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Einweihung der Gedenkstätte für Kriegsopfer in Brüel am Totensonntag : Würdiges Gedenken für 329 Tote

vom

Am Totensonntag, dem 25. November, um 11 Uhr wollen der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stadt Brüel auf dem Alten Friedhof eine Gedenkstätte für Kriegsopfer einweihen.

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2012 | 12:35 Uhr

Brüel | Am Totensonntag, am 25. November, um 11 Uhr wollen der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. und die Stadt Brüel auf dem Alten Friedhof eine Gedenkstätte für Kriegsopfer einweihen. Wie SVZ berichtete, konnten 329 Tote auf dem so genannten Typhusacker - einer Rasenfläche auf dem Friedhof - identifiziert werden. Besonders Birgit Janz vom Amt Sternberger Seenlandschaft und Joachim Mühlböck, Geschäftsführer des Kreisverbandes Parchim des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e. V., hatten viel akribische Arbeit dafür geleistet: Zeitzeugen wurden befragt, Kirchen- und Lagebücher studiert. Eine Informationsveranstaltung in Brüel und etliche Ortstermine fanden inzwischen statt, auf denen der Fortgang der Arbeiten und vor allem Details abgesprochen wurden. Zum jüngsten hatten Karen Laucker vom Landkreis Ludwigslust-Parchim, Fachdienst Ordnung, Brüels Bürgermeister Jürgen Goldberg und Joachim Mühlböck auch Steinmetzmeister Roland Schulz aus Goldberg dazugeholt, der für die Steinarbeiten Verantwortung trägt.

Auf dem fast ein Hektar großen Kriegsgräberfeld führt ein in diesem Spätsommer neu angelegter wassergebundener, barrierefreier Weg zu einem zentralen Gedenkplatz. Komplettiert werden soll dieser durch drei Stelen, die auf allen Seiten beschriftet werden sowie ein Pult aus Granit, das ebenfalls beschriftet wird. Zudem werden auf dem Kriegsgräberfeld zwölf Markierungssteine gesetzt, die die zwölf Reihen andeuten, in denen die Toten begraben wurden.

Der Granit kommt aus China und sei bereits im Container verladen, wusste Steinmetzmeister Schulz. Sobald die Lieferung angekommen sei, könne die Arbeit beginnen, erklärte er.

"45 000 Euro werden über den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für diese Gedenkstätte verbaut", sagt Mühlböck. In der 47. Kalenderwoche gebe es wieder die alljährliche Haus- und Straßensammlung mit den Schwerpunkten Sternberg, Dabel und Brüel. Am 7. November gibt es einen Infostand der Deutschen Kriegsgräberfürsorge in Sternberg auf dem Markt. "Wir hoffen, durch viele Spenden Geld zu bekommen, damit wir so etwas wie hier in Brüel weiterführen können", sagt er.

Die Toten auf dem Kriegsgräberfeld kommen u. a. aus Litauen, Russland, Tschechien, Rumänien, Polen, Jugoslawien, Amerika, Dänemark und Ungarn. Es sind vor allem Flüchtlinge - nur einige wenige Soldaten -, die in den Jahren des zweiten Weltkrieges und danach die Strapazen nicht überlebt haben und viele Jahre namenlos in Brüel ihre letzte Ruhestätte fanden. Unter ihnen sind auch viele Verstorbene aus den überfüllten Auffanglagern und Lazarettstationen wie in Brüel Kronskamp und Alt Necheln.

Zur Einweihung der Gedenkstätte für die Kriegsopfer in Brüel am Totensonntag um 10 Uhr wünschen sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Bürgermeister viele Teilnehmer.

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