Witzin : Witziner freuen sich über Platz drei

Die Abordnung aus Witzin mit Bürgermeister Hans Hüller (r.) an der Spitze nimmt die Auszeichnung für den dritten Platz im Landeswettbewerb um die schönsten Dörfer von Minister Till Backhaus (2.v.l.) und Landrat Rolf Chirstiansen (l.) entgegen.
Die Abordnung aus Witzin mit Bürgermeister Hans Hüller (r.) an der Spitze nimmt die Auszeichnung für den dritten Platz im Landeswettbewerb um die schönsten Dörfer von Minister Till Backhaus (2.v.l.) und Landrat Rolf Chirstiansen (l.) entgegen.

Die Sieger im Landeswettbewerb um die schönste Gemeinden wurden in Pinnow gekürt. Der Witziner Bürgermeister Hans Hüller sieht Luft nach oben für das nächste Mal.

svz.de von
30. November 2015, 18:30 Uhr

Nach der Siegerehrung geht es in die nächste Runde: Pinnow bei Schwerin und Lohmen bei Güstrow dürfen als die beiden erstplatzierten Gemeinden im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ im nächsten Sommer auf Bundesebene antreten. Blankensee aus Vorpommern-Greifswald vertritt die Farben von MV auf europäischer Ebene – bei einem Wettbewerb zur Ortsgestaltung.

Für ihren dritten Platz im Landeswettbewerb wurde die Gemeinde Witzin am Sonnabend geehrt. Bürgermeister Hans Hüller, Willfried Thomä und Heiner Grabbert von der Witziner Dörpschaft, Kita-Leiterin Jana Ruder und Peter Schmidt als Vertreter der freiwilligen Feuerwehr nahmen die Auszeichnung entgegen. Witzin als „alter Wettbewerbshase“ habe den Bundesausscheid nur knapp verpasst, gab Landwirtschaftsminister Till Backhaus der kleinen Abordnung anerkennend mit auf den Weg. Leider dürften nur zwei Gemeinden entsandt werden. Landrat Rolf Christiansen war sichtlich stolz, dass mit Pinnow und Witzin gleich zwei Vertreter aus dem Landkreis den Sprung auf das Siegerpodest geschafft hatten.

Fördergeld für ein Projekt und eine Prämie

„Es war eine schöne Preisverleihung, und wir haben uns riesig über Platz drei gefreut“, sagte der Witziner Bürgermeister gestern gegenüber SVZ. Nach dem super abgelaufenen Dorfrundgang Mitte September hatte er zwar auf eine noch bessere Platzierung gehofft, aber schon kurz nach Bekanntgabe der Sieger erklärt, mit dem dritten Rang gut leben zu können. Er würde „am liebsten das ganze Dorf umarmen“, so Hüller ein wenig überschwänglich.

Am Sonnabend habe auch die Möglichkeit bestanden, die Siegergemeinde kennen zu lernen. „Danach muss ich sagen, Pinnow hat verdient gewonnen“, erklärte der Witziner Bürgermeister neidlos. „Das ist wirklich ein schönes Dorf, nicht nur landschaftlich, sondern was dort alles auf die Beine gestellt worden ist. Dahin würde ich mit Witzin auch gern kommen. Im Speckgürtel von Schwerin gibt es allerdings ganz andere Bedingungen“, so Hüller. Jedenfalls bleibe Witzin „Luft nach oben“ beim nächsten Wettbewerb, an dem sich die Gemeinde sicher wieder beteiligen werde.

Den drei Erstplatzierten stehen jeweils 30 000 Euro Fördergeld für ein Projekt zur Verfügung, außerdem erhielt Witzin eine Prämie von 2000 Euro für den dritten Rang. „Dass wir diese Fördersumme bekommen, zeigt doch, dass die Gemeinde Zukunft hat“, meint der Bürgermeister.

Bei der Preisverleihung zeigte sich Minister Till Backhaus angesichts der starken und schönen Dörfer schon jetzt euphorisch; er setze beim Bundesausscheid „auf Sieg und nicht auf Platz“. Schließlich gab es auch beim zurückliegenden Bundesfinale der schönen Dörfer Gold für MV: Das holte 2013 Dechow aus Nordwestmecklenburg.

Sieger für alle Teilnehmer am Landesfinale

Der Gastgeber von Sonnabend, Pinnows Bürgermeister Andreas Zapf, ist ebenfalls zuversichtlich, aber bescheidener: „Wir werden dafür sorgen, dass beim Bundeswettbewerb nicht nur bayrisch gesprochen wird.“ Und schon bei der Kür der Landessieger ging es mehrsprachig zu: Die Vertreter der Gemeinden aus Mecklenburg und Vorpommern tauschten sich auf Hoch- und Plattdeutsch aus. „Das ist heute eine Siegesfeier für alle neun Gemeinden, die es ins Landesfinale geschafft hatten“, betonte Zapf. Und Ulrike Drefahl, die im Landwirtschaftsministerium die organisatorischen Fäden für diesen alle drei Jahre stattfindenden Wettbewerb zusammenhält, ergänzt: „Hier wird nicht nur gefeiert, hier werden Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.“ Denn das gemeinsame Ziel aller Aktiven aus Kommunalpolitik und Vereinen ist es, die Heimat attraktiver zu machen. „Das macht Mecklenburg-Vorpommern zum schönsten Bundesland“, meint Till Backhaus.

Dass Pinnow nun im schönsten Bundesland zur schönsten Gemeinde gekürt wurde, hat die Gemeinde den vielen Aktiven zu verdanken. Druckfrisch liegt das Leitbild für Pinnow vor, das in den zurückliegenden Jahren von Gemeindevertretern und Bürgern gemeinsam erstellt wurde. Die seniorengerechte Gestaltung des Dorfes wird vorangetrieben, so dass im Alter keiner den Heimatort verlassen muss. Für junge Familien werden Bauplätze geschaffen. Ihr Fördergeld stecken die Pinnower in den Ausbau der Kindertagesstätte. „Das ist unser wichtigstes Projekt“, erklärte Zapf.

Für das Bundesfinale im nächsten Sommer wollen sich die Pinnower auch nicht neu erfinden, sondern sich einfach so präsentieren, wie sie schon den Landeswettbewerb gewonnen haben: als starke Dorfgemeinschaft.

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