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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

25. November 2017 | 10:45 Uhr

Sternberg : Wo Senioren eine Stimme haben

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Sternberg bewirbt sich um den Titel „Seniorenfreundliche Kommune“. Die Betreuung wurde stetig ausgebaut und eine Reihe von Ärgernissen für ältere Menschen beseitigt.

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 17:21 Uhr

Wolfgang Blasko war die fünf Jahre bis zu den Kommunalwahlen Ende Mai Vorsitzender des Seniorenbeirates in Sternberg. Er wurde Mitte September auch von der neuen Stadtvertretung in dieses ehrenamtliche Gremium berufen, dessen Konstituierung am 3. November erfolgen soll. Der 62-Jährige ist bereit, sagt er, erneut den Vorsitz zu übernehmen, wenn er das Vertrauen erhält. Nominiert ist er vom Sozialverband VdK.

Seniorenarbeit hat Gewicht. Von den rund 4350 Sternberger Einwohnern sind 34,5 Prozent über 60 Jahre, über 50 gar 53,4 Prozent. Einmal im Jahr hat der Beiratsvorsitzende einen Bericht in der Stadtvertretung gegeben. Dieser enthielt anfangs neben einer Übersicht zur erfolgreichen Seniorenarbeit immer wieder Kritik – oder Anregungen für die Verwaltung, wie Blasko lieber dazu sagt. Manche wiederholten sich Jahr für Jahr. Es ging um Ärgernisse für ältere Menschen. Doch langsam gehen dem Vorsitzenden des Seniorenbeirates die Kritikpunke aus. Was ihn keineswegs stört. „Im Gegenteil, es ist doch gut, dass wir so viel erreicht haben und sich die älteren Menschen in Sternberg wohler fühlen.“

An erster Stelle nennt Blasko den Fußgängerüberweg im Finkenkamp, den ersten Zebrastreifen in Sternberg. Jetzt kommen jene, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, sicherer über die Straße. Der Beirat hatte nicht locker gelassen und mit der SPD-Fraktion in der Stadtvertretung einen Verbündeten. Ebenso beharrlich hatten Senioren eine längere Grünphase für Fußgänger an der Ampelkreuzung Mecklenburgring eingefordert. Das wurde in diesem Jahr erledigt. Außerdem sei erreicht worden, zählt Blasko weitere positive Veränderungen auf, dass der Schweriner Bus jetzt zusätzlich am Mecklenburgring hält und begonnen wurde, für Rollatoren geeignete Überwege in der Altstadt zu schaffen. „Dass das weitergeführt wird, ist eine gute Sache“, meint der Mann vom Seniorenbeirat.

Alles das lasse sich zwar kaum statistisch erfassen, belege aber das gute Miteinander in der Stadt, findet Wolfgang Blasko. Deshalb habe er sich gern dafür eingesetzt, dass sich Sternberg im landesweiten Wettbewerb um den Titel „Seniorenfreundliche Kommune in Mecklenburg-Vorpommern“ bewirbt.


135 Plätze in den beiden Pflegeheimen


Die Bewerbungsunterlagen sind von der Stadt, so informierte Bürgermeister Jochen Quandt auf der Sitzung der Stadtvertretung, gemeinsam mit DRK-Seniorenbüro und Seniorenbeirat erarbeitet und inzwischen eingereicht worden. „Auf gut sechs Seiten haben wir die Seniorenarbeit in unserer Stadt dargestellt“, so der Bürgermeister. Dazu gehöre neben statistischen Angaben eine verbale Einschätzung. Und was der Seniorenbeirat auf den Weg gebracht hat, dürfte bei der
Bewertung durchaus Punkte bringen.

Schritt für Schritt hat sich die Betreuung älterer Menschen in der Stadt entwickelt. Schon 1991 stellte die Stadtvertretung mit einem Grundsatzbeschluss die Weichen zum Bau einer Altenhilfeeinrichtung und übertrug die Trägerschaft dem damaligen DRK-Kreisverband Sternberg. Der Standort wurde so gewählt, dass die Bewohner fußläufig Altstadt, Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und Apotheken sowie auf der anderen Seite die Seepromenade erreichen können. Heute bietet das DRK-Seniorenzentrum nach drei baulichen Erweiterungen 61 Wohnungen für Betreutes Wohnen, 135 Plätze in den beiden Pflegeheimen, davon sechs für die Kurzzeitpflege, 15 Plätze für die Tagespflege, Eigenversorgung durch die Küche vor Ort, Mittagstisch für Senioren, Essen auf Rädern, Sozialstation sowie eine stadtoffene
Begegnungsstätte. 1993 wurde, ebenfalls von der Stadt unterstützt, das DRK-Seniorenbüro errichtet. Mehrere gemeinnützige Träger arbeiten in Sternberg gut zusammen. Die kulturellen wie sportlichen Angebote, vor allem vom DRK-Seniorenbüro oder dem Heimatverein, seien für so eine Kleinstadt recht vielfältig.

„Ich denke, Sternberg hat gute Chancen, den Titel als seniorenfreundliche Stadt zu bekommen“, meint Wolfgang Blasko. Vieles von dem, was im Alltag längst als selbstverständlich angesehen werde, habe die Bewerbung in dem landesweiten Wettbewerb noch einmal ins Licht gerückt.

 

 

 

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