Sternberg : Wochenmarkt füllt sich wieder

Kartoffeln, Rosenkohl, Obst und eingelegte Gurken, „was ich gerade so brauche“, kauft Hilde Steinfeld (r.), in Sternberg geboren und mittlerweile 90 Jahre alt,  am Stand von Andrea Bublitz, die mehr als  zwei Jahrzehnte dem Wochenmarkt die Treue hält.  Fotos: rüdiger rump
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Kartoffeln, Rosenkohl, Obst und eingelegte Gurken, „was ich gerade so brauche“, kauft Hilde Steinfeld (r.), in Sternberg geboren und mittlerweile 90 Jahre alt, am Stand von Andrea Bublitz, die mehr als zwei Jahrzehnte dem Wochenmarkt die Treue hält. Fotos: rüdiger rump

Nach der Syringa-Premiere vor acht Tagen beim Sternberger Markttag kehrte die Nudelpfanne an ihren angestammten Platz zurück.

svz.de von
12. März 2014, 16:40 Uhr

Die Nudelpfanne steht seit gestern an ihrem Stammplatz mittwochs auf dem Sternberger Wochenmarkt. Davor wie gewohnt eine Schlange, diesmal noch länger als sonst, obwohl Ha Marckwardt wieselflink bedient. Die Kundschaft hatte wohl sehnlichst auf sie gewartet. Der beliebte Imbisswagen fehlte etwa ein Vierteljahr. Zu Weihnachten fährt die junge Frau für mehrere Wochen in ihre vietnamesische Heimat. Diesmal verlängerte sich die Pause in Sternberg ungewollt. Im Dezember war das Fahrzeug mit Anhänger bei Blitzeis und Sturm am Stadtrand von Neustadt-Glewe ins Schleudern geraten, hatte sich auf der Straße in die Gegenrichtung gedreht, bevor der Hänger abriss und umgekippte – Totalschaden. Der Fahrerin ist zum Glück nichts passiert, doch sie brauchte einen neuen Wagen samt Inventar.


Weitere Händler in den nächsten Wochen


So wie dieser auf den Platz zurückgekehrt ist, füllt sich der Markt am Mittwoch wieder. Eine Woche zuvor hatte die Syringa Gartenbau GmbH aus Warin das erste Mal überhaupt einen Stand aufgebaut. In den nächsten Wochen bis Anfang April werden weitere Händler erwartet, sagt Marktleiterin Angelika Dreßler aus dem Sternberger Ordnungsamt. „Einige haben sich schon gemeldet, mit anderen rechne ich noch.“ Dann bekomme auch Syringa den endgültigen Stellplatz. Die Stimmung bei Händlern und Kunden sei gut, habe sie beobachtet. „Wenn das Wetter so schön ist, erst recht.“ Das gönne sie von Herzen vor allem „den Getreuen, die auch den Winter über auf dem Markt durchhalten“, so Dreßler.

Zu ihnen gehören Fleischer Dieter Krüger aus Dabel und der Sternberger Fischer Jörg Rettig. Letzterer hat sich mit dem Wochenmarkt vor dem Rathaus längst angefreundet. Er macht keinen Hehl daraus, beim Umzug vom großen Parkplatz am Mecklenburgring zurück auf den inzwischen sanierten Markt skeptisch gewesen zu sein. „Ich habe nicht hurra geschrien, weil ungewiss war, wie die Kunden den erneuten Wechsel annehmen. Doch ich bin positiv überrascht. Unten auf dem Parkplatz war 12 Uhr Schluss, hier ist über Mittag noch was los“, hat Rettig festgestellt. Nur wenn es schon am Morgen regne, mache sich das auf dem Markt sichtlich bemerkbar.

Dieter Krüger, der als Renner Leberwurst, Lungenwurst, Aufschnitt und Sauerfleisch nennt, hatte mit dem Umzug von Anfang an kein Problem. „Ich hatte mir gesagt, das wird gut gehen. Ich weiß, dass ich einer von wenigen mit dieser Meinung war. Aber sie hat sich erfreulicherweise bestätigt, mein Umsatz ist gestiegen“, so Krüger.

Andrea Bublitz, deren Hauptstandort Güstrow ist, kommt schon länger als zwei Jahrzehnte mittwochs nach Sternberg. Die beiden Male im März habe sich bei ihr noch nicht bemerkbar gemacht, dass mit Syringa ein Gartenbaubetrieb hinzugekommen ist. Was passiere, wenn demnächst Pflanzenbau Meyn aus Rom wieder seinen Stammplatz einnehme „und wir dann drei Betriebe sind“, wisse sie allerdings nicht. Der Ausspruch, dass Konkurrenz das Geschäft belebe, gelte lange nicht mehr, es sei vielmehr „ein Überlebenskampf“.

Dass sich der Wochenmarkt in Sternberg „so gut etabliert“ habe, freut auch Ordnungsamtsleiter Eckardt Meyer. „Den zu organisieren, war mein erster Auftrag vom Bürgermeister, als ich 1990 von der Stadt eingestellt wurde.“ Fliegende Händler von überall hätten vor der Tür gestanden. Inzwischen seien vor allem bodenständige Betriebe aus der Region und ihrer Umgebung bei der Stange geblieben.

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