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Netzwerk für Tierparks und Zoos : Wismars Luchse ziehen nach Texas

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zwei Jungtiere werden an Tierpark in den USA abgegeben. Möglich wurde dies durch ein Netzwerk für Tierparks und Zoos

Nichts los im Tierpark der Hansestadt, Winterschlaf? Das sehen die Mitarbeiter anders. Neben der ständigen Arbeit und Vorbereitung der neuen Saison, wurden jetzt zwei der vier Jungluchse auf eine ganz große Reise geschickt. Vom bisherigen Zuhause im Köppernitztal, wo sich im vergangenen Mai insgesamt vier Mal Nachwuchs einstellte, hieß es für zwei von ihnen Umzug nach Texas.

Dass man sich dort für den Nachwuchs einer besonders geschützten Tierart aus Wismar interessiert, darf Mitarbeiter und Tierparkvereinsmitglieder gleichsam mit Stolz erfüllen. Und dies, zumal die züchterischen Erfolge mit Inbetriebnahme der neuen Anlage im Jahre 2008 noch gar nicht so lange Bestand haben.

„Der Tag des Abtransportes bildete für uns schon den Höhepunkt, bevor ein für den Transport beauftragter Fahrer die Tiere endlich holen konnte“, konstatiert Tierpflegemeister Miko Daus. Bevor das Pärchen den Weg zum Berliner Flughafen antrat, hieß es zunächst, alle Tiere kurzzeitig zu betäuben. „Erst dann ist es anhand der implantierten Chips möglich, sicherzustellen, dass die beiden richtigen Tiere anhand ihrer Transpondernummern, einem internationalen Code entsprechend, zum Versand kommen“, so die weitere Erklärung von Daus. Dies alles geschah zudem in Anwesenheit des Amtstierarztes.

Natürlich ist es ungewöhnlich, dass man sich im fernen amerikanischen Bundesstaat Texas ausgerechnet für Nachwuchs von der deutschen Ostseeküste interessiert. Doch ein nationales und auch europäisches Netzwerk für Tierparks und Zoos macht es mittels Tiertauschlisten möglich. Darüber sind die vier Großkatzenbabys angeboten wurden, die konkret am 12. und 18. Mai des Vorjahres und jeweils von unterschiedlichen Muttertieren zur Welt kamen.

„Alle haben sich inzwischen prächtig entwickelt“, konstatiert Tierparkchef Michael Werner. Letztendlich, so Daus weiter, sei der Tieraustausch ins ferne Amerika durch eine Kontaktperson in Tschechien zustande gekommen. Der besondere Status einer besonders geschützten Art macht diese Nachkommenschaft auch auswärts interessant.

In Deutschland habe sich inzwischen eine gute Luchs-Reproduktion in freier Wildbahn entwickelt, deshalb können die Tiere durchaus nach Übersee abgegeben werden, heißt es von der Tierparkleitung. „Das Thema Verkauf und Erlöse steht bei solchen Tierarten nicht zur Debatte, sondern es wird in der Regel getauscht“, bestätigt Tierparkmitarbeiterin Marina Welsch: „Sollten sich daraus allerdings Kontakte ergeben, um zu erfahren, wie es dem Luchsnachwuchs aus Wismar im Texas ergeht, freuen wir uns natürlich darüber.“  



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