Abstimmung : Witzin will die schönste Dorfkirche

1222 wurde Witzin erstmals erwähnt. „Da gab es die Kirche schon“, sagt Siegfried Rau, bis Ende 2017 Pastor der Gemeinde.
Foto:
1 von 1
1222 wurde Witzin erstmals erwähnt. „Da gab es die Kirche schon“, sagt Siegfried Rau, bis Ende 2017 Pastor der Gemeinde.

Kleinod mit elf anderen als kirchliches Baudenkmal Deutschlands 2017 nominiert. Der Bürgermeister appelliert an alle Mecklenburger abzustimmen

svz.de von
04. Januar 2018, 21:00 Uhr

„Im Dezember öffneten viele Familien ihre Wohnungstüren für den ,lebendigen Adventskalender’, in diesem Sommer stehen private Gartentore für Gottesdienste im Freien offen: In Witzin, einem kleinen mecklenburgischen Ort zwischen Schwerin und Rostock, wird Gemeinschaft groß geschrieben. Viele der rund 450 Bewohner tun etwas dafür.“ Diese Worte schrieb die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa) in ihre Begründung zur Wahl des Witziner Gotteshauses zur Dorfkirche des Monats im Juli 2017.

Nun steht die deutschlandweite Wahl der Dorfkirche des Jahres 2017 an, am Sonnabend ist Teilnahmeschluss für die Abstimmung. Und da Witzin die einzige nominierte Dorfkirche in Mecklenburg ist – aus Vorpommern steht noch St. Laurentius aus Groß Kiesow zur Wahl – appelliert Witzins rühriger Bürgermeister Hans Hüller nicht nur an alle Bewohner der Gemeinde Witzin, sondern an alle Mecklenburger, ihre Stimme für die Witziner Dorfkirche abzugeben. „Man kann für den christlichen Glauben sein oder auch nicht – die Kirche war und ist ein zentraler Ort im Dorf und somit ein wichtiger Bestandteil der Dorfgemeinschaft aller“, heißt es in dem Aufruf zur Abstimmung. Damit werde das Augenmerk auf erhaltenswerte Baudenkmale wie die Witziner Dorfkirche gelenkt.

„Der Gewinn des Titels ist nur für Ruhm und Ehre“, erklärt Reinhard Greulich, Referent der Kiba-Stiftung. Hans Hüller meint im Gespräch mit der SVZ: „Aber wer weiß, vielleicht flattert uns dann ja doch ein Förderbescheid ins Haus.“ Denn an der Kirche müssen noch die Renovierungsarbeiten abgeschlossen werden.

An der Abstimmung kann jeder Bürger ab 18 Jahren teilnehmen. Sie kann nur noch bis einschließlich 6. Januar erfolgen.

 

Die Ergebnisse werden in der Woche ab dem 22. Januar bekannt gegeben.

Die Stiftung KiBa hat die Arbeiten an der Witziner Kirche schon 2015 und 2016 gefördert, im vergangenen Jahr stellte sie noch einmal 10  000 Euro zur Verfügung. Insgesamt wird die Instandsetzung des baulichen Kleinods am Ende rund 530 000 Euro gekostet haben. „Da ist es gut, dass wir nicht nur auf die Spenden aus dem Kirchenkreis angewiesen sind“, hatte der damalige Pfarrer Rau, inzwischen im Ruhestand, im Juli 2017 gesagt. Die Witziner seien zwar großzügig, doch ohne Unterstützung etwa durch die KiBa wäre das Bauprojekt nicht gelungen.

Bei den Bauarbeiten erhielt insbesondere der Turm einen neuen Dachstuhl und dessen spitzer Helm neue Schindeln, auch der Ostgiebel und das Mauerwerk wurden erneuert.

1222 wurde Witzin erstmals urkundlich erwähnt, in fünf Jahren will man das 800-jährige Jubiläum des Dorfes und auch einer etwa gleich alten Linde feiern, die vor der Kirche steht und vermutlich gepflanzt worden ist, als die Kirche geweiht wurde. Baubeginn des einjochigen Chores des Kirchenbaus war schon früher. Der Turmbau folgte im 14. Jahrhundert. Ein südlicher Anbau am Chor wurde bis zum Ende des 17. Jahrhunderts abgebrochen, die Nord- und Südeingänge im Schiff geschlossen. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erneuerte die Gemeinde die Innenausstattung im neugotischen Stil. Aus dieser Zeit stammt ein wertvoll geschnitzter Marienaltar, der sich mittlerweile im Schweriner Museum befindet. Der ehemalige Pfarrer Siegfried Rau, der sich sehr für die Erneuerung der Kirche eingesetzt hat, wünscht sich, dass der Altar „wenigstens als kurze Leihgabe“ zur 800-Jahrfeier nach Witzin zurück kehrt. Inzwischen ist Sternbergs Pastorin Katrin Teuber für die Kirchgemeinde Witzin mit verantwortlich.

Den Flyer mit allen zwölf nominierten Kirchen finden Sie hier:

 

Flyer: KiBa-Kirche des Jahres 2017  

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen