Warin : Zielgerade der Kita-Hängepartie?

An die 20 Bürger weilten bei der Wariner Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend.
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An die 20 Bürger weilten bei der Wariner Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend.

Gestern, 16 Uhr, ging beim DRK Nordwestmecklenburg per Fax ein Vertragsentwurf der Volkssolidarität zur Übergabe der Trägerschaft ein.

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14. Dezember 2014, 07:47 Uhr

Hoffnung keimte auf während der Wariner Stadtvertretersitzung am Donnerstagabend, dass die sich seit Februar hinziehende Endlosgeschichte um den Problemfall „Kita Kinderland“ doch noch ein gütliches Ende findet. Bürgermeister Michael Ankermann informierte die Abgeordneten sowie anwesenden Einwohner – darunter auch Erzieherinnen der betroffenen Kita – dass es am Freitag (gestern) um 11 Uhr ein Telefongespräch geben sollte. Und zwar zwischen dem Rechtsanwalt des bisherigen Kita-Trägers Volkssolidarität (VS) Kreisverband Mecklenburg-Mitte und dem Chef des DRK-Kreisverbandes Nordwestmecklenburg.

Das 11-Uhr-Telefonat zwischen VS und DRK kam freilich nicht zustande. Doch gegen 16 Uhr wurde Ankermann gestern darüber informiert, dass beim DRK ein von der VS zugefaxter Vertragsentwurf zur Übergabe der Trägerschaft eingegangen sei. „Eventuell“, so die Information des Bürgermeisters, „soll darüber am kommenden Dienstag gesprochen werden.“ Damit könnte die seit längerem total verfahrene Sache kurz vor Ultimo, Stichtag ist der 1. Januar 2015, im Interesse der Eltern und deren Kindern sowie der Beschäftigten der „Kita Kinderland“ doch noch eine befriedigende Lösung finden.

Seit Anfang Februar dieses Jahres ist das Obergeschoss der Kita Kinderland am Fritz-Reuter-Platz wegen Schimmelbefalls gesperrt (SVZ berichtete), das Gebäude muss laut Gutachten umfassend saniert werden. Geschehen ist bisher allerdings nichts. Die Kommune machte daraufhin zum 1. August vom Heimfallrecht Gebrauch und kündigte den Erbbaupachtvertrag mit der VS zum 31. Dezember. Doch die Auflösung des Erbbaupachtvertrages und die Rückübertragung von Grundstück und Gebäude bedarf, um rechtswirksam zu sein, der notariellen Form. Dem widersetzt sich die VS bis jetzt, so dass notfalls die Sache vor Gericht geklärt werden muss.

Hierbei verginge Zeit, die es aber faktisch nicht mehr gibt. Die Betriebserlaubnis der VS für die „Kita Kinderland“ ist bis zum 31. Dezember 2014 befristet, hieß es vor Wochenfrist vom zuständigen Nordwestkreis auf SVZ-Anfrage.


Notfallplan B sieht Kita-Container vor


„Wie geht es ab Januar für die Eltern und Erzieher weiter?“, wollte denn auch Doris Soltow, Erzieherin in der „Kita Kinderland“, in der Einwohnerfragestunde am Donnerstag wissen.

Für den Fall der Fälle, dass sich DRK und VS über den zugefaxten Vertragsentwurf nicht einigen können, trete Notfall-Plan B in Kraft. Damit die Versorgung der „Kita Kinderland“-Kinder ab dem 5. Januar 2015 sichergestellt ist. „Ich habe heute (Donnerstag – d. Red.) ein Angebot erhalten für eine Container-Kita auf dem Zirkusplatz am Ziegelberg. Ein Teil der Container, die die vergangenen Monate Am Kargenmarkt in Wismar standen, werden nach Warin kommen“, so Ankermann auf der Stadtvertretersitzung. Auf Nachfrage des Linken-Abgeordneten Björn Griese, ob das wirklich bis zum 5. Januar klappe, schränkte der Bürgermeister ein: „Der Leitungsplan für Strom, Gas, Wasser liegt vor. Es müssten aber Fundamente gesetzt werden für die Container.“ Gehe dies nicht wegen der Witterung, „müsste die Kita dann in der Schule Ausweichquartier beziehen“.

Zugleich ging es in der Sitzung unter Punkt 8.7 um den „Grundsatzbeschluss zum Neubau einer Kindertagestätte in Warin durch die Stadt Warin.“ Dagegen sprach sich SPD-Fraktionschef Torsten Ries aus und legte im Namen der Fraktion ein eigenes Papier vor, um Alternativen besser zu berücksichtigen. Daraufhin beantragte CDU-Fraktionschefin Sabine Wundrak-Geritz eine zehnminütige Auszeit. In der Pause einigte man sich dann fraktionsübergreifend im wesentlichen aufs SPD-Papier. Im einstimmig angenommenen Beschluss ist jetzt die Rede von „Neubau, einer Sanierung bzw. einem Umbau“ eines Alternativ-Objektes mit den Varianten a.) kostenreduzierter Neubau auf dem Kita-Gelände; b.) Sanierung der Kita; c.) Sanierung des Objektes Mühlenbruchsche Schenkung zu einer Kita; d.) Neubau auf dem alten Penny-Gelände und e.) ggf. weitere Lösungen. 2,25 Millionen Euro wurden in den Haushalt 2015 eingestellt, mit der Maßgabe, Fördermittel einzuwerben. 

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