Warin/Wismar : Wurzelnder Bitter-Röhrling kommt oft wuchtig daher

Diese Exemplare des Wurzelnden Bitter-Röhrlings (Boletus radicans) fand der Wariner Pilzexperte Werner Voß.
Diese Exemplare des Wurzelnden Bitter-Röhrlings (Boletus radicans) fand der Wariner Pilzexperte Werner Voß.

Wariner Pilzberater fand zwei Exemplare in Wismar.

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10. August 2015, 23:16 Uhr

Auf dem grünen Mittelstreifen einer viel befahrenen Straße, in der Nähe eines Busches, in Wismar entdeckte der Wariner Pilzberater Werner Voß zwei Exemplare des Wurzelnden Bitter-Röhrlings (Boletus radicans). „Der größere Pilz hatte einen Hutdurchmesser von 29 cm, wog 850 g, sein ,kleinerer Bruder‘ war mit ihm am Stielende verwachsen und brachte 400g auf die Waage, bei 21,5 cm Hutdurchmesser“, beschreibt Voß. Für diese Pilzart sind die genannten Maße aber nichts Besonderes. Der zu den Dickröhrlingen zählende Pilz erscheint sehr oft wuchtig und fällt deshalb auf. Er ist aber verhältnismäßig selten und liebt ein wenig das Extreme, so Voß. „Der Hut ist blassgrau, später im Alter graubräunlich und reißt dann feldrig auf. Die Röhren sind zunächst zitronengelb, dann schmutzig oliv, Poren bei Druck intensiv blauend. Der Stiel hat zunächst eine kugelige Form und streckt sich dann zu einer bauchigen, weiter keulenförmigen Gestalt. Er ist voll und mit einem gelblich-bräunlichem Netz versehen. Der Pilz wird aufgrund seines unterschiedlich stark bitteren Geschmacks als ungenießbar eingestuft. Schade, mehr als ein Kilogramm Pilzfleisch hätten sich gelohnt. Andererseits: An Straßen sollten natürlich keine Pilze gesammelt werden!“, macht der Experte aufmerksam.

Zum Abschluss weist er noch auf den Pilz des Jahres 2015 hin, den die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) bereits im September 2014 gewählt hat. Es handelt sich um die Becherkoralle (Artomyces pyxidatus), ein wunderschöner Pilz, der auf dem Totholz abgestorbener Bäume lebt und wärmeliebend ist.

Auf Grund der Klimaerwärmung hat die Koralle es auch bis nach M-V „geschafft“. Es gibt Einzelnachweise. Die DGfM hebt hervor, dass die filigrane Gliederung der sporentragenden Äste der Becherkoralle höchste ästhetische Ansprüche erfüllt und die Natur sich hier wieder einmal als kreativer Baumeister zeigt.
Im Internet findet man Näheres zum Pilz.

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