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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. Dezember 2017 | 21:40 Uhr

Sternberg : Zerstörungswut in Lütt Acker

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Unbekannte Täter machten am Wochenende im Sternberger Umweltprojekt vor nichts Halt und richteten unschätzbaren Schaden an.

svz.de von
erstellt am 01.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Ein Bild der Zerstörung bietet Lütt Acker in Sternberg. Unbekannte Täter haben die mit viel Mühe und Liebe gestaltete Gartenanlage, das Umweltprojekt des Vereins Dialog + Action, heimgesucht und „ohne Sinn und Verstand gewütet“, wie Projektleiter Klaus Werner es ausdrückt. Ihm stehen Fassungslosigkeit und Wut ins Gesicht geschrieben. „Es wurde nichts gestohlen, sondern einfach nur Schaden angerichtet.“

Geschehen sei die Tat zwischen Freitag um 15 Uhr („Da war ich noch einmal dort.“) und Sonntag früh. Einer Frau, die mit ihrem Hund auf dem Promenadenweg spazieren ging, fiel auf, dass auf dem Areal etwas nicht stimme, und rief Werner an. „Ich habe mir das gleich angesehen und dann die Polizei verständigt.“

Im Feuchtbiotop noch nie so wenig Wasser

Erst Anfang Juni vorigen Jahres war in die Laube eingebrochen worden, in der die Schüler-Arbeitsgemeinschaft „Be(es) in Action“ ihr Domizil hat. Die Täter hatten das verschlossene Seitenfenster aufgehebelt und einen der fünf Umweltkoffer mitgehen lassen, das Anschauungs- und Lehrmaterial daraus aber im vorderen Raum auf den Tisch gelegt und keinen weiteren Schaden angerichtet.

Jetzt sind überall auf dem Gelände Spuren blinder Zerstörungswut verteilt. Der Eingangsbogen zum großen Rosen-Kräuter-Garten wurde
samt Pfählen abgebrochen und einige Meter weiter ins Feuchtbiotop geworfen. Der Materialwert sei nicht allzu hoch, umso mehr die Mühe, die darin stecke, sagt Klaus Werner. Alles sei in handwerklicher Arbeit entstanden. „Und das Feuchtbiotop war unser erstes Projekt mit der Förderschule. Das lief eine ganze Woche.“ Wahrscheinlich sei auch das zerstört, denn so wenig Wasser habe es noch nie gehabt „Wenn da was kaputt ist, bekommt man das nicht ausgebessert. Vielleicht haben wir Glück, dass es sich von allein zusetzt, aber ich glaube nicht daran“, so Werner.

Eine Bank, die im Rosen-Kräuter-Garten stand, ein Papierbehälter und eine Holzbohle, die als Steg über einen schmalen, künstlichen Bachlauf diente, liegen ebenfalls im Feuchtbiotop. Dies sei erst der Anfang, sagt Werner traurig. Etwas oberhalb wurde ein großer Stein mit Wasserhahn, als Deko gedacht, umgestoßen. Schilder zur Beschriftung von Rosen, Stauden sind teils herausgerissen und verstreut. „Im Frühjahr muss ich sehen, wo was stand.“ Ein am Schuppen angebrachtes Holzrad eines Wagens wurde „zerkloppt“, ein Strauchbesen sogar angekokelt. „Zum Glück ist es nass, sonst hätten die wohl noch den Holzstapel angesteckt“, mutmaßt Werner kopfschüttelnd.

Scheibe eingeworfen und Dach beschädigt

An der Laube muss er richtig schlucken, denn hier sieht es besonders wüst aus. Die große Scheibe wurde mit einem Stein eingeworfen, das Seitenfenster heraus- und der Ablauf der Dachrinne abgerissen. Selbst auf das Dach stiegen die Zerstörer, entfernten Pappschindeln und rammten eine Eisenstange hinein, so dass Feuchtigkeit ihren Weg findet. Vom Rankgitter sind nur noch Reste übrig. Der Schaukasten, den ein Imkerfreund gebaut hat, damit Besucher durch eine Scheibe Bienen und Hummeln beobachten können, wurde total zertrümmert. Alles lässt sich gar nicht beschreiben, was sich in Lütt Acker abgespielt hat. Es sei ein schwacher Trost, sagt Klaus Werner, dass die Eindringlinge die Bienen in Ruhe gelassen haben. Acht Völker überwintern hier.

Doppelt ärgerlich seien die Zerstörungen, weil Dialog + Action gerade dabei ist, das mit 95 000 Euro gefördertes Leaderprojekt „Lütt Acker summt – Bienenvielfalt in Sternberg“ zu verwirklichen. Derzeit wird eine Einfriedung errichtet, die es ungebetenen Gästen zumindest schwerer machen soll, auf das Gelände zu gelangen. Auch an Videoüberwachung werde gedacht. Für Hinweise, die zur Ermittlung der Täter führen, hat der Verein eine Belohnung von 100 Euro ausgesetzt.

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