einen Altersruhesitz und wir werden hier als Speckgürtel der Ostsee gesehen. Und das Projekt ist schon sehr ungewöhnlich für Warin, die Wohnungen sind sehr hochwertig ausgestattet und es gibt auf dem gesamten Gelände keine einzige Stufe.“

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