Ausflugstipp : Wo Oldies für feuchte Augen sorgen

Dieser Chevrolet wurde einst in Dänemark zusammengebaut, da es seinerzeit noch keine Autotransporter gab. Erstzulassung: 4. Juni 1930.  Fotos: Roland Güttler (4)/Roswitha Spöhr
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Dieser Chevrolet wurde einst in Dänemark zusammengebaut, da es seinerzeit noch keine Autotransporter gab. Erstzulassung: 4. Juni 1930. Fotos: Roland Güttler (4)/Roswitha Spöhr

Groß-Radener Museum ist nicht nur etwas für Freunde historischer Fahrzeuge. Die Einrichtung ist noch bis Ende September an Wochenenden geöffnet.

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24. August 2016, 12:30 Uhr

Nicht nur Liebhaber historischer Autos und Motorräder kommen hier voll auf ihre Kosten. Einige bekommen gar feuchte Augen beim Anblick der diversen PS-Veteranen im Oldtimermuseum des Vereins „Freunde historischer Fahrzeuge“ in Groß Raden. Um die 90 Motorräder, zehn Pkw sowie diverse Fahrräder werden auf zwei Etagen des alten Speichers präsentiert. Bedingung: Die Oldtimer müssen Baujahr 1970 und älter sein.

Seit Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro die Stunde hat das Museum seit dem Vorjahr nur noch an den Wochenenden sowie Feiertagen geöffnet. Für angemeldete Tourenfahrer „öffnen wir aber auch in der Woche“, so der Vereinsvorsitzende Wolfgang Jenßen aus Schwerin.

Der Wariner Kfz-Obermeister Klaus Möller war der erste Vorsitzende der Groß-Radener Oldtimerfreunde, hatte den Verein mit neun Gleichgesinnten am 7. Februar 1999 aus der Taufe gehobenen. Am 28. März 1999 öffnete dann das Museum. Aktuell sind „wir um die 40 Mitglieder“, so Jenßen.

Klaus Ziercke aus Groß Raden und der Sternberger Axel Walter fungieren abwechselnd als Museumsbetreuer. „Ich bin hier seit vier, fünf Jahren als Betreuer tätig und zudem Vereinsmitglied“, erzählt Ziercke. Vergangenen Samstag, als in diesem Monat mal wieder die Sonne schien, wartete er draußen auf der Bank neben der offenen Museumstür auf Besucher. „Sieben Personen aus Hamburg haben sich angesagt, sie wollten vorher noch in die Slawenburg“, so Ziercke. Strandtag ist eben kein Museumstag…

Unterm Strich sind die Oldtimerfreunde aber sehr zufrieden mit dem Monat August und den „ca. 150 Besuchern pro Wochenende“, betont Wolfgang Jenßen. Bei dem bisher zumeist nasskalten Wetter kamen mehr als vor einem Jahr. Endgültige Zahlen gibt es freilich erst Ende September, wenn sich die Museumstür dann wieder bis 1. Mai kommenden Jahres schließt. Die Oldtimerfreunde werden ihr Jahr am 24./25. September mit dem traditionellen Saisonfinale beenden. „Mal sehen, wenn gewünscht, gibt es wieder eine kleine Ausfahrt oder auch einen Gleichmäßigkeitstest“, so Jenßen.

Und dann heißt es umräumen: Der seit 1999 ausgestellte Chevrolet wird von seinem Besitzer aus Leezen abgeholt. Hintergrund, so bestätigt Jenßen auf SVZ-Nachfrage, ist im Zuge des Mindestlohns die in diesem Jahr eingeführte Standgebühr von 15 Euro/Monat für Pkw für Nicht-Vereinsmitglieder. Der Chevrolet-Besitzer sei dazu nicht bereit. Jenßen verteidigt die Gebühr, da man sich ja auch um die Fahrzeuge kümmert und sie etwa „zweimal im Jahr poliert“.

Und auch die daneben stehenden neun Motorräder der Marke DKW von Ende der 20er-Jahre bis zum Jahr 1943 stehen nur noch bis Ende September im Oldtimermuseum. Hier ist deren Besitzer aus Kuhstorf verstorben und die Erben möchten laut Museumsbetreuer Ziercke die Kräder zurückhaben.

Roland Güttler

Oldtimermuseum Groß Raden, Dorf-Str. 2a, Öffnungszeit (bis Ende September): Sonnabend und Sonntag 11 bis 16 Uhr.

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