Parchim : Wirtschafts-Abiturienten spielen an der Börse

Da ihre Teammitglieder Jessica und Linda derzeit krank sind, checken Sandra (l.) und Laura allein  im Medienlabor der Schule die  Kursverläufe an der Börse. Im Internet findet ein Großteil des Planspiels statt.
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Da ihre Teammitglieder Jessica und Linda derzeit krank sind, checken Sandra (l.) und Laura allein im Medienlabor der Schule die Kursverläufe an der Börse. Im Internet findet ein Großteil des Planspiels statt.

Am Fachgymnasium in Parchim lernen die Schüler nicht nur Fächer wie Betriebs-und Volkswirtschaftslehre kennen, in Zusammenarbeit mit der Sparkasse handeln einige von ihnen mit Aktien.

svz.de von
04. Dezember 2013, 17:17 Uhr

Aus Sternberg und Lübz haben wir einige der Teilnehmer der 31. Runde des Planspiels Börse der Sparkasse bereits vorgestellt. Mit den Börsengängern aus Parchim wird es nun sogar fachspezifisch: Denn an dem Regionalen Beruflichen Bildungszentrum des Landkreises Ludwigslust-Parchim haben sich vier Schülerinnen einer 12. Klasse vom Bereich Wirtschaft zusammengeschlossen und sind an die fiktive Börse gegangen. Dafür nutzt die Gruppe um Team-Chefin Sandra Krietsch allein ihre schulfreie Zeit, um an dem Spiel teilzunehmen. „Ich habe das letztes Jahr schon gemacht und hatte großen Spaß daran. Dann habe ich die drei anderen Mädels für dieses Jahr auch motivieren können“, erzählt die 21-Jährige.

Ihre Mitschülerin Laura Marx war sofort dabei und lieferte gleiche den passenden Gruppennamen: Die „Minions“. Die sind eigentlich kleine, krokettenförmige Helferchen aus dem Animationsfilm „Ich – Einfach Unverbesserlich“. In dem Spiel zum Film müssen die gelben Figürchen mit ihren blauen Latzhosen und dem unverkennbaren Gekicher fleißig arbeiten, um möglichst viele Bananen zu verdienen. „Als ich es auf dem Handy gespielt habe, fand ich es passend: Schließlich müssen wir viel an der ,Börse‘ arbeiten und investieren, um Gewinne zu machen“, erklärt die 18-jährige Laura.

Doch anstatt auf Bananen zu setzen, interessieren sich die „Minions“ aus Parchim für Trendmarken: Coca Cola, Axa, Adidas, Google und Apple. Vor allem auf die beiden amerikanischen Konzerne mit ihren Internetprodukten setzen Laura, Sandra und die beiden anderen Mitglieder Jessica Jabs und Linda Schippers. „Nach der Krise in den USA fielen die Aktienwerte von Google und Apple rapide in den Keller – da haben wir zugeschlagen“, erzählt die Lübzerin Sandra. Denn jetzt, wo sich die Lage wieder entspanne, stiegen die Kurse auch wieder und das bedeute für die vier Mädels Gewinne, sagt sie. Dennoch muss die Gruppe die Kurse tagtäglich verfolgen, um Spekulationen und Prognosen zu entwickeln. Meistens in den Pausen stecken sie dann die Köpfe zusammen und beraten weitere Pläne, erzählt Laura.

Jeder hat in der Gruppe die Möglichkeit, seine Interessen durchzusetzen. „Meistens schau ich abends nach neuen Investitionen und wenn mich ein Unternehmen besonders überzeugt, greife ich auch zu“, so die Parchimerin Laura. Praktisch finden sie die Online-Orientierung des Spieles. Denn über jede Aktivität der Gruppe an der Börse vom Planspiel erhält Team-Chefin Sandra eine Benachrichtigung via E-Mail. „So kann jeder eben aktiv werden, ohne dass mit mir Rücksprache gehalten werden muss“, sagt sie. Mit dieser Strategie konnten sich die Minions schon unter die Top 10 der Teilnehmer spielen. „Doch leider sind wir nun wieder auf den 15. Platz abgerutscht. Das passiert halt, wenn man sich verspekuliert“, meint Sandra, die ihr Team mit ausreichend Ehrgeiz aber wieder zurück unter die besten zehn bringen möchte. „Wir behalten trotzdem im Hinterkopf, dass es nur ein Spiel ist“, sagt Laura. Privat würden die jungen Frauen nicht an die Börse gehen, „zu riskant“, sagen sie. Einen Einblick zu bekommen, finden sie aber sehr spannend. „Besonders die Jugendlichen lernen so den Umgang mit Geld, dafür schafft das Planspiel ein gewisses Bewusstsein“, so Junginvestorin Laura.

„So wie die Gruppe aus der 12. Klasse und eine weitere aus einer 13., nehmen die Schüler schon seit Jahren am Planspiel selbstständig teil“, erklärt Lehrerin Sabine Vigerske. Sie vermittelt zwischen Schülern und Sparkasse und steht den Spielern zur Seite. Von ihr erhalten sie Anmeldehefte und eine Spielbeschreibung, letztlich müssen sich die Schüler aber ausprobieren und den lukrativsten Weg an der Börse finden. Bis 11. Dezember haben alle Teilnehmer dafür Zeit, dann endet die 31. Runde des Planspiel Börse.

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